CHINAGLOBAL – Wie China Global Governance formt. Strategische Narrative und globale Praktiken
Projektkern
CHINAGLOBAL analysiert, wie die Volksrepublik China das globale Governance-System über strategische Narrative und deren praktische Umsetzung prägt. Im Zentrum steht die chinesische Leitvorstellung einer „Global Community of Shared Future“: (1) ihre inhaltliche Bedeutung und strategische Funktion, sowie (2) die Frage, wie daraus konkrete Ordnungsvorstellungen abgeleitet und politisch implementiert werden – und welche Folgen dies für internationale Normen, Institutionen und Handlungsräume hat.
Analytischer Fokus und Ansatz
Empirisch konzentriert sich das Projekt auf den bislang wenig systematisch untersuchten Nexus Entwicklung – Infrastruktur – Sicherheit, der Chinas Narrative und Praktiken eng verschränkt. Methodisch arbeitet CHINAGLOBAL mit einem Mixed-Methods-Design und vergleicht exemplarisch die globale Ebene (UN-System) mit der regionalen Ebene (Ostafrika), um Mechanismen von Einflussgewinn und Kontrolle sowie deren politische Implikationen sichtbar zu machen.
Struktur: Drei Teilprojekte (Verbundprojekt)
- Teilprojekt 1 – Entwicklung: Untersuchung, wie China Entwicklungskooperation als strategisches Narrativ zur Propagierung alternativer Ordnungsvorstellungen nutzt – im UN-System (u. a. über Formate wie „GDI Group of Friends“) und in Ostafrika als Umsetzungsraum.
- Teilprojekt 2 – Infrastruktur: Analyse des Infrastruktursektors als Schlüssel für globale Konnektivität (inkl. Industrie- und Energiepolitik) und der daraus folgenden geoökonomischen sowie sicherheitspolitischen Effekte, untersucht am Fall Ostafrika.
- Teilprojekt 3 – Sicherheit: Analyse chinesischer Diskurse und Praktiken internationaler Sicherheit im UN-Kontext sowie der regionalen Umsetzung der Global Security Initiative (GSI) in Ostafrika und ihrer geopolitischen Wirkungen.
Leitannahmen und Relevanz
Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass die „Community“ als umfassendes strategisches Narrativ nicht nur rhetorisch wirkt, sondern sich in konkreten außen-, sicherheits- und globalpolitischen Praktiken niederschlägt und dadurch auch für Akteure im Globalen Süden handlungsleitend werden kann. Zugleich folgt das Projekt der Annahme, dass Global Governance durch den strategischen Gebrauch von Narrativen und Praktiken gestaltbar ist – und dass China diese Gestaltungsspielräume nutzt, um bestehende Ordnungsmuster in seinem Sinne zu formen. CHINAGLOBAL liefert damit evidenzbasierte Erkenntnisse zu Mechanismen chinesischer Ordnungsprägung und identifiziert Herausforderungen für deutsche und europäische Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik.
Projektpartner (Verbund)
- Universität Heidelberg – Projektkoordination und Teilprojekt „Entwicklung“ (Leitung: Marina Rudyak)
- Universität Bonn – Teilprojekt „Infrastruktur“ (Leitung: Maximilian Mayer)
- Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) – Teilprojekt „Sicherheit“ (Leitung: Nadine Godehardt)
Projektleitung
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Dr. phil. Nadine Godehardt
Asien (Wissenschaftlerin)
SWP Brüssel (Wissenschaftlerin)
Forschungsgebiete
- Asien
- China
- Ostasien
- Krisenmanagement
- Politische Ordnungen
- Regionale Zusammenschlüsse und Kooperationen
