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Militärische Lage und Verhandlungen

Im langen Abnutzungskrieg setzt Moskau darauf, mehr personelle und materielle Ressourcen zu generieren und die ukrainische Bevölkerung durch den permanenten Beschuss von ziviler Infrastruktur und Wohngebäuden zu zermürben. Zugleich erwuchsen dem Kreml durch die militärischen Erfordernisse innenpolitische Risiken (unpopuläre Teilmobilmachung 2022, »Wagner«-Meuterei 2023). Die Kursk-Offensive (2024–2025) sowie weitreichende Präzisionsschläge auf russische Infrastruktur und Militäreinrichtungen und die Rückkehr Hunderttausender Veteranen erhöht die Sichtbarkeit des Krieges im eigenen Land. Aufgrund der geringeren Personalstärke fokussiert Kyjiw auf die Resilienz der Bevölkerung, technologische Innovation der eigenen Rüstungsindustrie und militärische Kooperation mit westlichen Partnern. Dabei veränderte sich die US-Militärhilfe in der Präsidentschaft Trumps und in Folge des Iran-Krieges deutlich. Mit der Vollinvasion in der Ukraine verschärfte sich auch Russlands Konfrontationskurs gegen NATO und EU. Darauf verweisen die Erhöhung der Sollstärke der russischen Streitkräfte auf 1,5 Millionen Mann, der militärische Aufwuchs im Westen des Landes sowie nukleare Drohungen. Hybride Angriffe in Europa nehmen zu, wobei sich eine Verschiebung von Einflusskampagnen hin zu Sabotageakten beobachten lässt.

Die Parteien verhandeln seit Beginn des Krieges 2014 und dem großen russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ununterbrochen miteinander. Bilaterale Waffenstillstandsverhandlungen fanden im Frühjahr 2022 und 2025 statt, brachten aber keine Beendigung der Kampfhandlungen. Friedensinitiativen von Drittstaaten scheiterten. Zwischen 2023 und 2025 warben sowohl Kyjiw als auch Moskau mit ihren diplomatischen Initiativen um die Unterstützung des globalen Südens, während sie miteinander weiter über Gefangenenaustausche. Mit der Rückkehr der MAGA-Administration unter Donald Trump ging 2025 zu ihren westlichen Verbündeten auf Distanz, öffnete sich für die Forderungen Russlands und fuhr ihre Unterstützung für die Ukraine zurück. Russische Hoffnungen, Trump könnte Kyjiw zur Kapitulation zwingen, bewahrheiteten sich jedoch nicht.

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