Der Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten in der Verteidigungsindustrie zwischen der EU und Südkorea
Projektvorstellung
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, wachsende geopolitische Spannungen im Indopazifik und die zunehmende Fragmentierung globaler Lieferketten haben die Resilienz verteidigungsindustrieller Wertschöpfungsketten zu einer zentralen sicherheitspolitischen Herausforderung gemacht. Vor diesem Hintergrund gewinnen Partnerschaften mit gleichgesinnten Staaten außerhalb Europas zunehmend an Bedeutung. Die Republik Korea hat sich in diesem Kontext nicht nur zu einem wichtigen Akteur der globalen Verteidigungsindustrie, sondern insbesondere auch zu einem strategischen Partner der Europäischen Union entwickelt.
Das Forschungsprojekt untersucht, wie die Zusammenarbeit zwischen der EU und Südkorea im Bereich verteidigungsindustrieller Lieferketten vertieft werden kann. Im Mittelpunkt stehen politische und industriepolitische Instrumente zur Stärkung der Versorgungssicherheit, zur Diversifizierung kritischer Abhängigkeiten sowie zur Förderung gemeinsamer Innovations- und Produktionskapazitäten. Ausgehend von einer Analyse der strategischen Interessen und industriellen Fähigkeiten beider Partner identifiziert das Projekt Kooperationspotenziale entlang der gesamten Defense Industrial Supply Chain – von kritischen Rohstoffen und Schlüsselkomponenten über Forschung und Entwicklung bis hin zu Produktion, Beschaffung und Instandhaltung. Gleichzeitig werden regulatorische, institutionelle und (handels-)politische Hürden untersucht, die einer engeren Zusammenarbeit entgegenstehen. Das Projekt ordnet die EU-Südkorea-Kooperation in die aktuellen Entwicklungen der europäischen Verteidigungsindustrie ein, darunter die Umsetzung der European Defence Industrial Strategy (EDIS), die Stärkung der European Defence Technological and Industrial Base (EDTIB) sowie die Bemühungen um resilientere und diversifizierte Lieferketten.
Forschungsfragen
- Welche strategischen Interessen verfolgen die EU und Südkorea beim Aufbau resilienter verteidigungsindustrieller Lieferketten?
- In welchen Bereichen bestehen die größten Potenziale für eine vertiefte industrielle Zusammenarbeit?
- Welche regulatorischen, politischen und institutionellen Hindernisse erschweren eine engere Kooperation?
- Wie kann die EU ihre Bemühungen zur Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie mit Partnerschaften zu gleichgesinnten Drittstaaten verbinden?
- Welche politischen Maßnahmen können die Resilienz, Innovationsfähigkeit und Versorgungssicherheit gemeinsamer Defense Industrial Supply Chains nachhaltig verbessern?
Ziel
Das Projekt liefert evidenzbasierte Analysen und praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Industrie. Es trägt dazu bei, die verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Südkorea als Bestandteil einer resilienteren europäischen Sicherheitsarchitektur und einer engeren Partnerschaft mit dem Indopazifik weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Optionen für eine institutionalisierte verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit aufzuzeigen und Beiträge zur langfristigen Stärkung der transregionalen Sicherheits- und Industriepartnerschaft zu leisten.
(ermöglicht durch finanzielle Unterstützung der Korea Foundation)
Projektleitung
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Forschungsgebiete
- Asien
- Indo-Pazifischer Raum
- Korea, Nordkorea, Südkorea
- Ostasien
- Deutsche Verteidigungspolitik
- Konflikte (regionale und zwischenstaatliche)
- Krisenmanagement
- Massenvernichtungswaffen / Proliferation
- Rüstungspolitik, Rüstungswirtschaft
- Sicherheits- und Verteidigungspolitik / Streitkräfte und Militär
