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Digitale Außenpolitik

Nahezu sämtliche digitale Kommunikation basiert derzeit auf der technischen Infrastruktur des Internets. Diese hat eine physische Komponente in Form des weltweiten Netzes von Kabelverbindungen, beruht aber vor allem auf Software-Standards wie etwa dem TCP/IP-Protokoll. Die Regulierung dieser digitalen Infrastruktur galt lange als unpolitische, rein technische Koordinationsaufgabe. Zunehmend jedoch zeigt sich, dass Entscheidungen über die globale digitale Infrastruktur enorme Konsequenzen für die weitere Entwicklung der Digitalisierung haben. Diese Entscheidungen schaffen Pfadabhängigkeiten und verändern Machtkonstellationen. Sie sind dementsprechend zunehmend politisch umkämpft. So verstanden reicht die Regulierung des Internets (»Internet Governance«) weit über die technische Koordinierung hinaus und wird zu einem zentralen Element bei der Gestaltung der Digitalisierung.

Einen wichtigen Ansatzpunkt bildet dabei die Analyse der institutionellen Strukturen und Akteurskonstellationen in diesem Feld. International wird über Fragen der Digitalisierung auf verschiedenen Ebenen und in den verschiedensten Formaten verhandelt. Neben klassischen zwischenstaatlichen Foren wie etwa der EU oder der International Telecommunication Union (ITU) finden sich Multi-Stakeholder-Formate wie die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und das Internet Governance Forum ebenso wie primär von technischen Expertinnen und Experten besetzte Gremien wie die Internet Engineering Task Force. Schließlich stellt sich in der Debatte um »Digital Diplomacy« die Frage, wie sich die Digitalisierung auf die Modi der Interaktion in der internationalen Politik auswirkt.

Literatur