Messung und Regulierung für verantwortungsvolle marine CO₂-Entnahme (MAR-CO2)
Die Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal, CDR) ist entscheidend, um Treibhausgasneutralität in Deutschland, Europa und weltweit zu erreichen. Daher werden derzeit zahlreiche terrestrische, geologische und marine Ansätze zur CO₂-Entnahme (marine Carbon Dioxide Removal, mCDR) erforscht und entwickelt. Diese Ansätze sind jedoch nicht nur mit erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich ihrer technischen Machbarkeit verbunden, sondern auch hinsichtlich ihrer ökologischen, gesellschaftspolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Europäische Kommission hat deshalb die Notwendigkeit legitimer multi- und transdisziplinärer Forschung zu mCDR und dessen Governance hervorgehoben, um eine bessere Entscheidungsfindung auf nationaler, europäischer und globaler Ebene zu unterstützen.
Das durch Horizon Europe geförderte Projekt MAR-CO2 untersucht, wie marine CO₂-Entnahme (mCDR) durch wissenschaftlich belastbare, gesellschaftlich robuste und ökologisch verantwortungsvolle Systeme für Monitoring, Reporting und Verifikation (MRV) verantwortungsvoll gesteuert werden kann. Mit dem wachsenden Interesse an mCDR steigt zugleich der Bedarf an wirksamen technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die Transparenz, Rechenschaftspflicht und ökologische Integrität auf lokaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene gewährleisten können.
Das Projekt vereint Expertise aus Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Governance-Forschung und Öffentlichkeitsbeteiligung, um zu untersuchen, wie mCDR-MRV in bestehende und entstehende Governance-Rahmen integriert werden kann. MAR-CO2 analysiert die sich wandelnde Stakeholder-Landschaft rund um mCDR und identifiziert zentrale Akteure, regulatorische Lücken, gesellschaftliche Anliegen sowie entstehende politische Koalitionen. Darüber hinaus untersucht das Projekt, wie Bürgerinnen und Bürger in Europa potenzielle MRV-Ansätze wahrnehmen und welche Formen von Governance sie als fair, wirksam, dauerhaft und vertrauenswürdig ansehen.
Das Projekt kombiniert qualitative und quantitative sozialwissenschaftliche Methoden – darunter Interviews, Fokusgruppen, Umfragen, Netzwerkanalysen und Workshops zu Governance-Szenarien –, um gemeinsam sozial robuste Governance-Pfade für mCDR zu entwickeln. Durch die Bewertung von Governance-Rahmen unter Bedingungen politischer, gesellschaftlicher und ökologischer Unsicherheit zielt MAR-CO2 darauf ab, praktische Empfehlungen für resiliente, gerechte und legitime Governance-Arrangements zu erarbeiten.
Letztlich möchte MAR-CO2 die Entwicklung integrierter und gerechtigkeitsorientierter MRV-Governance-Rahmen unterstützen, die regulatorische Kohärenz und institutionelle Rechenschaftspflicht für mCDR stärken, gleichzeitig marine Ökosysteme schützen und langfristige Klimaziele fördern.
Kooperationsprojekt, Lead: Helmholz Zentrum Hereon
Laufzeit: August 2026 – Juli 2030
Förderung: Gefördert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die gewährende Behörde können dafür verantwortlich gemacht werden.
Projektleitung
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Dr. Miranda Böttcher
Globale Fragen (Wissenschaftlerin)
Forschungscluster Klima- und Energiepolitik (Wissenschaftlerin)
Forschungsgebiete
- Klimapolitik
- Nachhaltigkeitsgovernance
- Strategische Vorausschau
Projekte
