Strategic Threat Analysis and Nuclear (Dis-)Order (STAND)
Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik steht heute vor der Herausforderung, sich nachhaltig für einen jahrzehntelangen militärischen Wettbewerb aufzustellen. Russland führt sowohl seine militärische Gewaltausübung in Europa, als auch seine Aufrüstungsbemühungen unnachgiebig fort. Ein russischer Angriff auf einen NATO-Staat wird in naher Zukunft für möglich gehalten, während bisherige Grundannahmen der NATO-Allianz in Frage stehen.
Die politischen Richtungsentscheidungen, die diese internationale Auseinandersetzung künftig und für lange Zeit prägen, werden allerdings heute getroffen. Aus diesem Grund befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsprojektes »Strategic Threat Analysis and Nuclear (Dis-)Order« (STAND) mit wesentlichen strategischen Fragestellungen und Analysen, die relevant sind für eine zukunftsfähige deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Kernelemente dieser Forschungsarbeiten umfassen eine an die verschlechterte Sicherheitslage angepasste Bedrohungsanalyse, um ein ganzheitliches Verständnis der russischen Bedrohung zu erarbeiten, entsprechende Aufklärung über Notwendigkeiten sowie die Darlegung von Handlungsoptionen. Denn die russischen Aktivitäten und das Selbstverständnis des Konfliktes mit dem Westen gehen über den Landkrieg in der Ukraine hinaus:
Zur See geht Russland bereits heute gewaltsam gegen europäische Bündnispartner vor, etwa durch die Beschädigung von kritischer Infrastruktur. Russisches Handeln im Weltraum beeinträchtigt längst westliche Satellitendienste in Europa, darunter auch Fähigkeiten, die militärisch nutzbar sind. Da Russland eine nukleare Großmacht ist, die ihr Atomarsenal für eine revisionistische Außenpolitik nutzt, prägt auch die nukleare Komponente jeden Teilbereich und Austragungsort der militärisch-strategischen Auseinandersetzung mit dem Land: von sämtlichen Eskalationsszenarien über den möglichen Einsatz von diversen Weltraumwaffen sowie der maritimen nuklearen Zweitschlagfähigkeit bis hin zu Fragen nach der Absicherung eines künftigen Waffenstillstands in der Ukraine oder der militärischen Abschreckung für NATO und Europa.
Aufgrund der mangelnden Betrachtung dieser Aspekte des militärischen Wettbewerbs verfolgt die aktuelle Iteration des Projektes folgende Ziele:
- Bedrohungsanalyse: Ein aktuelles ganzheitliches Bild der von Russland ausgehenden Bedrohung für Deutschland zu zeichnen, insbesondere hinsichtlich der maritimen Dimension und der Weltraumsicherheit.
- Aufklärung: Klarheit über die Atomwaffenkomponente zu schaffen, ohne die der militärische Wettbewerb mit Russland nicht verstanden werden kann.
- Strategie: Bestehende und neue Ansätze zu erläutern, wie Berlin diesen langfristigen Wettbewerb erfolgreich navigieren, gemeinsam mit Partnern zu seinem Vorteil gestalten und damit handlungsfähig bleiben kann.
Das Projekt wird durch eine Zuwendung vom Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) unterstützt.
Publikationen
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Die erweiterte nukleare Abschreckung der USA in Europa – drei Szenarien
Vertrauenskrise, Vertrauensbruch oder vollständige Abkehr Washingtons
SWP-Aktuell 2025/A 30, 24.06.2025, 8 Seitendoi:10.18449/2025A30
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Russische Atomwaffen im Weltraum?
Mögliche Zerstörung im All, Eskalation auf der Erde und Rüstungskontrollschäden
SWP-Aktuell 2025/A 18, 17.04.2025, 8 Seitendoi:10.18449/2025A18
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Die unvermeidlichen Herausforderungen der unausweichlichen Abschreckung
Im Spannungsfeld zwischen Annahmen, Evidenz und Praxis
Forschungsgruppe Sicherheitspolitik, Arbeitspapier Nr. 01/2025, Januar 2025, 12 Seiten -
Bedrohung aus dem All: Wird der Weltraum zum globalen Schlachtfeld?
80 Nationen tummeln sich bereits mit eigenen Satelliten im Orbit. Nicht nur die USA, Russland und China nutzen den Weltraum für ihre Interessen. Juliana Süß erklärt, warum das All längst ein Schauplatz für die Ambitionen von Staaten und kommerziellen Akteuren geworden ist.
SWP-Podcast 2024/P 32, 12.12.2024 -
Trump II und die Folgen für die internationale Politik
Wenn Donald Trump im Januar 2025 in das Weiße Haus zurückkehrt, trifft er auf ein internationales Umfeld, das durch die Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen geprägt ist. Wir zeigen auf, welche außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen mit Trump II auf Deutschland und die EU zukommen.
360 Grad, 03.12.2024 -
Deutschland und die Zukunft der nuklearen Rüstungskontrolle
Weniger Kooperation und mehr Druck auf Russland
SWP-Studie 2024/S 25, 17.12.2024, 42 Seitendoi:10.18449/2024S25
Projektleitung
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Forschungsgebiete
- Arktis
- Nordeuropa
- Ostseeraum
- Maritime Sicherheit
- Piraterie
- Sicherheits- und Verteidigungspolitik / Streitkräfte und Militär
Projektmitarbeitende
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Forschungsgebiete
- Massenvernichtungswaffen / Proliferation
- Nato
- Rüstungskontrolle
- Transatlantische Beziehungen
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Forschungsgebiete
Projekte
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Dr. Jonas Schneider
Sicherheitspolitik (Stellvertretender Forschungsgruppenleiter)

Forschungsgebiete
- Massenvernichtungswaffen / Proliferation
- Rüstungskontrolle
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Juliana Süß, M.A.
Sicherheitspolitik (Wissenschaftlerin)
Forschungscluster Cybersicherheit und Digitalpolitik
Forschungsgebiete
- Militärtechnologie
- Rüstungskontrolle
- Weltraumpolitik
Projekte
Welche strategischen Ziele verfolgt Putin mit seinen nuklearen Drohungen im Krieg gegen die Ukraine? Ein Jahr nach Beginn der großangelegten russischen Invasion in der Ukraine zeigt eine wissenschaftliche Analyse der SWP eine dreigleisige Einschüchterungsstrategie des Kremls in diesem Video des STAND-Projektes.
