Globale Verhandlungen und Ansätze

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Zu den Medienbeiträgen

2015 wurde in Paris auf der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention das Pariser Abkommen für die Zeit nach 2020 auf den Weg gebracht. Die Vertragsstaaten haben sich verpflichtet, regelmäßig nationale Beiträge (»nationally determined contributions«, NDCs) einzureichen. Darunter werden unterschiedliche, klimapolitische Ziele gefasst, die die Länder bestenfalls erhöhen, mindestens aber aufrechterhalten sollen. Aktuelle Auswertungen der angekündigten Emissionsziele finde Sie hier.

Detailfragen der Umsetzung des Pariser Abkommens sind noch offen und werden auf den jährlichen Treffen der UNFCCC-Vertragsstaaten (COP - Conference of the Parties) weiterverhandelt. Ob es gelingt, hier Fortschritte zu erzielen, hängt von den Prioritäten der UNFCCC-Vertragsstaaten angesichts weiterer nationaler Herausforderungen ab (siehe Klimastrategie der EU; Die Klimapolitik weiterer Akteure). Einzelstaatliche Interessen stellen die internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz und zur Klimafinanzierung regelmäßig vor eine Zerreißprobe. Mit dem Regelbuch von Kattowitz gibt es immerhin eine detaillierte Anleitung für die Erfüllung des Pariser Abkommens. Bei der COP 25 in Madrid vom 2.-13. Dezember sollen weitere Verabredungen getroffen werden, die es Staaten erleichtern, das Abkommen zu erfüllen, vor allem mit Hilfe des Emissionshandels. Auch sollen erste Schritte eingeleitet werden, damit 2020 die nationalen Beiträge zur Begegnung des Klimawandels steigen. Eine Erhöhung der NDCs, Einreichung von Langfriststrategien und eine erste globale Bestandsaufnahme werden drei weitere Stationen bei der Umsetzung des Pariser Abkommens sein (siehe Zeitstrahl). Die COP 26 wird Ende 2020 in Glasgow stattfinden.

Grafik: »Kernelemente und Berichtspflichten des Regelbuchs zur Umsetzung des Pariser Abkommens (PA)«

Der stockende internationale Fortschritt bei der Umsetzung des Pariser Abkommens sollte beim UN Climate Action Summit am 23. September 2019 im Rahmen der 74. VN Generalversammlung in New York vorangebracht werden. Bei der COP 25 in Madrid stehen die letzten Elemente des Regelbuchs auf der Agenda. Eine Erhöhung der NDCs, Einreichung von Langfriststrategien und eine erste globale Bestandsaufnahme werden drei weitere Stationen bei der Umsetzung des Pariser Abkommens sein (siehe Zeitstrahl). Die COP 26 wird Ende 2020 in Glasgow stattfinden.

Grafik: »Die UN-Klimaagenda – nächste Schritte und Ergebnisse«

Mit dem Pariser Abkommen wurde nicht nur eine Begrenzung des Klimawandels auf »unter zwei Grad Celsius« gegenüber dem Niveau vor der Industrialisierung beschlossen, sondern auch, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, die Erwärmung auf durchschnittlich 1,5 Grad Celsius zu drosseln. Dieses Ziel scheint in weiter Ferne, denn die bisher in der Atmosphäre angereicherten Treibhausgasemissionen haben im Jahr 2015 bereits zu einer Erwärmung von 1,0 Grad Celsius geführt, und die Auswertung der bisherigen nationalen Beiträge (NDCs) ergibt, dass die notwendige Trendumkehr ausbleibt.

Bei der Drosselung der Erderwärmung wird sowohl der Energiepolitik als auch der Handelspolitik eine besondere Rolle zukommen. Darüber hinaus gibt es von wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen geleitete Aktivitäten des Climate Engineering, mit der insbesondere Akteure in den USA und in China die Erderwärmung mindern oder gar ganz stoppen wollen. Dazu gehören zum einen technologische Verfahren, um CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und zu recyclen (Carbon Dioxide Removal, CDR), und zum anderen gezielte Eingriffe in das Erdsystem zur Senkung der Temperaturen (Solar Radiation Management, SRM). In der Klimadiplomatie wird die Zuwendung zu solchen hochriskanten, weil kaum erforschten Ansätzen des SRM als »worst case« angesehen, weil sie deutlich machen würde, wie wenig Bedeutung die treibenden Akteure den Verhandlungslösungen zur Verminderung der globalen Emissionen noch beimessen.

Literaturliste

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Susanne Dröge

Sondergipfel in New York: Guterres macht Tempo beim Klimaschutz

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat unter dem Slogan »A Race We Can Win – A Race We Must Win« zu einem Klimagipfel in New York am 23. September eingeladen. Mit seiner Agenda beweist er Führungsstärke, die die internationale Klimapolitik dringend nötig hat, meint Susanne Dröge.

Kurz gesagt, 19.09.2019
Susanne Dröge

Der UN Climate Action Summit in New York

„Vor den Gipfeln“: Journalismus, nachhaltige Entwicklung und Klimawandel

SDSN Hintergrundpapier, 06. September 2019
Shinichiro Asayama, Rob Bellamy, Oliver Geden, Warren Pearce, Mike Hulme

Why setting a climate deadline is dangerous

in: Nature Climate Change, Vol. 9, August 2019, pp. 570–572
Michael Mehling, Harro van Asselt, Kasturi Das, Susanne Dröge, Cleo Verkuijl

Designing border carbon adjustments for enhanced climate action

in: The American Society of International Law, Vol 113:3, July 2019, p. 433-481

doi:10.1017/ajil.2019.22

Oliver Geden, Susanne Dröge

Vorausschauende Governance für Solares Strahlungsmanagement

Herausforderungen und Handlungsoptionen für die internationale Klimapolitik

SWP-Aktuell 2019/A 36, Juli 2019, 8 Seiten

doi:10.18449/2019A36

Oliver Geden, Susanne Dröge

The Anticipatory Governance of Solar Radiation Management

Council on Foreign Relations, Council of Councils Working Paper Series, July 2019
Kasturi Das, Harro van Asselt, Susanne Dröge, Michael Mehling

Making the International Trade System Work for Climate Change: Assessing the Options

in: Environmental Law Reporter, Juni 2019, pp: 10553-10580
Susanne Dröge, Vijeta Rattani

Nach dem Klimagipfel in Kattowitz

Wichtige Elemente der EU-Klimaagenda 2019

SWP-Aktuell 2019/A 15, März 2019, 8 Seiten

doi:10.18449/2019A15

Susanne Dröge

Die Klimakonferenz liefert gute Regeln – doch gelingt deren Umsetzung?

Die Klimaverhandlungen in Kattowitz, Polen, endeten mit der Verabschiedung eines Regelwerks für das Pariser Abkommen. Es ist ein multilaterales Zeichen in Zeiten, in denen sich immer mehr Staatenlenker vom Klimaschutz verabschieden, meint Susanne Dröge.

Kurz gesagt, 17.12.2018
Kasturi Das, Harro van Asselt, Susanne Dröge, Michael Mehling

Making Trade Work for Climate: Options for Policymakers

in: Policy Brief, Climate Strategies, August 2018 (online)
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Medienbeiträge

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Oliver Geden

Versuche in der Stratosphäre: Die Sonne für den Klimaschutz verdunkeln

Interview von Britta Fecke, in: Deutschlandfunk, 10.07.2019
Oliver Geden

"Ein Scheitern wird hinausgezögert“

Am Montag beginnt in Kattowitz die Weltklimakonferenz. Klimaforscher Oliver Geden über ehrgeizige Emissionsziele und den US-Ausstieg aus dem Klimaabkommen.

Interview von Matthias Jauch, in: Der Tagesspiegel, 28.11.2018, S. 5
Oliver Geden

Ein Klimabericht für das Gemüt

In: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 14.10.2018, S. 49
Oliver Geden

Umsonst ist ehrgeiziger Klimaschutz nicht zu haben

Interview von Christoph von Eichhorn, in: sueddeutsche.de, 8.10.2018
Oliver Geden

Auf ewig fünf vor zwölf

Dreht da einer in der Klimadebatte an der Uhr? Immer ist Alarm, aber immer geht noch was. Plädoyer für einen neuen Realismus.

in: Süddeutsche Zeitung, 05.09.2018, S. 2
Oliver Geden

1,5-Grad-Limit: Der "Machbarkeits-Pokal" gehört in die Vitrine

Die Klimapolitik beschließt gern hehre Ziele, aber handelt nicht entsprechend. Klimaforscher und Politikberater sollten deshalb die Faktenlage in einer Weise präsentieren, die es Politikern schwerer macht, den praktischen Konsequenzen des von ihnen akzeptierten Klimawissens noch länger auszuweichen.

in: klimafakten.de, 11.07.2018 (online)
Oliver Geden

Unter der Null-Linie

Die Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn der Atmosphäre CO2 entzogen wird. Die Politik verschließt sich dieser Erkenntnis.

in: Handelsblatt, 21.12.2017, S.15
Oliver Geden

Klimaneutralität als Ziel schafft Transparenz

in: Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2017, S. 10
Oliver Geden, Stefan Schäfer

Verschwiegene Kunstgriffe

Das Zwei-Grad-Ziel ist ohne Negativ-Emissionen nicht zu erreichen

in: General-Anzeiger Bonn, 04.11.2017, Sonderbeilage COP23, S. 9
Susanne Dröge

US-Klimaschutz ohne Trump: "Michael Bloomberg ist ein sehr glaubwürdiger Akteur"

Interview von Jule Reimer, in: Deutschlandfunk, 11.09.2017 (online)
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SWP-Aktuell

Claudia Zilla
Kein lateinamerikanischer Frühling

Hegemonie, Konsens und Wettbewerb in fragilen Demokratien


Sonja Schiffers
Russland und die VN-Agenda »Frauen, Frieden, Sicherheit«

Wie die Bundesregierung die Umsetzung der Agenda in Russland und in Konflikten mit russischer Beteiligung fördern kann