Subsahara-Afrika

Versorgung einer Verwundeten nach Anschlag auf die Westgate Mall, Nairobi, Kenia 21.09.2013 © Khalil Senosi / picture alliance / AP Photo

In Subsahara-Afrika ist der Jihadismus nicht erst seit den Anschlägen auf Einkaufszentren (Nairobi 2013) und Hotels (Mali 2015, Burkina Faso 2016) virulent. Die älteste und am besten organisierte Organisation dort ist die seit 2006 aktive Harakat al-Shabaab al-Mujahideen. Al-Shabaab konnte sowohl auf somalischen (al-Ittihad al-Islami) als auch auf internationalen Jihadisten-Netzwerken (al-Qaida) aufbauen. Obgleich sie vorwiegend in Somalia operiert, findet sie an der gesamten Suaheliküste von Somalia über Kenia bis Tansania Gefolgschaft. Auch die nigerianische Gruppierung Boko Haram rekrutiert regional: Ihre Anhänger sind heute in Nigeria, Kamerun, Niger und dem Tschad aktiv; Rekruten kommen auch aus der weiteren Region inklusive des Sudan. Die Gruppe hatte 2015 dem sogenannten Islamischen Staat die Treue geschworen und ist vor allem durch die hohen Opferzahlen bekannt, die sie mit ihren vorwiegend durch Selbstmordattentäter ausgeführten Anschlägen verursacht. Bei der Gewinnung von Rekruten profitieren die Organisationen zwar von lokalen Konflikten bzw. Missständen wie wirtschaftlichen Krisen oder schlechter Regierungsführung, darüber hinaus wirken aber sowohl die empfundene Bedrohung der Muslime weltweit als auch die identitäre Zugehörigkeit und die jihadistische Ideologie – gerade bei Kämpfern aus der Diaspora – motivierend.

SWP-Literatur

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