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Die internationale Dimension der Industriedekarbonisierung

Positionierung Deutschlands und Möglichkeiten der bilateralen Beziehungen anhand der Beispiele Indien und Kenia

SWP-Studie 2026/S 09, 28.04.2026, 40 Seiten

doi:10.18449/2026S09

Forschungsgebiete

Dr. Sonja Thielges ist Gastwissenschaftlerin in der
Forschungsgruppe Globale Fragen.

  • Die Industriedekarbonisierung erfordert ein hohes Maß an internatio­naler Kooperation. Sie ist gleichzeitig Klima-, Industrie- und Geopolitik. Das macht ihre außenpolitische Flankierung besonders komplex.

  • Deutschland ist in vielen internationalen Kooperationsformaten zur Industriedekarbonisierung vertreten, wenngleich in der politischen Kommunikation vor allem der Klimaklub im Mittelpunkt steht.

  • Die bilaterale Kooperation im Themenfeld ist ausbaufähig. Mit ihr ließen sich beiderseitige Vorteile für Deutschland und seine Partnerländer erzielen, Partnerschaften stärken und Impulse für die internationale Industriedekarbonisierung setzen.

  • Bei Deutschlands Zusammenarbeit mit Indien und Kenia ist die Außen­politik der Industriedekarbonisierung noch schwach ausgeprägt und frag­mentiert. Immerhin werden ihre Instrumente in den beiden Ländern schon teilweise eingesetzt. Sie dienen aber meist anderen Zielen, etwa der Dekarbonisierung des Stromsystems.

  • Wichtig ist, die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung ganzheitlich zu betreiben. Eine Säule dabei ist die Unterstützung beim Aufbau grüner Energiesysteme, eine andere die Förderung innovativer Produktions­prozesse, um Prozessemissionen der Industrie zu vermeiden. Besonders diese Art der Förderung muss größeres Gewicht erhalten.

Problemstellung und Empfehlungen

Die Industriedekarbonisierung, also die Abkehr der Industrie von fossilen Energieträgern und die Um­stellung auf CO2-arme Produktionsverfahren, ist in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem klima- und außenpolitischen Handlungsfeld geworden. Laut dem jüngsten Bericht des Weltklimarats (Inter­governmental Panel on Climate Change, IPCC) sind noch vor 2030 drastische Emissionsminderungen in allen Sektoren nötig, um die globalen Klimaziele in Reichweite zu halten. Doch im Industriesektor steigen die Emissionen immer weiter, etwa bei der Herstellung von Metallen oder Chemikalien. Dieser Sektor verursacht derzeit rund 20 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. International kommt die Industriedekarbonisierung nur schleppend voran. Industrieanlagen sind in der Regel über einen Zeit­raum von 25 bis 40 Jahren in Betrieb. Aus klima­politischer Sicht müssten Industrieinvestitionen also schon heute am Ziel Netto-Null-Emissionen aus­gerichtet sein. Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern wie Indien und Kenia, die in dieser Studie später beispielhaft betrachtet werden, ist dies eine große Herausforderung. Nicht nur sind die Investitionsbedarfe für Netto-Null-Emissionen in diesen Ländern enorm hoch. Zugleich steigen gerade dort die Industrieemissionen stark an.

Internationale Kooperation ist unverzichtbar, um die Herausforderungen der Industriedekarbonisierung zu meistern. Keinesfalls lässt diese sich allein durch Initiativen der Industrie erreichen. Koordinierte politische Steuerung spielt eine wichtige Rolle. Die Politik kann Anreize für Investitionen privater und staatlicher Akteure in die Industriedekarbonisierung geben und dafür einen klaren zeitlichen Rahmen setzen. Auf der anderen Seite können Unsicherheiten über Reichweite und konkrete Umsetzung politischer Maßnahmen bewirken, dass grüne Investitionen nur zögerlich getätigt werden.

Industriedekarbonisierung ist nicht nur Gegenstand der Klimapolitik. Auf internationaler Ebene ist sie zum maßgeblichen Kontext für (grüne) Industriepolitik und einen industriepolitischen Wettbewerb avanciert. Deshalb birgt sie mittlerweile auch geo­politische Herausforderungen, denn Transformationstechnologien können nur dann funktionieren, wenn die Versorgung mit den dafür nötigen kritischen Rohstoffen, Materialien und Produkten gesichert ist. China ist hier führend und dominiert die Produktion von seltenen Erden, Magneten, Polysilizium, Solar­modulen und Elektrofahrzeugen. Länder des Globa­len Südens beanspruchen, vom Aufbau internatio­naler grüner Wertschöpfungsketten im Industrie­bereich zu profitieren, statt sich damit zu bescheiden, Rohstoffe und wenig verarbeitete Produkte an den Globalen Norden zu liefern.

Die Bundesregierung will Klimaschutz, Wett­bewerbsfähigkeit und Energiesicherheit besser mit­einander vereinen. Sie verlangt mehr Pragmatismus und Flexibilität bei Energiewende und Klimaschutz, möchte aber dennoch die Industriedekarbonisierung hierzulande voranbringen und bekennt sich zu Deutschlands Klimaziel, bis 2045 netto-treibhausgas­neutral zu werden. Im Koalitionsvertrag finden sich zwar nur wenige strategische Überlegungen zur außenpolitischen Dimension der Industriedekarbonisierung. Dennoch engagiert Deutschland sich in diesem Themenbereich. Leitinstrument ist bislang der Klimaklub, ein auf deutsche Initiative 2022 ins Leben gerufener Zusammenschluss, dem inzwischen 48 Staaten angehören. Sein Hauptzweck ist die Zusammenarbeit bei der Industriedekarbonisierung. Deren (Teil-)Aspekte bilden auch ein Schwerpunktthema in vielen weiteren Formaten der inter- und transnationalen Kooperation mit deutscher Beteiligung. Weit diffuser ist Industriedekarbonisierung hingegen als Gegenstand der bilateralen Kooperation Deutschlands mit Partnerländern. Hier existiert bisher kein konkretes Kooperationsformat ausschließlich zur Industriedekarbonisierung. Gerade die bilate­rale Kooperation birgt jedoch interessante Potenziale. So bietet sie Raum, Industriedekarbo­nisierung gemeinsam mit dem jeweiligen Partnerland nach beider Bedürfnissen voranzutreiben und dadurch die beiderseitigen Beziehungen zu stärken. Zudem kann sie dem erklärten Ziel der Bundesregierung dienen, bilaterale Beziehungen besonders zu den Ländern des Globalen Südens zu intensivieren. Darüber hinaus können bilaterale Partnerschaften helfen, gemein­samen Interessen in internationalen Foren mehr Gehör zu verschaffen.

Im ersten Teil dieser Studie gilt das Augenmerk zunächst der Frage, wie sich Deutschland angesichts klima-, industrie- und geopolitischer Herausforderungen in seiner Außenpolitik der Industriedekarbonisierung aufstellt. Gegenstand des zweiten Teils ist das deutsche Instrumentenportfolio der Industriedekarbo­nisierung in den bilateralen Beziehungen. Anhand der Beispiele Indien und Kenia, mit denen Deutschland enge Partnerschaften pflegt, wird im dritten Teil ausgeführt, wie Deutschland bilaterale Beziehungen nutzen kann, um mit seiner Außenpolitik die Industriedekarbonisierung voranzutreiben.

Aus der Befassung mit diesen Fragen lässt sich eine Reihe von Schlüssen ziehen. So empfiehlt es sich, die bilaterale Zusammenarbeit im Dienste der Industriedekarbonisierung und des Aufbaus grüner Industrien zu stärken. In diesem Licht sollten die verfügbaren außenpolitischen Instrumente noch gezielter auf die Industriedekarbonisierung ausgerichtet und weiterentwickelt wer­den. Ein Schwerpunkt der Kooperation sollte auf erneuerbaren Energien und grünem Wasser­stoff liegen, um Industrieemissionen zu vermeiden. Ein weiterer wäre die verstärkte Transformation von Produktionsprozessen, etwa durch Regulierung, Innovationszusammenarbeit oder Technologietransfer. Auf diese Weise können künftig auch Prozess­emissionen der Industrie vermieden werden, also Emissionen, die durch die Nutzung fossiler Brenn- und Rohstoffe in der Produktion entstehen. Mit der Weiterentwicklung der bilateralen Zusammenarbeit zur Industriedekarbonisierung kann Deutschland potentiellen Partnern ein attraktives Angebot unter­breiten. Auch für die deutsche Industrie hätte dies mittelfristig Vorteile, denn mit bilateralen Partnerschaften ließen sich die Lieferkettenresilienz erhöhen, Absatzmärkte diversifizieren und die Wettbewerbs­fähigkeit steigern.

Industriedekarbonisierung im Spannungsfeld von Klima-, Industrie- und Geopolitik

Die außenpolitische Dimension der Industriedekarbo­nisierung fußt auf verschiedenen Herausforderungen und Zielen, die teilweise im Konflikt miteinander stehen. So verfolgt die Außenpolitik der Industrie­dekarbonisierung nicht nur klimapolitische, sondern auch industrie- und geopolitische Interessen Deutsch­lands und ein entsprechend breites Spektrum an Zielen (siehe Tabelle 1, S. 8). Dies macht sie zur kom­plexen Aufgabe und erschwert ihre Ausgestaltung.

Die Notwendigkeit von Kooperation

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 seine Treibhausgasemissionen um 65 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken und 2045 netto-treib­hausgasneutral zu sein. Auch der Industriesektor muss dazu einen Beitrag leisten. Damit die Transformation gelingt, ist Deutschland allerdings auf Koope­ration angewiesen, denn Industrieprodukte wie Chemikalien oder Stahl werden grundsätzlich inter­national gehandelt. Dies macht es für Firmen aus wettbewerbsstrategischen Gründen schwierig, neue Technologien einzuführen, die zunächst ihre Pro­duktionskosten steigern. Notwendig sind daher kooperative Lösungen wie gemeinsame Ansätze zur CO2-Bilanzierung und die Einigung auf internationale Produktstandards für emissionsarme Produktion.1

Kooperation ist notwendig, um Transformationstechnologien wettbewerbsfähig zu machen.

Zusammenarbeit ist auch deshalb nötig, weil zentrale Transformationstechnologien wie grüner Wasserstoff (H2) sowie CO2-Abscheidung und -Speiche­rung (Carbon Capture and Storage, CCS) noch nicht wettbewerbsfähig sind. Es besteht hoher Bedarf an Pilotprojekten, um die entsprechenden Technologien und Verfahren zu erproben und die technische und wirtschaftliche Machbarkeit zu zeigen, sowie an Infrastrukturen, beispielsweise für den Transport von H2 und CO2, die noch entwickelt werden müssen. Ambitionierte und international ab­gestimmte Politi­ken können die Technologieentwicklung vorantreiben und Technologien zur Marktreife führen. Skalen­effekte werden letztlich zu sinkenden Kosten für grüne Technologien führen und deren Verbreitung weiter fördern.2

Die unverändert hohen Kosten emissionsarmer Technologien bereiten vor allem Entwicklungs­ländern erhebliche Schwierigkeiten. Sie können auf Zusammenarbeit mit dem Globalen Norden nicht verzichten, denn hohe Kapitalkosten und Investitionsrisiken in Schwellen- und Entwicklungsländern hemmen die Verbreitung grüner Technologien und den Aufbau grüner Märkte.3 Neben der finanziellen bedarf es auch technischer Unterstützung in solchen Ländern, denn dort mangelt es vielfach an Kapazitäten dafür, grüne Wertschöpfung zu ermöglichen.4

Schließlich muss Deutschland auch deshalb auf Kooperation bauen, weil es sich mineralische Roh­stoffe oder Wasserstoff für die Industriedekarbonisierung sichern muss. Im Inland oder innerhalb der EU können sie bisher nicht oder nicht in ausreichendem Maße gewonnen oder hergestellt werden.5

Ziele der Industrie­dekarbonisierungspolitik

Tabelle 1 Ziele der Industriedekarbonisierungspolitik

Innenpolitisch

Außenpolitisch

Zieldimensionen der Industriedekarbonisierungspolitik

Klimapolitik

Netto-Null-Emissionen der deutschen Industrie bis 2045 erreichen

Netto-Null-Emissionen des Industriesektors bis etwa 2050 erreichen

Transformation zu Netto-Null-Emissionen der Industrie in Partnerländern (Industrie­dekarbonisierung6) beschleunigen

grüne Industrialisierung und Aufbau grüner Wertschöpfung vorantreiben

globale Industrieinvestitionen auf Netto-Null auslegen, in Einklang mit Pariser Klimazielen bringen

Grüne Industriepolitik

grüne Industrien und Technologien fördern

grüne Leitmärkte schaffen

Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sichern

Netto-Null-Emissionen der Industrie als internatio­nales industriepolitisches Leitbild etablieren

faire internationale Wettbewerbsbedingungen für grüne Industrien sichern

Märkte und Nachfrage für grüne Industrieprodukte schaffen

Geopolitik

zentrale Industrien wie Chip-, Solar- und Batterie­industrie (wieder) ansiedeln (»Re-Shoring«)

Lieferkettenresilienz für Rohstoffe, grünen Wasserstoff und Komponenten sichern (»Friend-Shoring«7, Lieferkettendiversifizierung)

Partnerschaften mit gegenseitigen Vorteilen (Win-win-Partnerschaften) pflegen

Auf der klimapolitischen Ebene lautet das Ziel der Industriedekarbonisierungspolitik, international die Transformation von Industrien hin zu Netto-Null-Emissionen zu beschleunigen. Auch müssen die Weichen für den Aufbau grüner Industrien gestellt werden, um den Industriesektor global in Einklang mit den Pariser Klimazielen zu bringen. Auf der industriepolitischen Ebene geht es darum, Netto-Null-Emissionen im Industriesektor zum internationalen Leitbild zu machen. Wichtig ist hier auch, faire Wettbewerbsbedingungen für grüne Industrien zu gewährleisten und Absatzmärkte für grüne Industrieprodukte zu fördern. Auf der geopolitischen Ebene schließlich gibt es zwei Schwerpunkte. Zum einen gilt es, relevante Lieferketten resilienter zu machen, um sich von einseitigen Abhängigkeiten zu lösen.8 Zum anderen sollen Win-win-Partnerschaften gepflegt werden, das heißt solche, die im gegenseitigen politi­schen und wirtschaftlichen Interesse liegen. Diese können ihren Einfluss auch über die Industriedekarbonisierung hinaus in internationalen Foren entfal­ten (siehe Tabelle 1, S. 8). Sie sind wichtig, da auch andere Länder wie USA, China und die Golfstaaten nach Einfluss in Deutschlands Partnerländern streben. Klimaambitionen stehen bei diesen Kooperations­bemühungen nicht zwingend im Mittelpunkt.9 Deutschland befindet sich hier in einem Wettbewerb mit anderen Ländern um geopolitische Einfluss­sphären. Das macht attraktive Partnerschaftsangebote umso notwendiger.

Konkurrenz und Zielkonflikte in der internationalen Industrie­dekarbonisierungspolitik

Eine große Herausforderung für die Ausgestaltung einer Außenpolitik der Industriedekarbonisierung liegt darin, dass das Politikfeld von (Ziel-)Konflikten geprägt ist. Geo- und klimapolitische Ziele etwa stehen augenscheinlich rein industriepolitischen Interessen gegenüber.

China dominiert die Lieferketten für kritische Rohstoffe und grüne Technologien. Das birgt Konfliktpotenzial.

Das Verhältnis Deutschlands und Europas zu China veranschaulicht dies eindrucksvoll. Das Land dominiert, nicht zuletzt aufgrund hoher Subventionen,10 die Lieferketten für grüne Energietechnologien und kann Clean-tech-Produkte weit günstiger herstel­len als die EU und die USA.11 Hinzu kommt die große Abhängigkeit der EU von chinesischen Rohstoffen und Komponenten. Enge (Handels-)Beziehungen mit China sind dem klimapolitischen Ziel der Netto-Null-Emissionen des Industriesektors zwar durchaus zuträglich: Weil kritische Rohstoffe und günstige grüne Technologien ausreichend verfügbar sind, wird die Dekarbonisierung der Industrie leichter. Doch laufen die Abhängigkeiten von China dem industriepolitischen Ziel zuwider, faire internationale Wett­bewerbsbedingungen für grüne Industrien zu schaffen. Daher schützt die EU mit Instrumenten wie Zöllen und der Prüfung chinesischer Direktinvestitionen ihren Markt vor ausgewählten chinesischen Produkten wie Elektrofahrzeugen. Dem geopolitischen Ziel Lieferkettenresilienz steht die Abhängigkeit von China ebenfalls entgegen: Das Land bewies zuletzt 2025 mit Exportbeschränkungen für seltene Erden, dass es bereit ist, Lieferkettenabhängigkeiten zu nutzen, um eigene strategische Interessen durchzusetzen.

Auch das Verhältnis Deutschlands und Europas zu den USA ist im Bereich Industriedekarbonisierung nicht erst seit Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps von Zielkonflikten geprägt. Der sogenannte One Big Beautiful Bill Act (OBBBA), im Juli 2025 auf Trumps Betreiben verabschiedet, beschränkt sukzes­sive die Förderung grüner Technologien, wie sie im Inflation Reduction Act (IRA) der Regierung Biden vorgesehen ist. Zwar diente der IRA auch klima­politischen Zielen, was in der EU begrüßt wurde.

Infobox: Technologische Ansatzpunkte für die Industriedekarbonisierung

Industriedekarbonisierung im Verständnis dieser Studie bedeu­tet Transformation aller Industriezweige mit dem Ziel Netto-Null-Emissionen. Netto-Null heißt, dass der Atmosphäre schwer vermeidbare Restemissionen wieder entzogen und auf Dauer gespeichert werden müssen. Dies ist notwendig, um den globa­len Temperaturanstieg aufzuhalten.a

Industrieemissionen lassen sich grundsätzlich in energie- und prozessbedingte Emissionen unterscheiden. Energiebedingte Emissionen machen 55 Prozent der weltweiten Industrieemissionen aus.b Indirekte energiebedingte Emissionen basie­ren auf der Stromnutzung und können deswegen durch grüne Stromsysteme beeinflusst werden. Direkte energiebedingte Emissionen entstehen aus der Verwendung fossiler Brennstoffe zur Bereitstellung von Energie, besonders von Prozesswärme.c Je nach Industrie kann Prozesswärme durch Umstellungen wie Elektrifizierung oder durch den Einsatz von grünem Wasserstoff bereitgestellt werden.d In diesem Kontext sind auch so­genannte Power-to-X-(PtX-)Technologien äußerst hilfreich, denn sie können in Industriezweigen eingesetzt werden, in denen eine direkte Elektrifizierung nach aktuellem technischem Stand nicht möglich oder nicht ausreichend ist, um Klimaneutralität zu erreichen. Das betrifft zum Beispiel Luft- und Schifffahrt und die chemische Industrie. PtX-Verfahren wandeln grünen Strom in verschiedene Produkte um, beispielsweise Wasserstoff, Ammoniak oder synthetische Kraftstoffe.e Für die Vermeidung energiebedingter Emissionen spielt ein grünes Stromsystem also eine zentrale Rolle.

Rund 45 Prozent der globalen Industrieemissionen sind pro­zessbedingt.f Sie entstehen durch die Nutzung fossiler Brenn- und Rohstoffe in der Produktion. Prozessemissionen sind inter­national die am stärksten wachsenden Emissionen.g Sie betref­fen vor allem die Grundstoffindustrien Metallherstellung (Eisen, Stahl, Aluminium), Herstellung mineralischer Erzeug­nisse (Zement, Kalk, Glas) und Produktion von Grundchemikalien.

Um Prozessemissionen zu vermeiden, müssen neue Produk­tionsverfahren eingeführt oder Roh­stoffe substituiert werden (etwa durch PtX). In der Zement- und Kalkherstellung gelten prozessbedingte Emissionen aus heutiger technologischer Sicht als unvermeidbar. Neben Lösungen wie alternativen Baustoffen und der besseren Kreislaufführung von Zement wird hier, aber auch in anderen Industrien CCS als Lösung diskutiert. Bei diesem Verfahren wird CO2 an der Emissionsquelle abgeschieden und anschließend im Untergrund gespeichert.h Um Netto-Null-Emissionen zu erzielen, müssten die dann noch verblei­benden Industrieemissionen durch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal, CDR) kompensiert werden.i

Die meisten grünen Produktionsverfahren einschließlich Umstellung der bestehenden Produktion oder Einsatz neuer Produktionsverfahren befinden sich noch in der Entwicklungs- oder frühen Demonstrationsphase. Dazu zählen etwa die Nutzung von grünem Wasserstoff bei der Direktreduktion von Eisen in der Primärstahlherstellung oder die Elektrifizierung von Zementöfen.j Viele dieser Verfahren sind hochgradig energieintensiv. Neben den oben genannten technologischen Ansätzen ist für die Industriedekarbonisierung auch der Ausbau der Kreislaufwirtschaft essentiell, also die Wiederverwendung von Rohstoffen und Komponenten, um den Ressourcen­verbrauch zu senken.

Aufgrund ihrer technologischen Komplexität erfordert die Industriedekarbonisierung hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung und Demonstrationsprojekte, Infrastrukturen (zum Beispiel für den Transport von H2 und CO2), Stromnetz­betrieb und Speicher. Die Politik kann wichtige Anreize setzen,k beispielsweise durch intelligentes Strommarktdesign, effiziente Genehmigungsverfahren oder Maßnahmen zur Stärkung von Lieferketten kritischer Rohstoffe und Komponenten.l

Seine Förderinstrumente und Lokalisierungsanforderungen waren aber in die Kritik geraten, da sie als protektionistische Maßnahmen galten, die Nachteile für euro­päische Clean-tech-Firmen bergen.12 Dieses Konfliktfeld wurde durch den OBBBA obsolet, da die Förderung stark eingeschränkt wurde. Für die weiteren Ziele der Industriedekarbonisierungspolitik Deutschlands bildet er jedoch ein Hindernis. So büßen die USA als wichtiger Exportmarkt Deutschlands nun deutlich an Attraktivität als Zielmarkt für grüne Pro­dukte und Technologien ein. Überdies stellt ein durch die US-Politik verlangsamter Markthochlauf grüner Energietechnologien in den USA das Ziel »Netto-Null-Emissionen im Industriesektor bis 2050« in Frage und schwächt Bemühungen, dieses Ziel als internationales industriepolitisches Leitbild zu etablieren.

Infobox: Technologische Ansatzpunkte für die Industriedekarbonisierung

a Umweltbundesamt, »Klimaschutzbegriffe erklärt«, Dessau-Roßlau, 14.7.2025, <https://www.umweltbundes‌amt.de/themen/klima-energie/grundlagen-des-klimawandels/klimaschutzbegriffe-erklaert#klima-oder-treibhausgasneutral> (eingesehen am 6.2.2026).

b United Nations Environment Programme (UNEP), Emissions Gap Report 2025: Off Target. Continued Collective Inaction Puts Global Temperature Goal at Risk, Nairobi 2025, <https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2025>.

c Umweltbundesamt, »Klimaschutz und Dekarbonisierung im Industriesektor«, Dessau-Roßlau 2020, <https://www.‌umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/klima‌schutz-dekarbonisierung-im-industriesektor> (eingesehen am 10.2.2025).

d Florian Zerzawy u.a., Dekarbonisierung der Prozesswärme in der Industrie: Reformoptionen für die prozessbezogenen Entlastungs­regelungen bei der Energie- und Stromsteuer, Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt, 2025 (Climate Change, Nr. 19/2025), <https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/19_2025_cc.pdf> (eingesehen am 25.8.2025).

e International PtX Hub, »About us – PtX Hub«, 2025, <https://ptx-hub.org/about-us/> (eingesehen am 2.6.2025).

f UNEP, Emissions Gap Report 2025 [wie b].

g Mengpin Ge u.a., Where Do Emissions Come From? 4 Charts Explain Greenhouse Gas Emissions by Sector, Washington, D.C.: World Resources Institute, 5.12.2024, <https://www.wri.org/‌insights/4-charts-explain-greenhouse-gas-emissions-countries-and-sectors>.

h Umweltbundesamt, »Technische Kohlenstoffsenken«, Dessau-Roßlau, 25.9.2023, <https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/technische-kohlenstoffsenken> (eingesehen am 26.8.2025).

i Lisa Voigt/Felix Schenuit, CO2-Entnahmepolitik in Deutschland und der Europäischen Union. Aktueller Stand, Trends und politische Konfliktlinien, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Mai 2025 (Forschungsgruppe Globale Fragen, Arbeitspapier Nr. 01), <https://www.swp-berlin.org/publications/products/arbeitspapiere/Arbeitspapier_Forschungsgruppe_Globale_Fragen_01_2025_Mai_2025.pdf> (eingesehen am 8.9.2025).

j Ahmed Gailani u.a., »Assessing the Potential of Decarbonization Options for Industrial Sectors«, in: Joule, 8 (2024) 3, S. 576–603.

k Brilé Anderson u.a., Policies for a Climate-neutral Industry. Lessons from the Netherlands, Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), April 2021 (OECD Science, Technology and Industry Policy Papers, Nr. 108), <https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/‌reports/2021/04/policies-for-a-climate-neutral-industry‌_c80b6df3/a3a1f953-en.pdf> (eingesehen am 26.8.2025).

l International Renewable Energy Agency (IRENA), »Tracking COP28 Outcomes: Tripling Renewable Power Capacity by 2030«, <https://www.irena.org/Digital-Report/Tracking-COP28-outcomes-Tripling-renewable-power-capacity-by-2030> (eingesehen am 25.4.2025); Zerzawy u.a., Dekarbonisierung der Prozesswärme in der Industrie [wie d]; Joseph Cordonnier/Deger Saygin, Financing Solutions to Foster Industrial Decarbonisation in Emerging and Developing Economies, Paris: OECD, 2023 (OECD Environment Working Papers, Nr. 226), <https://www.oecd.org/en/publications/financing-solutions-to-foster-industrial-decarbonisation-in-emerging-and-developing-economies_24a155ab-en.html> (eingesehen am 14.1.2025).

Schließlich erzeugt der Aufbau internationaler grüner Wertschöpfungsketten möglicherweise Kon­flikte zwischen Deutschlands industriepolitischen und geopolitischen Zielen. Einerseits, also aus indus­triepolitischer Sicht, ist Deutschland bestrebt, deut­sche Wertschöpfung in energieintensiven Branchen wie dem Fahrzeugbau zu erhalten sowie Transformationstechnologien wie etwa Halbleiter in Deutschland neu oder wieder anzusiedeln.13 Andererseits verfolgt Deutschland das geopolitische Interesse, möglichst starke, verlässliche Partnerschaften mit gegenseitigem Nutzen einzugehen. Partnerschafts­angebote sind aber nur dann attraktiv, wenn darin die Belange der Part­nerländer anerkannt werden.14 Inwieweit Partnerschaften fair und gerecht sind, bemessen die Länder des Globalen Südens daran, ob sie ihnen einen größe­ren Anteil der Wertschöpfung in Rohstoff- oder Clean-tech-Lieferketten ermöglichen.15 Oberstes Ziel ist grüne, gerechte Entwicklung. Für die deutsche Industrie kann dies Vorteile haben: Grüne Märkte in Partnerländern aufzubauen eröffnet die Chance, Absatzmärkte zu gewinnen und Handelspartner zu diversifizieren.

Ressourcenreiche Länder mit hohem Potenzial für erneuerbare Energien können zudem industrielle Vorprodukte relativ günstig herstellen, beispielsweise grünen Eisenschwamm für die Stahl­herstellung. Importe grüner Vorprodukte wiederum könnten die Produktions­kosten von grünem Stahl in Deutschland senken. Verliert Deutschland dadurch aber Teile der Wertschöpfungskette, können auch Arbeitsplätze in Deutschland verlorengehen.16 Zudem würde Deutschland womöglich verwundbarer gegen­über Lieferengpässen in Sektoren, die sowohl aus ziviler als auch militärischer Sicht strategisch wichtig sind, wie Stahl und Chemie.

Es zeigt sich, dass die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung wegen divergierender Ziele nicht nur komplex ist, sondern auch Zielkonflikte und »Verlierer« mit sich bringen kann. Nicht jede außen­politische Maß­nahme, nicht jede Partnerschaft wird allen Zieldimensionen gleichzeitig gerecht werden können. Dennoch kann und sollte Deutschland in diesem komplexen Umfeld eine wichtige Rolle spielen.

Deutschland in der inter­nationalen Governance der Industriedekarbonisierung

In der Klima- und Industriepolitik verfolgt die Bun-desregierung eine eigene Innen- und Außenpolitik und ist in internationalen Kooperationsformaten aktiv. Gleichzeitig ist die deutsche Politik eng mit der EU-Politik verzahnt: Das EU-Emissionshandelssystem (European Union Emissions Trading System, ETS) beispielsweise reguliert die Emissionen großer deut­scher Industrien. EU-Handelsinstrumente wie der CO2-Grenz­ausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) sind sehr wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

Industriedekarbonisierung als Teil bestehender politischer Strategien

Infolge der Covid-19-Pandemie, des Ukraine-Krieges und schleppender Konjunktur rückte in Deutschland und EU während der letzten Jahre der Zusammenhang zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit und Klimaschutz immer weiter in den Vordergrund. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beauftragte daher den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, einen Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU zu erstellen, der 2024 veröffentlicht wurde. 2025 nahm die EU-Kommission mit dem Clean Industrial Deal Empfehlungen des Draghi-Berichts auf und ent­wickelte damit den Green Deal aus dem Jahr 2019 weiter, um eine wettbewerbsfähige und klimaneutrale europäische Wirtschaft zu schaffen. Ein Kapitel ist der außenpolitischen Flankierung gewidmet, zum Beispiel durch Handelsmaßnahmen wie den CBAM sowie neue Partnerschaften für sauberen Handel und saubere Investitionen (Clean Trade and Investment Partner­ships). Sie sollen zum einen den Zugang der EU zu Rohstoffen, sauberer Energie und sauberen Technologien verbessern. Zum anderen sollen sie Partnerländer bei der Dekarbonisierung unterstützen.17

Die EU hat mit dem Clean Industrial Deal eine Führungsrolle im Themenfeld Industriedekarbonisierung übernommen. Wegen ihrer Hoheit über handels­politische Instrumente und wegen ihrer vielen eige­nen internationalen Partnerschaften in Bereichen wie Energie und Rohstoffe spielt die EU auch für Deutsch­lands Industriedekarbonisierungspolitik eine wichtige Rolle. Deutschland verfügt aber ebenfalls über ein Instrumentarium und relevante Partnerschaften in diesem Themenfeld. Daher ist die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung auch Gegenstand von Strategien unterschiedlicher Ministerien. In der über­gangsweise weiter geltenden Industriestrategie »Industriepolitik in der Zeitenwende« aus dem Jahr 2023 allerdings wird der Industriestandort Deutschland überwiegend im Lichte der Innenpolitik betrachtet. Ausnahme ist die Außenwirtschaftsförderung, die durch eine Klimastrategie ergänzt wurde.18 Die damals eingeführten klimapolitischen Sektor­leitlinien möchte die aktuelle Bundesregierung nun jedoch »flexibilisieren«.19 Mehr außenpolitisch aus­gerichtet ist die Wasserstoff-Importstrategie des frühe­ren Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Sie zielt unter anderem darauf ab, wasserstoffbasierte grüne Wertschöpfung in Partnerländern zu steigern.20

Noch konkreter wurde die Klimaaußenpolitik­strategie, welche 2023 unter Federführung des Aus­wärtigen Amts (AA) gemeinsam mit den damaligen Ministerien BMWK, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) vorgestellt wurde. Ein vorrangiges Handlungsfeld darin bildet eine wett­bewerbsfähige, zukunftsfähige und klimagerechte Wirtschaft. Prioritäten sind die Diversifizierung von Rohstofflieferketten und die Verbreitung von Wasser­stofftechnologien.21 Im Koalitionsvertrag der jetzigen Bundesregierung findet sich der Begriff Klimaaußenpolitik nicht mehr. Außenminister Johann Wadephul bekannte sich zwar grundsätzlich zu ihr und sieht sie unter anderem als Mittel der Außenwirtschaftsförderung, spricht aber auch von einer notwendigen »neue[n] Strategie« und »zielorientierte[m] Pragmatismus«.22 Die Klimaaußenpolitikstrategie ist damit nicht aufgehoben, doch ihr Gegenstand ist unter der aktuellen Bundesregierung in den Hintergrund gerückt.

Anders als die Strategie der Vorgängerregierung23 enthält der 2025 verabschiedete BMZ-Reformplan24 keinen direkten Bezug zur Rolle der Industriedekarbonisierung in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Es bleibt bei einer Ausrichtung von Instrumenten auf den Klimaschutz und Schwerpunkten wie der Zusammenarbeit im Energiesektor und der Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen. Bemerkenswert ist aber, dass die EZ viel unverhohlener als zuvor in den Dienst der Außenwirtschaftsförderung gestellt wird. Im Reformplan ist von konkreten Anknüpfungspunkten für das Engagement deutscher Unternehmen die Rede.

Schon auf der institutionellen Ebene also ist die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung durch Fragmentierung gekennzeichnet: Die Zuständigkeiten liegen beim Auswärtigen Amt, beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), beim BMZ und nach der Restrukturierung der Ministerien 2025 auch beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Momentan fehlt es an übergreifendem Nachdenken darüber, wie Deutschlands internationale Partnerschaften zu den Zielen der Industriedekarbonisierung (siehe Unterkapitel »Ziele der Industriedekarbonisierungspolitik«) beitragen können.

Internationale Kooperationsformate: Ein Status-quo-Überblick

Die Bundesregierung hat im Jahr 2022 den Klimaklub mitgegründet, ein zentrales Kooperationsformat mit dem Schwerpunkt Dekarbonisierung des Stahl- und des Zementsektors. Darüber hinaus ist Deutschland an einer Vielzahl weiterer Initiativen beteiligt, und zwar über die Bundesministerien, aber auch über Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure.25

Mehr und mehr internationale Kooperationsformate befassen sich mit Industriedekarbonisierung.

In den 2020er Jahren ist die Zahl der Governance-Formate im Themenfeld stark angewachsen.26 Dabei zeichnen sich verschiedene Entwicklungen ab. Zum einen beschäftigten sich zuletzt mehr und mehr etablierte Institutionen mit dem Thema Industrie­dekarbonisierung, so die G20, die G7, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) und das Clean Energy Ministerial (CEM), ein Forum von Energieminister:innen. Zum anderen sind neue, spezifischere Institutionen ent-standen. Neben dem Klimaklub, der sich mit der Zement- und der Stahlindustrie befasst, zählen dazu die Initiativen der Breakthrough Agenda (etwa das Hydrogen Breakthrough) und die sektorübergreifende Leadership Group for Industry Transition (LeadIT).27 Diese Initiativen beschäftigen sich in der Regel mit Standards und Definitionen im Kontext CO2-armer Produktion, mit Wissensaustausch, mit Zielen für öffentliche und private Beschaffung, mit Forschung und Entwicklung oder mit Finanzierungsfragen.

Die wachsende Zahl der Initiativen lässt auf ein gesteigertes internationales Interesse an Industrie­dekarbonisierung schließen. Doch die Fortschritte, welche die bestehenden Initiativen bislang erzielen konnten, halten sich in Grenzen. Bei einigen von ihnen liegt dies auch daran, dass sie ihre Arbeit erst vor Kurzem begonnen haben.28 Andere leiden unter der angespannten geopolitischen Lage, welche die Kooperation mit Ländern wie China, Russland und inzwischen auch den USA erschwert.29

Im Hinblick auf Inhalte und Zusammensetzung weisen die Formate diverse Lücken auf. Viele Initia­tiven konzentrieren sich auf den Stahl- und den Zementsektor, einige auch auf Chemie und Aluminium. Vernachlässigt werden hingegen Sektoren wie Plastik, Düngemittel, Glas oder Papier. In der inter­nationalen Kooperation bleibt Industriedekarbonisierung also auf bestimmte Industrien beschränkt und wird nicht als umfassende Agenda verfolgt. Was die Akteurszusammensetzung betrifft, treten immer mehr transnationale Privatsektorinitiativen in Er­scheinung, beispielsweise Mission Possible, SteelZero oder First Movers Coalition. Sie sollten aber grundsätzlich von intergouvernementalen Formaten flankiert werden, die Themen wie CO2-Bepreisung, grüne öffentliche Beschaffung oder Subventionen koordinieren, um faire Wettbewerbsbedingungen für die entstehenden Produkte zu schaffen und Kostensteigerungen sozial abzufedern.30 Charakteristisch für die Governance-Landschaft ist schließlich auch ein Mangel an Inklusivität: Entwicklungsländer sind in den Kooperationsformaten deutlich unterrepräsentiert.31 Dies birgt unter anderem das Risiko, dass in Initiativen die Transformationshemmnisse für Ent­wicklungsländer nicht ausreichend berücksichtigt werden. Länder des Globalen Nordens wie Deutschland können diesen Mangel an Inklusivität zumindest in Teilen ausgleichen, indem sie Kooperationen mit Ländern des Globalen Südens im Themenfeld ver­tiefen.

Bilaterale Kooperationsformate Deutschlands mit Bezug zur Industriedekarbonisierung

Vereinzelt haben Industrieländer bilaterale Koope­rationsformate eingerichtet, die sich ausschließlich mit Industriedekarbonisierung befassen. So haben Schweden und Indien im Kontext von LeadIT eine Industry Transition Partnership vereinbart. Das Vereinigte Königreich und Brasilien kooperieren in Form eines gemeinsamen Industry Decarbonization Hub, unter anderem um Leuchtturmprojekte in der Stahl- und der Zementindustrie zu schaffen.32 Deutschland verfügt über kein bilaterales Koopera­tionsformat, welches sich nur der Industriedekarbonisierung widmet. Eine Reihe von Kooperations­formaten, ist aber zumindest in Teilen für die Indus­triedekarbonisierung relevant.33

Seit 2006 unterhält die Bundesregierung mit immer mehr Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern Klima- und Energiepartnerschaften (dazu zählen Energiepartnerschaften, Energiedialoge und Wasserstoffpartnerschaften), die größtenteils vom BMWE betreut werden. Auf der Agenda dieser Partnerschaften stehen neben erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff punktuell auch Themen wie die Stärkung lokaler grüner industrieller Wertschöpfungsketten im Partnerland (Brasilien, Südafrika) und Carbon Management34 (Vereinigte Arabische Emirate und USA).35 Im 2025 neu gegründeten Energiedialog mit Thailand wurde explizit die Dekarbonisierung der Industrie als Ziel formuliert.36

Ein weiteres für Industriedekarbonisierung relevantes Kooperationsformat des BMWE sind bilaterale Rohstoffpartnerschaften, bis dato mit Chile (2013), Kasachstan (2012), Mongolei (2011) und Peru (2014). Diese Initiativen sind allerdings kaum aktiv. Ihr Ziel war es, privatwirtschaftliches Engagement im Roh­stoffsektor zu verbessern und so die Versorgung mit jenen Rohstoffen zuverlässiger zu sichern, die auch für die Industriedekarbonisierung wichtig sind. Deutsche Firmen zeigten indes wenig Interesse, und es fehlten geeignete Finanzierungsmechanismen.37 Ohnehin ging es bei diesen Initiativen nicht um den Aufbau grüner Wertschöpfung im Partnerland. Im Jahr 2025 vereinbarte die Bundesregierung eine erste neue Partnerschaft im Rohstoffsektor, nämlich mit Kanada. Sie soll die Zusammenarbeit bei Verarbeitung, Veredlung und Recycling von Rohstoffen stärken. Auch soll sie zum De-Risking von Rohstoffprojekten beitragen, beispielsweise durch den gemeinsamen Einsatz des Deutschen Rohstofffonds und des kanadischen Clean Growth and Strategic Innovation Fund.38

Auch das BMZ verfügt mit den Klima- und Entwicklungspartnerschaften seit 2021 über ein Format, das für grüne Industrialisierung Bedeutung hat. Mittlerweile gibt es Partnerschaften mit zwölf Ent­wicklungs- und Schwellenländern. Gegenstand des Formats ist unter anderem nachhaltige wirtschaft­liche Entwicklung.39

Möglichkeiten und Grenzen der bilateralen Beziehungen in der internationalen Industriedekarbonisierung

Das Thema Industriedekarbonisierung besitzt großes Potenzial, die bilateralen Beziehungen sowohl zu Ländern des Globalen Südens als auch Nordens zu intensivieren. Grüne Industrien können als Entwicklungstreiber dienen.40 Die Kooperation bei der grünen Industrialisierung kann Partnerschaften von gegen­seitigem wirtschaftlichem und politischem Nutzen ermöglichen. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist wenig über die Praxis bilateraler Kooperationen der Bundesregierung zur Industriedekarbonisierung bekannt. Die folgenden Teile der Studie sollen mehr Licht ins Dunkel bringen. Zunächst wird erkundet, welches Instrumentenportfolio der Bundesregierung im einschlägigen Themenfeld zur Verfügung steht. Sodann wird betrachtet, wie diese Instrumente in den beiden Fallbeispielen Indien und Kenia bisher angewandt wurden.

Sowohl Indien als auch Kenia sind von besonderer Relevanz für die deutschen bilateralen Beziehungen. Mit beiden ist Deutschland schon heute über Klima- und Entwicklungspartnerschaften eng verbunden. Mit Indien pflegt Deutschland darüber hinaus seit langem eine Energiepartnerschaft. Die Bundesregierung möchte die Beziehungen mit Indien weiter vertiefen41 und sieht hier vielversprechende Möglichkeiten bei grünen Industrien wie Wasserstoff und Batteriespeichern sowie bei kritischen Mineralien.42 Kenia wiederum ist für die Bundesregierung ein wichtiger strategischer Akteur in Ostafrika mit erheblichem Potenzial für grüne Entwicklung.

Außenpolitik der Industrie­dekarbonisierung: Ein Instrumentenportfolio

In der Forschung findet sich aktuell keine Zusammenstellung von Politikinstrumenten, die Regierungen für die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung nutzen können. Allerdings lassen sich in der Literatur zu Klima-, Industrie- und Entwicklungspolitik durchaus Instrumente identifizieren, die grüne Industrialisierung oder die Dekarbonisierung von Industrien voranbringen.43 Sie setzen bei den Heraus­forderungen an, welche die angestrebte Vermeidung von Energie- und Prozessemissionen der Industrie mit sich bringt (siehe Infobox, S. 10). Dazu gehören

Tabelle 2 Instrumentenportfolio für die Industriedekarbonisierungspolitik44

Instrument

Außenpolitisch relevant?

Für bilaterale Kooperation relevant?

Gemeinsame Ziele/Meilensteine für grüne Industrien

ja

ja

Grüne Zielvorgaben/Quoten für grüne öffentliche Beschaffung

ja

ja

Subventionsabbau für fossile Energien

ja

ja

Steuererleichterungen für grüne Technologien

nein

nein

Finanzielle Zusammenarbeit
z.B. Vergabe von zinsgünstigen Krediten und Beteiligungskapital für grüne Technologien, Extraktion und Verarbeitung kritischer Rohstoffe, Infrastrukturaufbau (z.B. Stromnetz, H2-/CO2-Pipelines, Speichertechnologien, Energieeffizienz)

ja

ja

Beratung/Austausch zu Politik und Regulierung
in den Bereichen H2, Energieeffizienz, Carbon Management, CO2-Bepreisung, Materialeffizienz/Recycling, grüne Stromsysteme (z.B. effiziente Genehmigungsverfahren, Strommarktdesign)

ja

ja

Lokalisierungsanforderungen

nein

nein

Zölle, Handelsabkommen

ja

nein

Grüne Produktstandards, Labels, Zertifikate, z.B. Definitionen, Bemessung

ja

nein

Technische Zusammenarbeit
z.B. Kapazitätsaufbau im Bereich grüne Industrie, Stärkung des Bildungssystems, Förderung grüner Fachkräfteausbildung

ja

ja

Forschungs- und Innovationszusammenarbeit
zur Förderung innovativer Technologien wie CCU, CCS, z.B. auch gemeinsame Demonstrationsprojekte

ja

ja

Klimadiplomatie für die Industriedekarbonisierung

ja

ja

Klimafinanzierung mit Schwerpunkt auf grünen Industrien

ja

ja

Multi-Geber-Partnerschaften

ja

nein

Finanzierungshilfen für deutsche Unternehmen, Förderung grüner Auslands­investitionen
z.B. Investitionsgarantien, Exportkreditgarantien, Ausfuhr­pauschalgewährleistungen, Messebeteiligungen, Markterschließungs­programme für grüne Unternehmen

ja

ja

bei­spielsweise der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung von Forschungs- oder Demonstrations­projekten und die Umstellung auf wasserstoffbasierte Produktionsverfahren. Eine wichtige Rolle spielt auch die Sicherung von Rohstoffen und (Vor-)Produkten für grüne Industrien. Die entsprechenden Instrumente sind in Tabelle 2 zusammengestellt. Nicht alle verfüg­baren Instrumente, so zeigt die Tabelle, sind grund­sätzlich auch außenpolitisch relevant. Einige von ihnen, zum Beispiel Zölle, sind zudem nicht für die bilaterale Zusammenarbeit Deutschlands geeignet.

Zum einen können die Instrumente helfen, grüne Nachfrage zu fördern, etwa indem gemeinsame Ziele für die öffentliche Beschaffung formuliert werden.45 Zum anderen können sie bei der Angebotsseite ansetzen und grüne Produktionsverfahren forcieren, zum Beispiel durch technische Zusammenarbeit für Kapazitätsaufbau in der grünen Industrie, Forschungszusammenarbeit oder Anreize für Auslandsinvestitionen.46 Auslandsvertretungen im Partnerland können das Instrument Klimadiplomatie nutzen, um für die Industriedekarbonisierung zu werben. Auch die deutsche Klimafinanzierung ist Teil des Portfolios.

Deutschlands bilaterale Zusammenarbeit für die Industriedekarbonisierung: Fallbeispiele

In den folgenden Fallstudien zu Indien und Kenia wird beispielhaft untersucht, wie das deutsche Instru­mentenportfolio bislang in Partnerländern mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen zum Einsatz kommt. Zudem wird die Industriedekarbonisierung in den jeweiligen Länderkontext eingeordnet.47

Indien: Traditioneller Partner mit neuer Prominenz

Als Kooperationspartner bei der Industriedekarbonisierung genießt Indien für Deutschland einen beson­deren Stellenwert. Indien ist das bevölkerungsreichste Land und die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Premierminister Modi hat das Ziel verkündet, Indien bis 2047 zum 100-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit zum entwickelten Land mit hohem Einkommen zu machen. Aus klimapolitischer Sicht ist es außerordentlich wichtig, dass Indien dieses Ziel mit Hilfe grüner Industrien erreicht.

Deutschland und Indien pflegen seit Jahrzehnten enge bilaterale Beziehungen. Indien war mit 700 Mil­lionen Euro im Jahr 2024 der größte Empfänger klimabezogener öffentlicher Entwicklungsleistungen (Official Development Assistance, ODA) aus Deutschland.48 In den vergangenen Jahren ist Indien als Part­ner der Bundes­regierung noch weiter in den Mittel­punkt gerückt.49 Nicht nur im Grundsatzdokument »Fokus auf Indien« der Ampelregierung aus dem Jahr 2024, sondern auch im Koalitionsvertrag der aktuel­len Bundesregierung wird die Vertiefung der strategi­schen Partnerschaft mit Indien erwähnt. Bei seinem Besuch in Indien im Januar 2026 vereinbarte Bundes­kanzler Merz mit Premierminister Modi, die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder zu ver­tiefen und in Bereichen wie Wasserstoff und kriti­schen Mineralien mehr zusammenzuarbeiten.50

Die Partnerschaft mit Indien ist geostrategisch bedeutsam, doch das Land ist kein einfacher Partner.

Die Partnerschaft mit Indien besitzt große geostrategische Bedeutung. Allerdings ist Indien kein ein­facher Partner. Die Regierung Modi versteht das Land als internationale Führungsmacht und hat neben den wirtschaftlichen auch politische Aufstiegsambitionen.51 Indiens Ansprüche an die Kooperation sind hoch. So sah es das Land als nicht in seinem Interesse an, eine Just Energy Partnership mit den G7-Staaten einzugehen oder dem Klimaklub beizutreten. Innen­politisch hat das Land unter Modi eine Erosion von Menschenrechten und eine Autokratisierung erfah­ren. Trotzdem birgt gerade das Themenfeld Industriedekarbonisierung Potenziale für Deutschlands inten­sivierte Kooperation mit Indien.

Indiens Industrie- und Emissionsprofil

Seine fortschreitende Industrialisierung und sein hohes Bevölkerungswachstum haben Indien zum drittgrößten Emittenten von Treibhausgasen gemacht,52 auch wenn der historische Anteil des Landes am weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen (4 Prozent) und der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß (2,2 t CO2) niedrig sind.

Der Anteil des indischen Industriesektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beläuft sich auf rund 25 Prozent.53 Industrieemissionen machten 2021 ungefähr 30 Prozent der indischen Gesamtemissionen aus.54 Schon heute ist das Land zweitgrößter Stahl- und Zementproduzent der Welt.55 Diese Industrien verursachen knapp 60 Prozent der industriellen Emissionen.56 Indiens Stahlsektor ist im internationalen Vergleich emissionsintensiv. Große Teile der Produktion sind weiterhin kohlebasiert.57 Dies wiegt besonders schwer, da die indische Regierung an­gesichts der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung damit rechnet, dass sich die Stahlproduktion des Landes bis 2030 nahezu verdoppeln wird.58 Weitere dynamisch wachsende Industrien sind der Auto­mobilsektor59, die chemische Industrie60 und die Textilindustrie.61 Diese sind auch für den deutschen Markt wichtig: Chemische Erzeugnisse, Textilien und Maschinen machen rund die Hälfte der Importe aus Indien aus. Die Ausfuhren von Maschinen (27 Pro­zent), chemischen Erzeugnissen (16 Prozent) und Fahrzeugen (15 Prozent) wiederum summieren sich auf knapp zwei Drittel der Exporte nach Indien. Bislang liegt Indien auf Platz 23 der Handelspartner Deutschlands.62 Das Freihandelsabkommen mit der EU von 2026 könnte den Handel weiter ankurbeln.

Zu Indiens hohen Industrieemissionen trägt maßgeblich der kohleintensive Stromsektor bei: 2023 lag der Anteil von Kohle in der Stromerzeugung bei 74 Prozent. Neue Kohlekraftwerke befinden sich im Bau. Rund 70 Prozent der Kohle werden über den Staatskonzern Coal India Limited gefördert.63 Die Kohleregionen sind teilweise in erheblichem Maße abhängig von den Einnahmen aus der Kohleproduktion.64 Zudem ist Indien noch importabhängig, denn rund ein Viertel der Kohle führt das Land aus Indo­nesien ein.65 Der sozial gerechte Kohleausstieg (just transition) hat also noch nicht begonnen.

Dennoch spielen gerade erneuerbare Energien eine wichtige Rolle für Indiens Zukunftspläne. Das Land hat angekündigt, bis 2030 die CO2-Intensität der Wirtschaft um mindestens 45 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken und bis 2070 Netto-Null-Emissio­nen zu erreichen. Der Anteil von Wind- und Solar­kraft am Strommix ist in den letzten Jahren nur langsam gewachsen und liegt nun bei zehn Prozent. Die installierte Kapazität dagegen wurde stark gesteigert: 2025 erreichte Indien 100 GW an installierter Solarkraft. Damit liegt das Land gleichauf mit Deutschland und nimmt nach China und den USA den dritten Platz bei der installierten Solarkapazität ein.66 Bis 2030 möchte Premierminister Modi 500 GW an nichtfossiler Stromkapazität erreichen.67 Der Anteil nichtfossiler Stromkapazität soll laut dem 2026 veröffentlichten nationalen Klimaschutzbeitrag (nationally determined contribution, NDC) bis 2035 von aktuell rund 53 auf 60 Prozent steigen.68

Zu den Herausforderungen für Indiens Energiewende zählt der rapide zunehmende Strombedarf, der das Stromnetz stark unter Druck setzt. Um Strom­ausfälle zu vermeiden, führte die Regierung 2023 Notfallregelungen ein.69 Auch für die Dekarbonisierung des Industriesektors stellt die mangelnde Netz­stabilität ein Problem dar.

Industriedekarbonisierungspolitik in Indien: Ansätze und Herausforderungen

Die Förderung grüner Industrien war lange kein Schwerpunkt indischer Industriepolitik. Bis heute dienen viele industriepolitische Programme allgemeinen Zielen, etwa lokale Produktionskapazitäten und Auslandsinvestitionen zu fördern und die Importabhängigkeit zu verringern.70

Grüne Technologien spielen eine immer wichtigere Rolle in Indiens Industriepolitik.

Indien hat kein Klimagesetz. Mit dem 2008 ein­geführten nationalen Klimaaktionsplan jedoch wurde erstmals die Förderung grüner Industrien auf die Agenda gesetzt. Der Plan ist in diverse »National Missions« unterteilt, die Indiens Führungsanspruch bei grünen Technologien untermauern. So hat die National Solar Mission (NSM) zum Ziel, Indien mit Hilfe verschiedener Programme zum globalen Vor­reiter in der Solarenergie zu machen. Sinn und Zweck der National Mission for Enhanced Energy Efficiency (NMEEE) ist es, mittels Initiativen wie dem Zertifikatehandel im Rahmen des Instruments Perform, Achieve, Trade (PAT) die Energieeffizienz in energieintensiven Industrien zu stärken.71 Im März 2026 führte die indische Regierung einen CO2-Zerti­fikate­handel ein.72 Er soll mit der Zeit das PAT-Schema ablösen 73 Im Zuge ihrer Green Steel Mission setzt die Regierung Anreize für die Nutzung erneuerbarer Energien und Ziele für die öffentliche Beschaffung von grünem Stahl. In diesem Kontext entstand auch die Roadmap for Greening the Steel Sector. Die auf dieser Basis erarbeitete Taxonomie für grünen Stahl liegt in ihrer Ambition mit bis zu 2,2 Tonnen CO2 pro Tonne hergestelltem Stahl aller­dings deutlich unter den inter­national diskutierten Definitionen.74 Auch die National Green Hydrogen Mission soll unter ande­rem der Stahldekarbonisierung dienen und Indien zum globalen Wasserstoff-Zentrum machen.75 2025 kam mit der National Criti­cal Minerals Mission eine weitere Mission hinzu. Sie soll die Rohstoffextraktion und -verarbeitung für die Nutzung in sauberen Ener­gietechnologien voran­bringen.76 Unter der Maßgabe, dass ausreichend finanzielle Ressourcen und techni­sche Kapazitäten aufgebracht werden, könnten sich für Deutschland dadurch längerfristig Perspektiven für den Import von Batteriematerialien aus Indien ergeben.77

CO2-Abscheidung und -Nutzung (Carbon Capture and Utilization, CCU) und CCS sind weitere Technologien, mit denen die indische Regierung ihr Klimaziel verfolgt. Im Dezember 2025 veröffentlichte das For­schungsministerium seine R&D Roadmap to Enable India’s Net Zero Goals through Carbon Capture, Utili­zation, and Storage (CCUS).78 Darin wird disku­tiert, inwieweit sich CCS und CCU in der Stahl-, der Zement- und der Chemieindustrie, in Raffinerien und in der Ölförderung (Enhanced Oil Recovery, EOR) nutzbar machen lassen. Um die Roadmap zu unter­stützen, führte die Regierung in ihrem Haus­halt 2026 erstmals Fördermittel für CCU- und CCS-Projekte ein.79

Die indische Regierung präsentiert grüne Indus­trien nun zunehmend als Chance für die wirtschaft­liche Entwicklung des Landes. In diesem Zusammenhang steht Indien vor großen Herausforderungen, die viele Anknüpfungspunkte für die Koopera­tion mit Deutschland bieten. Dazu zählen der Ausbau erneu­erbarer Energien, der Aufbau einer Wasserstoff­wirtschaft, Rohstoffabbau, die Förderung von CCU und CCS sowie die Mobilisierung grüner Investitionen.80

Bilaterale Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung der Industrie

In der bilateralen Kooperation mit Indien werden die Instrumente aus dem Portfolio (siehe Tabelle 2, S. 18) zwar grundsätzlich genutzt, doch selten ist Industriedekarbonisierung erklärtes Ziel der Maßnahmen (siehe Tabelle 3 im Anhang). Eine Ausnahme bildet die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI). Sie ist aktuell im BMUKN verankert; einzelne Projekte finanziert auch das AA. Seit 2024 ist Indien eines von 14 IKI-Schwerpunktländern.81 Die IKI fördert im Rah­men ihres Handlungsfelds »Minderung von Treibhausgasen« explizit Projekte für die Dekarbonisierung der Industrie. Vorgesehen ist, Ländern bei der Ent­wicklung nachhaltiger Industrialisierungsstrategien zu helfen, Dekarbonisierungspfade für bestimmte Industrien voranzubringen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken.82 Deutschland unterstützt durch die IKI auch die Aktivitäten Indiens bei LeadIT83 – die bilaterale Zusammenarbeit wird also auch genutzt, um diese internationale Initiative fortzuentwickeln. Ebenfalls von der IKI finanziert wird der International PtX Hub. Er hat den Markthochlauf nachhaltiger strombasierter Grund- und Kraftstoffe zum Ziel und trug dazu bei, die Green Hydrogen Task Force im Rahmen des Deutsch-Indischen Energieforums (IGEF, siehe S. 25) aufzubauen, unter anderem durch Beratung und Wissensaufbau zu PtX.84 Damit treibt die IKI unübersehbar die Industriedekarbonisierung in Indien voran. Über Projekte im Themenfeld »Nach­haltige Energieversorgung, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz« fördert die Initiative zudem ein grünes Stromsystem, was in Hinblick auf energie­bedingte Emissionen implizit ebenfalls dem Fortschritt bei grünen Industrien dient.

Viele deutsche Ministerien sind mit zahlreichen Instrumenten an der bilateralen Kooperation beteiligt. Das macht diese nicht einfacher.

Das BMZ hat in seiner Zusammenarbeit mit Indien nicht ausdrücklich einen Schwerpunkt auf grüne Industrien gelegt. Der BMZ-Reformplan von 2026 sieht vor, dass sich die Kooperation mit Indien und anderen Schwellenländern in Zukunft auf Klima- und Umweltschutz sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit konzentriert.85 Grüne Industrien könnten daher in diesem Kontext künftig eine prominentere Rolle ein­nehmen. Aktuell bilden erneuerbare Energien und Energieeffizienz einen Arbeitsschwerpunkt.86 Projekte für mehr Netzintegration erneuerbarer Energien (190 Millionen Euro) und mehr klimafreundliche Energieerzeugung (95 Millionen Euro)87 gehörten 2024 zu den größten ODA-geförderten Vorhaben. Die im selben Jahr gegründete »Deutsch-indische Platt­form für Investitionen in erneuerbare Energien welt­weit« soll zusätzliche Investitionen auch im Bereich grüne Technologien mobi­lisieren.88 Seit 2022 exis­tiert eine Klima- und Entwicklungspartnerschaft des BMZ mit Indien. Ebenso zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört der Ausbau erneuerbarer Energien.89 Kreislaufwirtschaft, Ausstieg aus der Kohleverstromung und Ausgestaltung von Kohlenstoffmärkten bilden ebenfalls Tätigkeitsfelder der Partnerschaft.90 Deutschland unterstützt Indien bis 2030 mit zehn Milliarden Euro für Projekte, um die Ziele der Partner­schaft zu erreichen. Umgesetzt werden diese über Dialogformate sowie technische und finanzielle Zusammenarbeit.91

Das BMZ finanziert seit 2023 mit dem PtX-Entwick­lungsfonds der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein weiteres Format zur PtX-Förderung. Der Fonds ist mit 270 Millionen Euro ausgestattet und vergibt Zu­schüsse an PtX-Projekte in Indien und weiteren Län­dern.92 Darüber hinaus enthält das Gesamtportfolio der KfW in Indien nur vereinzelt Projekte mit indus­trierelevantem Schwerpunkt, etwa ein Projekt, das zur besseren Energieeffizienz in energieintensiven Sek­toren beitragen soll.93 Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) sorgt mit Unter­stützung der KfW dafür, dass die deutsche Wirtschaft Finanzierungshilfen wie Kredite und Kapitalbeteiligungen erhält, um in Indien im Bereich Infrastruktur und Energie, darunter auch grüner Wasserstoff, aktiv werden zu können.94

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert seit 2010 gemein­sam mit dem indischen Forschungsministerium die Forschungszusammenarbeit mit Indien. Dafür wurde das Indo-German Science and Technology Centre (IGSTC) ins Leben gerufen.95 Gefördert werden auch industrierelevante Themen wie neuartige Materialien (advanced materials) im Energiebereich sowie Energie­speichersysteme. 2023 veröffentlichten Deutschland und Indien im Zuge ihrer Regierungskonsultationen eine gemeinsame Vision, die India-Germany Vision to Enhance Cooperation in Innovation and Technology. Einer der Bereiche, die mehr in den Mittelpunkt der Kooperation rücken sollen, sind saubere Technologien einschließlich grüner Wasserstoff. Als gemeinsames Interesse wird die Dekarbonisierung der Wirt­schaft betont.96

Über das BMWE können Instrumente der grünen Außenwirtschaftsförderung genutzt werden, die unter anderem dem De-Risking grüner Auslandsinves­titionen dienen sollen. Die sogenannten UFK-(ungebundene Finanzkredite)-Garantien des Kreditversicherers Euler Hermes ermöglichen es, Förder­mittel für Projekte mit Beteiligung deutscher Unter­nehmen in den Bereichen Rohstoffe und Klima, darunter Wasserstoff und erneuerbare Energien, zu vergeben.97 Die Agentur Germany Trade and Invest (GTAI) stellt Informationen über Auslandsmärkte bereit, um Investitionen des deutschen Mittelstands in Partnerländern zu erleichtern.98 Einer ihrer Arbeitsbereiche ist der Export von Wasserstofftechnologie. Mit der Exportinitiative Energie fördert das BMWE zudem kleine und mittlere Unternehmen im Bereich klimafreundliche Energietechnologien bei der Markterschließung in Partnerländern. In Indien liegt der Fokus 2026 auf Biogas und Wasserstoff.99 Teil der Exportinitiative ist das Renewable-Energy-Solutions-Pro­gramm (RES). Es bietet Beratung und finanzielle Unterstützung zur internationalen Vermarktung von Technologien.100 Projekte zur industriellen Energie­effi­zienz und zu Wasserstoff sind ebenfalls antrags­berechtigt. Neben dem RES kann in Indien auch das Projektentwicklungsprogramm (PEP) genutzt werden. In dessen Rahmen ist das Engagement der GIZ (in Kooperation mit der Auslandshandelskammer, AHK) hervorzuheben: Sie bringt Industrieunter­nehmen mit hohen Energiekosten und -bedarfen im Partnerland mit solchen Unternehmen in Deutschland zusammen, die Lösungen in Form klimafreund­licher Technologien anbieten können.101 Das Ziel lautet, Anreize für Tech­nologietransfer und grüne Märkte zu schaf­fen. Zusätz­lich zu den Instrumenten der Außenwirtschaftsförderung steht dem BMWE in Gestalt des IGEF ein wichti­ges Kooperationsformat mit weiteren Instrumenten zur Verfügung.102 2024 wurde eine Unterarbeitsgruppe des IGEF eingerichtet, die sich mit grünem Wasser­stoff befasst. Sie betreut die Umsetzung der Indo-German Hydrogen Roadmap und defi­niert Koopera­tionsfelder wie die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Standardisierung und Regulierung sowie die gemeinsame Förderung von Leuchtturmprojekten. Ziel ist die De­karbonisierung energieintensiver Industriezweige wie Stahl, Dünge­mittel und Schifffahrt. Diskutiert wird zudem über Transport und Speicherung von Wasserstoff sowie über Zertifizierungsfragen. Andere Arbeitsgruppen des IGEF beschäftigen sich mit Energie­effizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien. In den letzten Jahren hat sich das IGEF also nicht nur klassischen Energiewendethemen gewidmet, sondern mehr und mehr auch der Industriedekarbonisierung mit Schwer­punkt Wasserstoff. 2026 hat das BMWE seine Koope­rationsbemühungen mit einer bilateralen Verein­barung zur Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen ergänzt. Sie sieht unter anderem vor, dass Indien und Deutschland bei Forschung und Innovation sowie beim Infrastrukturaufbau intensiver zusammenarbeiten. Neben dem Rohstoffabbau und dem gemein­samen Streben nach mehr Lieferkettenresilienz wollen Indien und Deutschland auch die »Down­stream«-Wert­schöpfungskette stärken, also Aktivi­täten am Ende des Produktionsprozesses in beiden Ländern.103

Kenia: Grünes Vorzeigeland mit Potenzial für grüne Industrialisierung

Auch Kenia ist für Deutschland ein relevantes Partner­land im Themenfeld Industriedekarbonisierung. Es verfügt über günstige Ausgangsbedingungen im Ener­giesystem und hat beachtliches politisches und wirt­schaftliches Gewicht auf dem afrikanischen Kontinent.

In Ost- und Zentralafrika ist Kenia die größte Volkswirtschaft und das am höchsten industrialisierte Land. 2007 veröffentliche die kenianische Regierung die Strategie »Vision 2030«, um bis 2030 die Transformation vom Entwicklungsland zum Schwellenland mit mittlerem Einkommen zu vollziehen. Dabei spielt der Industriesektor eine bedeutende Rolle.

Mit seinen rund 57,5 Millionen Einwohner:innen hat Kenia die siebtgrößte Bevölkerung der Länder Afrikas.104 In den vergangenen Jahren verzeichnete es ein bemerkenswertes Bevölkerungs- und Wirt­schafts­wachstum. Die Arbeitslosigkeit, besonders unter jungen Menschen, ist dennoch hoch. Seit 2024 führte dies wiederholt zu teils gewaltsamen Protesten, die von der Polizei niedergeschlagen wurden und etliche Todesopfer forderten. Infolge dieser Ereignisse wurde auch die Regierung neu gebildet.105 Angesichts dieser Herausforderungen haben Klimaschutz und Indus­triedekarbonisierung derzeit keine Priorität auf der politischen Agenda des Staatspräsidenten William Ruto. Trotz hoher Klimaambitionen ist auch Kenia damit zu einem schwierigeren Partnerland geworden.

Kenias Industrie- und Emissionsprofil

Kenia verursacht weniger als 0,1 Prozent der globalen CO2-Emissionen106 und ist von der Landwirtschaft geprägt, die etwa ein Fünftel des BIP ausmacht.107 Knapp 50 Prozent der Bevölkerung sind in diesem Sektor beschäftigt.108

Präsident Ruto verkündete 2024 das Ziel, den Anteil der verarbeitenden Industrie am BIP bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern,109 gegenüber 7,3 Prozent im Jahr 2024.110 Sie verursacht 3,5 Prozent der Treib­hausgase.111 Doch im Zuge des Wirtschaftswachstums entwickeln sich emissionsintensive Sektoren wie Zement, Stahl und Chemie dynamisch.112 Eisen- und Stahlimporte steigen, und 2022 wurde in Kinango unweit der Millionenstadt Mombasa eine neue Roh­stahlfabrik in Betrieb genommen.113 Bei chemischen Produkten, vor allem Düngemitteln für die Landwirtschaft, ist Kenia hochgradig importabhängig.114 Auch in den Handelsbeziehungen mit Deutschland schlägt sich dies nieder. Chemische Erzeugnisse machen 29 Prozent der Importe aus. Deutschland importiert aus Kenia wiederum vornehmlich Nahrungsmittel (54 Prozent der Importe) und Rohstoffe (35 Prozent).115 2023 schloss Kenia mit der EU ein bilaterales Handels­abkommen (Economic Partnership Agreement), das ein ausdrückliches Bekenntnis zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens enthält. Als Handelspartner könnte Kenia also noch an Bedeutung gewinnen.

Mit 90 Prozent weist Kenias Strommix einen ungewöhnlich hohen Anteil von erneuerbaren Energien auf.

Für eine grüne Industrialisierung verfügt Kenia über eine zentrale Voraussetzung: Mit 90 Prozent hat das Land einen ungewöhnlich hohen Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. Das liegt am besonderen Potenzial für Geothermie, die allein 45 Prozent des Strommixes ausmacht.116 In ihrem neuen Klima­schutzbeitrag (nationally determined contribution, NDC) jedoch, den die kenianische Regierung 2025 vorlegte, verschob sie ihr Ziel, bis 2030 100 Prozent kenianischen Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, auf das Jahr 2035.117 Bis dahin sollen die Emissionen um 35 Prozent im Vergleich zum »Busi­ness as usual« – also den zu erwartenden Emissionen ohne weitere Politikmaßnahmen zur Emissionsminderung – sinken. Eigene fossile Ressourcen, das heißt Kohle, Erdöl oder Erdgas, nutzt Kenia bislang nicht. Im Entwurf der neuen National Energy Policy betont die Regierung immerhin deren wirtschaftliche Ent­wicklungsmöglichkeiten. Bislang ist Kenia komplett von Kohleimporten abhängig, die für die Stromproduktion und die Industrie gebraucht werden.118 Auch seine Rohstoffvorkommen, darunter Eisenerz, Kupfer und Graphit, fördert Kenia bislang nicht.119

Mit fortschreitender Industrialisierung ist zu erwarten, dass in Kenia die Emissionen infolge von Industrieprozessen steigen, wenn nicht auf grüne Produktionsweisen (siehe Infobox, S. 10) umgestellt wird. Grüne Industrialisierung kann für Kenia auch eine Chance sein, sich aus der hohen Importabhängigkeit bei fossilen Energieträgern und Düngemitteln zu lösen. Allerdings ist das Land dafür stark von inter­nationaler Finanzierung abhängig. Die stromintensiven grünen Industrien sind zusätzlich mit dem Pro­blem konfron­tiert, dass das kenianische Stromsystem unter häufigen Stromausfällen leidet. Auch zählt Kenia zu den Ländern des afrikanischen Kontinents mit den höchsten Strompreisen, da der Strommarkt strukturelle Schwächen aufweist, etwa mangelnden Wettbewerb und hohe Preise für die dieselbetriebenen thermischen Kraftwerke des Landes.120

Industriedekarbonisierungspolitik in Kenia: Ansätze und Herausforderungen

In einer Reihe von Strategiedokumenten hat die keni­anische Regierung das Thema (grüne) Industrialisierung in den Blick genommen. Dazu zählt der bereits erwähnte, 2025 eingereichte Klimaschutzbeitrag. Schon unter Präsident Uhuru Kenyatta veröffentlichte die Regierung 2016 den Kenya Green Economy Strat­egy and Implementation Plan 2016–2030, in dem Arbeitsfelder für die Transformation hin zu einer »grünen« Wirtschaft identifiziert werden.121 Im selben Jahr wurde ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, das im Jahr 2023 novelliert wurde. Auf dessen Basis entwickelt die Regierung einen Kohlenstoffmarkt, der unter anderem grüne Technologien fördern soll. Geplant ist der Anschluss an den inter­nationalen Zertifikatehandel im Rahmen des Pariser Klima­abkommens.122 Auch sollen Zertifikate eingeschlossen werden, die durch CCU und CCS entstehen. Mit Octavia Carbon läuft in der Nähe eines Geothermiefeldes im Rift Valley die erste Anlage des Globalen Südens für Direct Air Capture (DAC).123 Sie scheidet CO2 aus der Umgebungsluft ab und speichert es im Untergrund. Technologien aus dem Bereich Carbon Management sind damit bereits heute Teil der klima­politischen Agenda des Landes.124

Besonderes Potenzial sieht die aktuelle Regierung in grünem Wasserstoff.125 Die 2023 in Kooperation mit der EU und der GIZ veröffentlichte Green Hydro­gen Strategy and Roadmap for Kenya sieht vor, Wasserstoff in der Produktion von grünem Ammoniak, Methanol, synthetischen Kraftstoffen, Stahl und Zement einzusetzen. Grüner Wasserstoff ist zunächst nicht für den Export vorgesehen, da in Kenia produ­zierter Wasserstoff bis auf Weiteres international nicht wettbewerbsfähig sein wird, nicht zuletzt auf­grund hoher Stromkosten. Ein Schwerpunkt der Strategie liegt auf der Substitution von Düngemittel­importen durch die heimische Produktion von grünem Ammoniak und Methanol.126

Kenias Energy Transition and Investment Plan von 2023 betont darüber hinaus das Potenzial des Landes für die lokale Produktion sauberer Energietechnologien wie Photovoltaik oder Batterien und den Aufbau energieintensiver Industrien wie Aluminium und grüner Rechenzentren.127

Wiederholt hat die kenianische Regierung in den vergangenen Jahren auf internationalem Parkett ihre Klimaschutzambitionen bekräftigt. 2023 richtete Kenia in Nairobi den ersten Afrikanischen Klima­gipfel (Africa Climate Summit) aus. In der Abschlusserklärung bekennen sich die teilnehmenden afrika­nischen Länder zu grüner Produktion und grünen Wertschöpfungsketten sowie grüner Industrialisierung. Im selben Jahr brachte Präsident Ruto auf der UN-Klimakonferenz in Dubai (COP28) gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten Staatsoberhäupter mehrerer afrikanischer Länder zusammen, um eine Africa Green Industrialisation Initiative zu gründen. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die grüne Transformation auf dem gesamten afrikanischen Kontinent voranzutreiben.128

Für seine grüne Industrialisierung setzt Kenia auf internationale Geldgeber.

Bei der Umsetzung ihrer ehrgeizigen Pläne steht die kenianische Regierung vor großen Herausforderungen. Hier sind zunächst die aktuellen politischen Unruhen zu nennen, ebenso die Probleme des Strom­systems. Hinzu kommt die Unsicherheit infolge der hohen Finanzierungsbedarfe für die Transformation: Ein Großteil der Ziele des kenianischen Klimaschutzbeitrags von 2025 soll durch internationale Unterstützung bei Finanzierung, Technologieentwicklung und -transfer, Kapazitätsaufbau und Teilnahme an CO2-Märkten verwirklicht werden.129 Auch kommt die Wasserstoffwirtschaft nur schleppend in Gang. Diverse Projekte sind in Planung, aber bislang wurde keines begonnen. Schließlich dürften die zu erwartenden hohen Preise für den in Kenia hergestellten wasserstoffbasierten grünen Dünger sich nachteilig auf die Ernährungssicherheit in Kenia auswirken.130 Für Deutschlands Zusammenarbeit mit Kenia bieten sich also viele Anknüpfungspunkte. Das betrifft unter anderem Wasserstoff, die Stabilisierung des Stromnetzes und die Umsetzung von CCU-, CCS- und DAC-Projekten.

Bilaterale Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung der Industrie

Die bilaterale Kooperation der Bundesregierung mit Kenia zum Themenfeld Industriedekarbonisierung findet im Rahmen unterschiedlicher Instrumente und Programme statt, wie Tabelle 4 im Anhang veranschaulicht. In der EZ mit Kenia gibt es zwei Kernthemen der Zusammenarbeit, die für grüne Industrien wichtig sind: »Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung« sowie »Klima und Energie, Just Tran­sition«.131 Zu den größten vom BMZ finan­zierten Minderungsprojekten zählen der Ausbau des Olkaria-Geothermieprojekts und der PtX-Dialog.132 Dieser bietet Trainings für politische Entscheidungsträger:innen zum Thema PtX an. In Kenia konzen­triert sich die Arbeit darauf, den nationalen Markt zu entwickeln sowie Wertschöpfung im Land für Chemie­industrie, Schifffahrt und nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) zu generieren.133 Auch der PtX-Entwick­lungsfonds der KfW steht in Kenia zur Verfügung.134 In den vergangenen Jahren finanzierte die KfW zudem vereinzelt Projekte, die für grüne Industrien relevant sind, darunter aktuell ein Projekt zur Entwicklung des Geothermiefelds Bogoria-Silali.135 Die DEG förderte den Bau des Malindi-Solarparks, das Geothermiekraftwerk Olkaria und den Lake-Turkana-Windpark.136 Auch die GIZ führt in Kenia einschlägige Projekte durch, etwa zu Wasserstoff, aber auch zur Umstellung der Stromerzeugung des Landes auf 100 Prozent erneuerbare Energien, indem dort die technischen und behördlichen Grund­lagen sowie die Netzintegration erneuerbarer Ener­gien verbessert werden.137 Ein weiteres Thema ist der Aufbau von Kapazitäten für die Teilnahme an Kohlen­stoffmärkten.138

Im Jahr 2022 vereinbarte Deutschland eine Klima- und Entwicklungspartnerschaft mit Kenia mit einem Finanzvolumen von 112 Millionen Euro, unter ande­rem für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen, der Elektromobilität und den Aufbau von Produktions­kapazitäten für grünen Wasserstoff.139 Das BMZ greift Kenia im Rahmen der Partnerschaft bei der Umsetzung seiner Wasserstoffstrategie unter die Arme und gewährte ein Darlehen von 60 Millionen Euro.140

Grüner Wasserstoff bildet einen Schwerpunkt aller deutscher Ministerien in der Zusammenarbeit mit Kenia.

Das Auswärtige Amt wiederum eröffnete 2024 in Nairobi ein Wasserstoffdiplomatie­büro. Es soll eben­falls einen Beitrag zum Gelingen der Klima- und Entwicklungspartnerschaft leisten, und zwar indem es den hochrangigen Dialog zwischen Kenia und Deutschland in den Bereichen Energiewende, grüner Wasserstoff und klimaneutrale Wertschöpfungs­ketten voranbringt.141

Das BMWE hingegen ist in Kenia weniger aktiv. Es betätigte sich in der Vergangenheit systematisch nur im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), fördert heute aber dennoch vereinzelt Projekte, etwa zu erneuerbaren Energien, auch um die indus­trielle Entwicklung anzu­kurbeln.142 Auch fördert das BMWE ein großes Projekt der Organisation der Verein­ten Nationen für industrielle Entwicklung (United Nations Industrial Development Organization, UNIDO), welches vor allem die grüne Industrialisierung for­cieren soll. Dieses Projekt unterstützte Kenia bei der Integration emissionsfreier Industrien in sein neues NDC.143 Ferner befasst sich das BMWE im Rahmen der Außenwirtschaftsförderung mit Kenia. Regionale Netzintegration und Ausbau einer resilienten Netz­infrastruktur bilden die Schwerpunkte, welche wiede­rum die Export­initiative Energie 2026 für Kenia gesetzt hat. Das RES-Programm (siehe Unterkapitel »Indien: Traditioneller Partner mit neuer Prominenz») in Kenia widmet sich 2026 dem Thema industrielle Wärme- und Kälteversorgung, das einen direkten Bezug zur Industriedekarbonisierung hat.144 Überdies gehört Kenia wie auch Indien zu jenen ausgewählten Ländern, in denen die GIZ im Rahmen der Export­initiative Energie das Projektentwicklungsprogramm (PEP) durchführt.145 Ein Projekt beispielsweise soll der Umstellung von grauem auf grünen Wasserstoff dienen.146 Deutschen Unternehmen stehen schließlich auch in Kenia die Garantieinstrumente der Bundes­regierung (UFK und Klima-UFK) sowie die GTAI zwecks Unterstützung der Markterschließung zur Verfügung.

Fazit zur bilateralen Kooperation mit Indien und Kenia

Der Vergleich zwischen dem großen Schwellenland Indien und dem eher kleinen Entwicklungsland Kenia zeigt, wie unterschiedlich der Kontext für die Industriedekarbonisierung in Deutschlands etablierten Partnerländern ist: Indien verfügt über Industrien mit hohen Emissionen wie Stahl und Chemie. Das Land will grüne Industriezweige wie Photovoltaik, industrielle Energieeffizienz und Wasserstoff aufbau­en und dort eine internationale Führungsrolle ein­nehmen. Wegen des kohleintensiven Strommixes sind die Ausgangsbedingungen dafür aber schwierig. Kenia hingegen hat bislang kaum energieintensive Industrien, strebt auf seinem Entwicklungspfad jedoch an, grüne Industrien wie Aluminium, Photo­voltaik oder synthetische Kraftstoffe aufzubauen. Mit seinem grünen Stromsystem hat es dafür theo­retisch gute Voraussetzungen. Als große Herausforderungen erweisen sich hier allerdings die mangelnde Netzinfrastruktur, hohe Strompreise und erhebliche Finanzierungsbedarfe.

Die Fallstudien zeigen, dass in der Kooperation mit beiden Ländern Teilaspekte der Industriedekarbo­nisierung bereits eine Rolle spielen (siehe Tabellen 3 und 4 im Anhang). Doch die praktische Zusammenarbeit im Themenfeld ist stark fragmentiert und kom­plex: Viele verschiedene Ministerien und weitere Akteure sind mit diversen Programmen, Aktivitäten und Formaten beteiligt. Es ergibt sich kein kohärentes Bild einer zielgerichteten Außenpolitik der Industriedekarbonisierung.

Außerdem ist ein Großteil der Maßnahmen, die Deutschland finanziert, in erster Linie darauf aus­gerichtet, die Stromsektordekarbonisierung im Part­ner­land voranzutreiben. Deshalb sind sie Themen wie dem Ausbau von erneuerbaren Energien und Netz­infrastruktur sowie Energieeffizienz gewidmet. Grüner Wasserstoff bildet einen weiteren wichtigen Lösungs­weg für die Industriedekarbonisierung und spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle in der Kooperation mit beiden Ländern.

Die außenpolitischen Maßnahmen der Bundes­regierung im Themenfeld sind in den Partnerländern Kenia und Indien nur in Teilen strategisch an den Zielen der Industriedekarbonisierungspolitik (siehe Tabelle 1, S. 8) orientiert: Instrumente, die zur Förde­rung erneuerbarer Energien genutzt werden, sind beispielsweise auch den klimapolitischen Zielen dien­lich, die Industriedekarbonisierung zu beschleunigen, grüne Wertschöpfung voranzutreiben und Anreize für grüne Inves­titionen zu setzen. Das konkrete Ziel Netto-Null-Emissionen im Industriesektor aber ist bislang aus der Kooperation ausgeklammert, denn ein grüner werdendes Stromsystem und grüner Wasserstoff reichen nicht aus, um Netto-Null-Emissionen der Industrie zu erreichen. Zusätzlich dazu müsste die Industrie umfassend auf CO2-arme Produktionsverfah­ren umgestellt und CO2 entnommen werden, um Restemissionen künftig auszugleichen. In diesem Kontext fehlen Instrumente wie gemeinsame Ziel­vorgaben für die grüne öffentliche Beschaffung, welche die Entwicklung grüner Leitmärkte gemeinsam voranbringen könnten (siehe Tabellen 3 und 4 im Anhang).

Gemeinsame Ziele oder Meilensteine für grüne Industriezweige gibt es nur in Indien und nur für den Bereich Wasserstoff, nicht aber für Stahl, Chemie, Zement oder Düngemittel, wo auch technologische Ansätze wie CCS und CCU eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Das Ziel der grünen Industriepolitik, Netto-Null-Emissionen in der Industrie als internationales Leitbild zu etablieren, wird damit bislang nicht systematisch in die Kooperationsbemühungen integriert. Ebenfalls nur unzureichend wird das Ziel verfolgt, globale Industrieinvestitionen auf Netto-Null auszurichten, solange sich Anreize für grüne Investitionen in Indien und Kenia vornehmlich auf den Energiebereich und kaum auf prozessbedingte Industrieemissionen konzentrieren. Das geopolitische Ziel wiederum, Partnerschaften zum gegenseitigen Vorteil zu pflegen, wird mit Hilfe einiger außen­politischer Instrumente angegangen. Besonderes Augenmerk gilt der Förderung von Wasserstoff und industriellen Vorprodukten im Kontext von PtX, etwa Ammoniak oder grünen Kraftstoffen. Die Wasserstoffförderung dient – gemeinsam mit Instrumenten der Außenwirtschaftsförderung – gleichzeitig dazu, Lieferkettenresilienz zu sichern. Was dies betrifft, ist in Indien mit dem gemeinsamen Bekenntnis zur Kooperation bei kritischen Rohstoffen 2026 ein weiterer neuer Impuls hinzugekommen.

In den Kooperationsbemühungen mit Kenia und Indien sind also auf der einen Seite bereits diverse Aktivitäten zu beobachten, die zur Industriedekarbonisierung beitragen. Auf der anderen Seite bestehen thematische Lücken, und das Thema Industrie­dekarbonisierung ist nicht prominent auf der jeweili­gen Kooperationsagenda platziert. Beide Länder haben jedoch große Potenziale als Partner in diesem Themenfeld – als (zukünftige) grüne Märkte, als Lieferanten für Rohstoffe und industrielle Vorprodukte, als Impulsgeber für Netto-Null-Emissionen in der Industrie im jeweiligen regionalen Kontext und als starke Verbündete, mit denen die Bundesregierung gemeinsame Themen wie faire Wettbewerbsbedingungen für grüne Industrien international voranbringen könnte.

Bilaterale Beziehungen können der Industriedekarbonisierung nützen, wenn sie strategisch gestaltet sind.

Exemplarisch unterstreichen die Fallstudien, dass bilaterale Beziehungen erhebliches Potenzial für die Industriedekarbonisierung entfalten können. Voraus­setzung ist, dass die vorhandenen Instrumente stra­tegisch verwendet werden und systematisch an den Zielen der Industriedekarbonisierung ausgerichtet sind. Nicht zuletzt trägt die bilaterale Kooperation mit Indien dazu bei, die Abhängigkeit in den Handelsbeziehungen zu China und zunehmend auch zu den USA zu reduzieren. In Kauf nehmen muss Deutschland, dass sich Teile der Wertschöpfung in der Indus­trieproduktion in Partnerländer verlagern (siehe Unterkapitel »Konkurrenz und Zielkonflikte in der internationalen Industriedekarbonisierungspolitik»). Dies ist notwendig, um Win-win-Partnerschaften zu schaffen. Zwar eröffnet sich dadurch ein Spannungsfeld zwischen Industrie- und Geopolitik. Das ändert aber nichts daran, dass eine fortschreitende indus­trielle Dekarbonisierung, wie im BMZ-Reformplan avisiert, diverse »Anknüpfungspunkte für das Engagement deutscher Unternehmen« bietet.147

Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der Außenpolitik der Industrie­dekarbonisierung

Auf dem Weg zu den Klimazielen des Pariser Abkom­mens schreitet die Industriedekarbonisierung zu lang­sam voran. Sie muss, wie die Studie zeigt, international gedacht werden, um erfolgreich zu sein. In ihrer außenpolitischen Dimension ist die Industriedekarbo­nisierung gleichzeitig Klima-, Industrie- und Geopolitik. Die Praxis lehrt, dass sich die damit verknüpften Interessen nicht immer in Einklang bringen lassen und zu Konflikten wie etwa Handelsstreitigkeiten geführt haben. Fortschritte bei der internationalen Industriedekarbonisierung sind dennoch unzweifelhaft im Interesse Deutschlands.

Auf der strategischen Ebene ist die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung fragmentiert: Teil­aspekte finden sich in mehreren (teilweise veralteten) Strategien verschiedener Ministerien wieder, was eine systematischere Koordination der Aktivitäten erschwert. In der öffentlichen Wahrnehmung ist die außenpolitische Dimension der Industriedekarbonisierung stark vom Engagement der Bundesregierung im Klimaklub geprägt. Doch auch darüber hinaus sind deutsche Akteure in einschlägigen internationalen Foren aktiv, die sich mit dem Thema immer intensiver befassen. Hauptbereiche der Zusammen­arbeit dort bilden grüner Wasserstoff, Stahl und Zement.148 Vielfältig sind die Aktivitäten der multi­lateralen, plurilateralen, transnationalen und Public-private-Partnerschaften. Sie umfassen die Entwicklung von Bemessungsgrundlagen, Standards für emissionsarme Materialien und Vorgaben für grüne öffentliche Beschaffung, Kooperation bei Forschung und Entwicklung und die Mobilisierung von Geldern für die Industrietransformation. Gerade Länder des Globalen Südens, wie hier in den Fallstudien abgebil­det, fehlen aber oftmals in diesen Zusammenschlüssen. Bislang existiert in Deutschland kein spezielles bilaterales Kooperationsformat für die Industrie­dekarbonisierung, vergleichbar mit den Energiepartnerschaften und -dialogen zur Förderung erneuer­barer Energien.

Dennoch lohnt es sich für die Bundesregierung, der außenpolitischen Dimension der Industriedekarbonisierung auch in ihren bilateralen Partnerschaften mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sie können die internationalen Aktivitäten der Bundesregierung im Klimaklub und darüber hinaus unterstützen. Bilate­rale Partnerschaften haben das Potenzial, gezielt Impulse zu setzen, um grüne Industrien in Partnerländern zu fördern und so grüne Märkte zu schaffen. Gut gestaltete bilaterale Kooperation im Themenfeld kann dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden und Partnerschaften von gegenseitigem Nutzen ins Leben zu rufen. Dafür bedarf es passgenauer politischer Anreize und einer strategischen Herangehensweise an die Herausforderungen der Industriedekarbonisierung in der Kooperation mit Partnerländern. Dazu zählen zum einen technisch-ökonomische Heraus­forderungen wie die mangelnde Marktreife von Tech­nologien und das Fehlen grüner Märkte. Zum anderen gibt es länderspezifische Herausforderungen, welche in dieser Studie an den Beispielen Indien und Kenia illustriert werden. Im Falle Indiens sind dies unter anderem der kohleintensive Stromsektor und man­gelnde technische Kapazitäten. In Kenia stellen hohe Strompreise, unzureichende finanzielle Ressourcen und eine angespannte innenpolitische Lage Hürden für den Aufbau grüner Industrien dar.

Für die bilaterale Kooperation Deutschlands mit Kenia und Indien ergibt sich eine Reihe inhaltlicher Anknüpfungspunkte. Sie betreffen Themen rund um Energieeffizienz und grünes Stromsystem, aber auch CCS, CCU und PtX. Die Bundesministerien nutzen bereits einige Instrumente, die für die Außenpolitik der Industriedekarbonisierung zur Verfügung stehen (siehe Tabellen 3 und 4 im Anhang). Doch insgesamt ist deren Umsetzung bislang fragmentiert. Eine Aus­nahme bildet die H2-Förderung, denn hier gelang eine Arbeitsteilung – wenngleich daran mit BMWE, BMZ, AA, BMUKN und BMFTR eine große Anzahl Ministerien beteiligt ist oder war.

Die Instrumente im Rahmen der IKI sowie der Förderung von Wasserstoffprojekten der Bundesregierung sind erste Ansätze, die zumindest in Teilen vor­rangig der Industriedekarbonisierung dienen. Doch haben die meisten in Kenia und Indien genutzten Politikinstrumente nicht ausdrücklich Industrie­dekarbonisierung oder grüne Industrialisierung zum Ziel. Vielmehr sollen sie in erster Linie dazu bei­tragen, erneuerbare Energien auszubauen und Energieeffizienz zu steigern. In der bilateralen Zusam­menarbeit mit Kenia und Indien bleibt Industriedekarbonisierung also ein Nebenprodukt der meisten Instrumente und Kooperationsformate, was in gewissem Kontrast zum Engagement der Bundesregierung in größeren internationalen Zusammenschlüssen steht. Über diese beiden Länder hinaus existieren jedoch bereits Forma­te und Instrumente, die Industriedekarbonisierung zielgenauer in die Kooperation integrieren. Dazu gehört beispielsweise die Wasserstoff-Partnerschaft mit Namibia. Sie fördert auch Themen wie die Ent­wicklung von Qualitätsinfrastruktur149 und die Aus­bildung von Fachkräften. In Usbekistan wird der Aufbau grüner Industrieparks gefördert.150 Im Energie­dialog mit Thailand ist die Dekarbonisierung der Industrie als Ziel verankert.151

Nicht nur mit Blick auf die Klimaziele wäre es daher sinnvoll, wenn sich die Bundesregierung entschiedener dafür einsetzte, bereits bestehende Instrumente zur Dekarbonisierung der Industrie systematisch zu integrieren und sie in schon existie­renden Kooperationsformaten weiterzuentwickeln. Die internationale Lage ist durch Kriege, Handels­streitigkeiten und politische Konflikte angespannt. Die USA sind zum neuen klimapolitischen Gegner geworden. Sie nutzen ihre Partnerschaften, um fossile Energien zu fördern und grüne Transformation inter­national auszubremsen. Dies kann auch für Deutschland und die EU klima- und industriepolitische Nach­teile mit sich bringen.152 In dieser Lage wird es umso dringlicher, Partnerschaften zu diversifizieren und attraktive Partnerschaftsangebote zu unterbreiten. Industriedekarbonisierung kann dafür eine gute Grundlage bilden. Gelingt es, gegenseitige Vorteile zu schaffen, beispielsweise durch Exportpartnerschaften für grüne Produkte oder die Förderung des Aufbaus grüner Wertschöpfung in Partnerländern, kann dadurch ein strategischer Vorteil für Deutschland im Wettbewerb mit anderen Ländern um Partnerschaften und Machtsphären entstehen. Auch im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung der deutschen Industrie können diese Partnerschaften einen substantiellen Beitrag leisten. Gerade für Deutschland als Exportnation birgt die außenpolitische Flankierung der Industriedekarbonisierung mittelfristig große wirtschaftliche Potenziale. Sie trägt zur Sicherung von Liefer­ketten bei. Schreitet die globale Industriedekarbonisierung voran, schafft und diversifiziert sie damit künftig auch Absatz in grünen Zukunftsmärkten. Zudem kann sie die Dekarbonisierung in Deutschland erleichtern, beispielsweise durch sinkende Kosten für grüne Technologien.

Um weitere notwendige Impulse für die Industriedekarbonisierung zu geben, sollte die Bundesregierung ihr Instrumentenportfolio insgesamt strategischer einsetzen. Klare politische Signale könnten eine Steuerungswirkung für grüne Investitionen entfalten: Zu denken wäre hier etwa an gemeinsame Bekenntnisse zu grüner Beschaffung oder die gemeinsame Kommunikation von Meilensteinen auf dem Weg zur Industriedekarbonisierung und grünen Industrialisierung.

Grundsätzlich ist erstens hervorzuheben, dass der Blick fest auf die Basis für die Industriedekarbonisierung, nämlich grüne Energiesysteme, gerichtet bleiben muss. An den Beispielen Indien und Kenia wird klar, dass der Aufbau grüner Energiesysteme mit erheblichen technischen, politischen und sozialen Herausforderungen verknüpft ist. Zugleich ist die Abkehr von fossilen Energien unerlässlich, um ener­giebedingte Industrieemissionen immer weiter zu verringern. In einigen Industrien ermöglicht die Um­stellung auf grüne Energie bereits, CO2-Emissionen weitgehend zu vermeiden (siehe Infobox, S. 10). Hinzu kommt, dass Technologien wie CCS oder der Einsatz von Wasserstoff sehr viel Strom verbrauchen. Zwingend ist daher, erneuerbare Energien in großen Mengen verfügbar zu machen. Deshalb muss ihre Förderung auch in der Außenpolitik der Industrie­dekarbonisierung vorangetrieben werden. Dafür müssen auch Rohstofflieferketten etwa für den Bau von Solarmodulen oder Batterien gesichert werden (siehe dazu Unterkapitel »Konkurrenz und Ziel­konflikte in der internationalen Industriedekarbonisierungspolitik»).

Zweitens sollte die Außenpolitik der Dekarboni­sierung größeres Gewicht auf die gezielte Transformation von Produktionsprozessen und den Aufbau grüner Industrien in Partnerländern legen. Dies ist aus politischer und technologischer Sicht eine noch deutlich schwierigere Aufgabe, als grüne Energie­systeme dort zu fördern. Zudem dürfte ein solches Unterfangen Chancen, aber auch Risiken für die deutsche Industrie bergen. Hier drohen also möglicherweise industrie- und klimapolitische Zielkonflikte. Auch ist es für die Politik eine große Herausforderung, politische Anreize zu setzen, die stark genug sind, Investitionen, Forschung und Technologietransfer in der benötigten Größenordnung in Gang zu bringen. Außerdem haben die Länder des Globalen Südens ein berechtigtes Interesse daran, eigene Industrien aufzubauen und nicht länger nur wenig verarbeitete Produkte zu exportieren. Aus ihrer Sicht bemisst sich die Attraktivität eines Partnerschafts­angebots auch am Nutzen für die eigene Industrialisierung. Wie die Beispiele Indien und Kenia zeigen, genießt in den Partnerländern oft nicht der Klimaschutz oberste Priorität, sondern die Schaffung von Arbeitsplätzen und die industrielle Entwicklung. Die Vorteile der Kooperation mit Deutschland über den Klimaschutz hinaus – zum Beispiel weniger Import­abhängigkeit, mehr Auslandsinvestitionen, mehr Arbeitsplätze – müssen also gut kommuniziert werden.

Hilfreich wären daher Partnerschaftsangebote, entweder in Gestalt eines konkreten Kooperationsformats ausschließlich zur Industriedekarbonisierung oder in Form gebündelter, gezielt zu diesem Zweck eingesetzter Instrumente. Beides würde dem im Koalitionsvertrag deklarierten Ziel der Bundesregierung dienen, strategische Partnerschaften zu fördern und die Kooperation mit Ländern des Globalen Südens zu vertiefen. Dies gilt in besonderem Maße für Partner wie Indien und Kenia, die großes Poten­zial für grüne Industrien aufweisen und auch im globalen oder regionalen Machtgefüge eine wichtige Rolle spielen. Industriedekarbonisierung ist dafür ein gutes Ankerthema. Die Bundesregierung sollte auch angesichts multipler internationaler Krisen Agenda-Setting im Themenfeld Industriedekarbonisierung betreiben. Ihre bilateralen Kooperationen könnte sie nutzen, um noch wirkungsvoller Soft Power für die globale Industriedekarbonisierung zu entfalten.

Anhang

Tabelle 3 Instrumentenmix der Außenpolitik der Industriedekarbonisierung für Indien

Instrument

Element der bilateralen Kooperation mit Indien?

Art und/oder Format des Kooperationsangebotes (mit Beispielen)

Gemeinsame Ziele/Meilensteine für grüne Industrie­zweige

ja

Indo-German Green Hydrogen Roadmap153

Gemeinsame grüne Zielvorgaben/Quoten für grüne öffentliche Beschaffung

nein

Subventionsabbau für fossile Energien

nein

Finanzielle Zusammenarbeit, z.B. Vergabe von Krediten und Beteiligungskapital für grüne Technologien, Extraktion und Verarbeitung kritischer Rohstoffe, Infrastrukturausbau (z.B. Stromnetz, H2-/CO2-Transport, Speichertechnologien, Energieeffizienz)

ja

Deutsch-indische Plattform für Investitionen in erneuerbare Energien weltweit (im Aufbau)154

PtX-Entwicklungsfonds155: Indien antragsberechtigt

Beratung/Austausch zu Politik und Regulierung in den Bereichen H2, Energieeffizienz, Carbon Management, CO2-Bepreisung, Materialeffizienz/ Recycling, grüne Stromsysteme (z.B. effizientere Genehmigungsverfahren, Strommarktdesign)

ja

IKI, z.B. Projekt StoREin156 (Beratung zur Speicherung erneuerbarer Energien)

IGEF157, z.B. hochrangige Treffen des Steering Committee

International PtX Hub158, z.B. Beratung zu Standards für grünen Wasserstoff

Technische Zusammenarbeit, z.B. Kapazitätsaufbau im Bereich grüne Industrie, Stärkung des Bildungssystems, Förderung grüner Fachkräfte­ausbildung

ja

IKI, z.B. Integration erneuerbarer Energien in das indische Elektrizitätssystem (I-RE)

International PtX Hub, z.B. Schulungen zu PtX, Delegationsreisen nach Deutschland

IGEF, z.B. Workshops

EZ über GIZ-Projekte, z.B. »Lösungen zur Erzeugung von Solarstrom fördern«, »Energieeffizienz in der indischen Industrie fördern«

Instrument

Element der bilateralen Kooperation mit Indien?

Art und/oder Format des Kooperationsangebotes (mit Beispielen)

Klimadiplomatie für die Industrie­dekarbonisierung

nein

Klimafinanzierung mit Schwerpunkt auf grünen Industrien

nein

2024 Schwerpunkt erneuerbare Energien, DEG hat in Indien einen Fokusbereich auch zu Energie und Wasserstoff

Dialog zu CO2-Bepreisung

ja

im Rahmen der Klima- und Entwicklungspartnerschaft

Finanzierungshilfen für deutsche Unternehmen, Förde­rung oder De-Risking grüner Auslandsinvestitionen, z.B. Investitionsgarantien für Rohstoffe, H2-Projekte, Exportkreditgarantien, Ausfuhr­pauschalgewährleistungen, Markterschließungs­programme

ja

UFK-Garantien, z.B. für erneuerbare Energien, Rohstoffe

GTAI

IGEF, z.B. Delegationsreisen, Business-to-Business-Austausch

DEG, Beratung zu Darlehen und Beteiligungen für Firmen in Deutschland und Indien

Exportinitiative Energie, z.B. Projektentwicklungsprogramm

Tabelle 4 Instrumentenmix der Außenpolitik der Industriedekarbonisierung für Kenia

Instrument

Element der bilateralen Kooperation mit Kenia?

Art und/oder Format des Kooperationsangebots (mit Beispielen)

Gemeinsame Ziele/Meilensteine für grüne Industrie­zweige

nein

Gemeinsame Zielvorgaben/Quoten für grüne öffentliche Beschaffung

nein

Subventionsabbau für fossile Energien

nein

Finanzielle Zusammenarbeit, z.B. Vergabe von Krediten und Beteiligungskapital für grüne Technologien, Extraktion und Verarbeitung kritischer Rohstoffe, Infrastrukturausbau (z.B. Stromnetz, H2-/CO2-Transport, Speichertechnologien, Energieeffizienz)

ja

Debt for Climate Swap für großskaliges Geo­thermieprojekt159

Kredite über die Klima- und Entwicklungspartnerschaft für grüne Wasserstoffprojekte

Zuschüsse über den PtX-Entwicklungsfonds (KfW)160

KfW-Darlehen, z.B. über die PtX-Plattform der KfW

Beratung/Austausch zu Politik und Regulierung in den Bereichen H2, Energieeffizienz, Carbon Management, CO2-Bepreisung, Materialeffizienz/ Recycling, grüne Stromsysteme (z.B. effizientere Genehmigungsverfahren, Strommarktdesign)

ja

GIZ-Projekte, z.B. »Kenianischen Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen«, »Förderung von Klimastrategien und NDC-Umsetzung auf Distriktebene«; Aufbau von Kohlenstoffmärkten unter Artikel 6 des Pariser Abkommens und zur CO2-Bepreisung161

Beratung- und Austausch über H2-diplo (Wasserstoffdiplomatiebüro)

Technische Zusammenarbeit, z.B. Kapazitätsaufbau im Bereich grüne Industrie, Stärkung des Bildungssystems, Förderung grüner Fachkräfte­ausbildung

ja

PtX-Dialog162

GIZ/UNIDO: EQuIP-Projekt

von IKI finanziertes UNIDO-Projekt »Partnerschaft für Net Zero Industry«

Forschungs- und Innovationszusammenarbeit zur Förderung innovativer Technologien wie CCU, CCS, z.B. auch gemeinsame Demonstrations­projekte

ja

z.B. GIZ-Projekt »Unterstützung afrikanischer Innovationen für geschlechtergerechte, umweltfreundliche und forschungsbasierte Lösungen«163

Instrument

Element der bilateralen Kooperation mit Kenia?

Art und/oder Format des Kooperationsangebots (mit Beispielen)

Klimafinanzierung mit Schwerpunkt auf grünen Industrien

ja

von IKI finanziertes UNIDO-Projekt »Partnerschaft für Net Zero Industry«

Dialog zu CO2-Bepreisung

ja

GIZ-Projekt »Förderung von Klimastrategien und NDC-Umsetzung auf Distriktebene«

Außenwirtschaftsförderung: Finanzierungshilfen für deutsche Unternehmen, Förderung oder De-Risking, z.B. Investitionsgarantien für Rohstoffe, H2-Projekte, Exportkreditgarantien, Ausfuhr­pauschalgewährleistungen, Markt­erschließungs­programme

ja

Kredit für H2 im Rahmen der Klima- und Entwicklungspartnerschaft

UFK-Garantien (z.B. für erneuerbare Energien, H2, Rohstoffe)

Exportinitiative Energie, z.B. Projektentwicklungsprogramm

KfW auch über die DEG, Germandesk Kenya, z.B. Malindi-Solarpark, Lake-Turkana-Windpark164

GIZ-Projekt »Klimafreundliche Energielösungen voranbringen« (Projektentwicklungsprogramm (PEP) der Exportinitiative Energie)

Exportinitiative Energie, z.B. RES-Referenzprojekt Kenia: erste schwimmende PV-Anlage in Ostafrika in Betrieb genommen; Energie-Geschäftsreise »Energieeffiziente Lösungen für Industrie und Gewerbe in Kenia«165

PtX-Entwicklungsfonds

Abkürzungsverzeichnis

AA Auswärtiges Amt

AHK Auslandshandelskammer

BIP Bruttoinlandsprodukt

BMFTR Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

BMUKN Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

BMWE Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

BMWK Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

CBAM Carbon Border Adjustment Mechanism (CO2-Grenz­ausgleichsmechanismus)

CCS Carbon Capture and Storage (CO2-Abscheidung und -Speicherung)

CCU Carbon Capture and Utilization (CO2-Abscheidung und -Nutzung)

CDR Carbon Dioxide Removal (CO2-Entnahme)

CEM Clean Energy Ministerial

CO2 Kohlendioxid

COP Conference of the Parties

CSIS Center for Strategic and International Studies (Washington, D.C.)

DAC Direct Air Capture

DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (Köln)

DIHK Deutscher Industrie- und Handelskammertag

EOR Enhanced Oil Recovery

EQuIP Enhancing the Quality of Industrial Policies

ETS European Union Emissions Trading System (EU-Emissionshandelssystem)

EU Europäische Union

EZ Entwicklungszusammenarbeit

EZB Europäische Zentralbank

G7 Gruppe der sieben führenden westlichen Industriestaaten

G20 Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer

GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH

GTAI Germany Trade and Invest

GW Gigawatt

H2 Wasserstoff

IEA Internationale Energie-Agentur (Paris)

IGEF Indo-German Energy Forum

IGSTC Indo-German Science and Technology Centre

IKI Internationale Klimaschutzinitiative

IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change

IRA Inflation Reduction Act (USA)

IRENA International Renewable Energy Agency

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau

LeadIT Leadership Group for Industry Transition

NDC nationally determined contribution

NMEEE National Mission for Enhanced Energy Efficiency (Indien)

NSM National Solar Mission (Indien)

OBBBA One Big Beautiful Bill Act (USA)

ODA Official Development Assistance (Öffentliche Entwicklungsleistungen)

OECD Organisation for Economic Co-operation and Development (Paris)

PAT Perform, Achieve, Trade

PEP Projektentwicklungsprogramm

PtX Power-to-X

PV Photovoltaik

RES Renewable Energy Solutions

SAF Sustainable Aviation Fuel

t Tonne

UFK Ungebundene Finanzkredite

UN United Nations

UNEP United Nations Environment Programme (Nairobi, Kenia)

UNFCCC United Nations Framework Convention on Climate Change

UNIDO United Nations Industrial Development Organization (Wien)

Literaturhinweise

Ole Adolphsen/Sonja Thielges

»Europäische Klimapolitik gegen die USA: Auf der Suche nach starken Klimapartnerschaften«

In: Barbara Lippert/Stefan Mair (Hg.), Mit, ohne, gegen Washington: Die Neubestimmung der Bezie­hungen Europas zu den USA, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Januar 2026 (SWP-Studie 3/2026) S. 72–76

Hanns Günther Hilpert/Sascha Lohmann (Hg.)

Mehr Macht, weniger Markt – Denken und Handeln in der geoökonomischen Zeitenwende

Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Oktober 2025 (SWP-Studie 16/2025)

Endnoten

1

 Oliver Sartor u.a., A Climate Alliance for Industry Transformation. A Vision for the G7 »Climate Club«, E3G/Agora Industry, 2022, <https://www.e3g.org/wp-content/uploads/A-CLIMATE-ALLIANCE-FOR-INDUSTRY-TRANSFORMATION.pdf> (ein­gesehen am 12.2.2025); Aylin Shawkat u.a., International Climate Cooperation for Energy-intensive Industry. A (Realistic) Proposal, Berlin: Agora Industry, 2022, <https://www.agora-industry.org/publications/international-climate-cooperation-for-energy-intensive-industry> (eingesehen am 10.1.2025).

2

 Emma Aisbett u.a., »International Green Economy Collaborations: Chasing Mutual Gains in the Energy Transition«, in: Energy Research & Social Science, 104 (2023), 103249; Internationale Energie-Agentur (IEA), Achieving Net Zero Heavy Industry Sectors in G7 Members, Paris 2022, <https://iea.blob. core.windows.net/assets/c4d96342-f626-4aea-8dac-df1d1e567135/AchievingNetZeroHeavyIndustrySectors inG7Members.pdf>.

3

 Nadia Mondini u.a., IFIs and Heavy Industry Decarbonization in Emerging and Developing Economies, Stockholm: Leadership Group for Industry Transition (LeadIT), 2023, <https://www. industrytransition.org/insights/ifis-and-heavy-industry-decarbonization-in-emerging-markets-and-developing-countries/> (eingesehen am 14.1.2025).

4

 Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), AR6 Synthesis Report: Climate Change 2023, Genf 2023, S. 11, <https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-cycle/> (eingesehen am 10.2.2025).

5

 Inga Carry u.a., The EU’s External Raw Materials Strategy: Key Fields for Action. Building Resilient Partnerships and Advancing Local Value Creation, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, August 2025 (Research Division Africa and Middle East, Working Paper Nr. 01), <https://www.swp-berlin.org/publica tions/products/fachpublikationen/250819_WP_FG6_EU%E2%80%99s_External_Raw_Materials_Strategy.pdf>.

6

Industriedekarbonisierung heißt, bereits vorhandene Industrien in Richtung Netto-Null-Emissionen zu transformieren, unter anderem indem grüne Industrien wie die Produktion von Wasserstoff und erneuerbaren Energien gefördert werden. Grüne Industrialisierung hingegen bedeutet in dieser Studie, einen grünen Industriesektor in Schwellen- und Entwicklungsländern aufzubauen.

7

Günther Maihold, Die neue Geopolitik der Lieferketten. »Friend-Shoring« als Zielvorgabe für den Umbau von Lieferketten, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Juli 2022 (SWP-Aktuell 45/2022), doi: 10.18449/2022A45.

8

 Simone Tagliapietra, »Economic Efficiency versus Geopolitical Resilience: Strategic Autonomy’s Difficult Balancing Act. A Timely Analysis on the Notion of Strategic Autonomy in the EU’s Industrial Policy«, Brüssel: Bruegel, 2023, <https://www.bruegel.org/first-glance/economic-efficiency-versus-geopolitical-resilience-strategic-autonomys-difficult> (eingesehen am 10.2.2025).

9

 Dawud Ansari u.a., The Gulf States, China, and Central Asia’s Green Energy Sector. Interactions Patterns, Geopolitical Dynamics, and Implications for the EU and Germany, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Januar 2025 (SWP Comment 5/2025), doi: 10.18449/2025C05.

10

 Gerard DiPippo u.a., Red Ink: Estimating Chinese Industrial Policy Spending in Comparative Perspective, Washington, D.C.: Center for Strategic and International Studies (CSIS), 2022, <https://www.csis.org/analysis/red-ink-estimating-chinese-industrial-policy-spending-comparative-perspective> (ein­gesehen am 17.2.2025).

11

 »China’s Solar Production Costs Fall by 42% in Last Year«, Wood Mackenzie, 14.12.2023, <https://www.wood mac.com/press-releases/chinas-solar-production-costs-fall-by-42-in-last-year/> (eingesehen am 17.1.2025).

12

 European Commission, »Speech by President von der Leyen at the College of Europe in Bruges«, Pressemitteilung, Brüssel, 4.12.2022, <https://ec.europa.eu/commission/press corner/detail/en/speech_22_7487>; Christian Scheinert, EU’s Response to the US Inflation Reduction Act (IRA). Briefing Requested by the ECON Committee, Brüssel: Europäisches Parlament, Juni 2023, <https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/ IDAN/2023/740087/IPOL_IDA(2023)740087_EN.pdf> (eingesehen am 13.2.2025); Die Bundesregierung, »Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz«, Berlin, 8.2.2023, <https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-2163720> (eingesehen am 17.2.2025); Claudia Sarre, »Klimasubventionen der USA: Habeck setzt auf ›volle Trans­parenz‹«, Tagesschau (online), 8.2.2023, <https://www. tagesschau.de/ausland/habeck-le-maire-washington-101.html> (eingesehen am 17.2.2025); Christiane Köllner, »Was bedeutet der Inflation Reduction Act für die Auto­industrie?«, Springer Professional (online), 21.3.2023, <https://www.springerprofessional.de/automobilwirtschaft/automobilproduktion/was-bedeutet-der-inflation-reduction-act-fuer-die-autoindustrie-/24608036> (eingesehen am 13.2.2025).

13

 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) (Hg.), Industriepolitik in der Zeitenwende. Industrie­standort sichern, Wohlstand erneuern, Wirtschaftssicherheit stärken, Berlin 2023.

14

 Lars Brozus u.a., Verlässliche Partnerschaften in der inter­nationalen Politik. Deutschlands Partner, Partner Deutschland, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Mai 2025 (SWP-Studie 8/2025), doi: 10.18449/2025S08.

15

 Carry u.a., The EU’s External Raw Materials Strategy [wie Fn. 5].

16

 Zaffar Hussain u.a., Industrial Value Chain Transformation. Renewable Hydrogen as an Enabler of a Just Global Energy Transition, Berlin: Agora Industry, 2024, <https://www.agora-indu stry.org/publications/industrial-value-chain-transformation> (eingesehen am 4.2.2025).

17

 Europäische Kommission, »Deal für eine saubere Industrie«, Brüssel 2025, <https://commission.europa.eu/‌topics/eu-competitiveness/clean-industrial-deal_de> (ein­gesehen am 15.5.2025).

18

 BMWK, Industriepolitik in der Zeitenwende [wie Fn. 13].

19

 Verantwortung für Deutschland. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU u. SPD. 21. Legislaturperiode, Berlin, 5.5.2025, <https://www.koalitionsvertrag2025.de/> (eingesehen am 26.8.2025).

20

 BMWK (Hg.), Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate, Berlin 2024, <https://www.bundeswirtschafts‌ministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/im‌portstrategie-wasserstoff.pdf?__blob=publicationFile&v=18> (eingesehen am 28.8.2025).

21

 Auswärtiges Amt (Hg.), Klimaaußenpolitik-Strategie der Bundesregierung, Berlin 2023, <https://www.bundesumwelt‌ministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/‌Klimaanpassung/klimaaussenpolitikstrategie_bf.pdf> (eingesehen am 12.2.2025).

22

 Auswärtiges Amt, »Rede von Außenminister Wadephul beim Briefing zur Weltklimakonferenz COP im Auswärtigen Amt«, Berlin, 4.11.2025, <https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2742142-2742142> (eingesehen am 31.1.2026).

23

 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung (BMZ) (Hg.), Strategiepapier Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung, Berlin 2023, <https://www.bmz.de/resource/blob/182690/bmz-papier-nachhaltige-wirtschaftsenwicklung.pdf> (eingesehen am 14.7.2025).

24

 BMZ (Hg.), Zukunft zusammen global gestalten, Berlin 2026, <https://www.bmz.de/de/ministerium/grundsaetze-ziele/zukunft-zusammen-global-gestalten-282480> (ein­gesehen am 29.1.2026).

25

 Für eine Übersicht der bestehenden Kooperationsformate vgl. Leonie Oechtering/Sonja Thielges, Die internationale Dimension der Industriedekarbonisierung, Forschungsdaten, 2026, https://doi.org/10.7802/3042.

26

 Siehe ebd.

27

 Simon Otto/Sebastian Oberthür, »International Cooperation for the Decarbonization of Energy-intensive Industries: Unlocking the Full Potential«, in: Climate Policy (online), 12.9.2024, <https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14693062.2024.2397437>.

28

 Joseph Cordonnier/Deger Saygin, Financing Solutions to Foster Industrial Decarbonisation in Emerging and Developing Economies, Paris: OECD, 2023 (OECD Environment Working Papers, Nr. 226), <https://www.oecd.org/en/publications/‌financing-solutions-to-foster-industrial-decarbonisation-in-emerging-and-developing-economies_24a155ab-en.html> (eingesehen am 14.1.2025); International Energy Agency (IEA), Breakthrough Agenda Report 2024, Paris 2024, <https://www.iea.org/reports/breakthrough-agenda-report-2024> (eingesehen am 6.2.2025).

29

 Shawkat u.a., »International Climate Cooperation for Energy-intensive Industry« [wie Fn. 1]; Otto/Oberthür, »International Cooperation for the Decarbonization of Energy-intensive Industries« [wie Fn. 27].

30

 Shawkat u.a., »International Climate Cooperation for Energy-intensive Industry« [wie Fn. 1].

31

 Otto/Oberthür, »International Cooperation for the Decarbonization of Energy-intensive Industries« [wie Fn. 27].

32

 Felipe Sanchez/Nadia Mondini, »The India-Sweden Industry Transition Partnership: What Are the Next Steps?«, Stockholm: Stockholm Environment Institute, 2024, <https://www.sei.org/features/india-sweden-itp-the-next-steps/#start-of-content> (eingesehen am 4.7.2025).

33

 Für einen Überblick über die bilateralen Kooperationsformate vgl. Oechtering/Thielges, Die internationale Dimension der Industriedekarbonisierung [wie Fn. 25].

34

 Sammelbegriff für CCU, CCS und CDR.

35

 BMWK, Annual Report 2024. Bilateral Climate and Energy Partnerships and Energy Dialogues, Berlin 2025, <https://climateandenergypartnerships.org/fileadmin/global/Documents/CEPs_Annual_Report_2025.pdf>.

36

 BMWK, »Deutschland und Thailand etablieren Energiedialog«, Pressemitteilung, Berlin, 20.3.2025, <https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2025/20250320-deutschland-und-thailand-etablieren-energiedialog.html> (eingesehen am 27.8.2025).

37

 Inga Carry u.a., Elemente einer nachhaltigen Rohstoffaußen­politik. Partnerschaften für lokale Wertschöpfung in mineralischen Lieferketten, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Juni 2023 (Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten, Arbeits­papier Nr. 1), <https://www.swp-berlin.org/publikation/elemente-einer-nachhaltigen-rohstoffaussenpolitik> (eingesehen am 27.8.2025).

38

 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), »Gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung Kanadas zur Zusammenarbeit zu kritischen Rohstoffen«, Berlin 2025, <https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/G/gemeinsame-absichtserklaerung-zwischen-deutschland-und-kanada-zu-kritischen-rohstoffen.pdf? __blob=publicationFile&v=4>.

39

 BMZ, »Bilaterale Klima- und Entwicklungspartner­schaften. Partnerschaft mit Kenia für mehr Ambitionen im Klimaschutz«, Berlin 2025, <https://www.bmz.de/resource/‌blob/206772/factsheet-p-kenia-de-05.pdf> (eingesehen am 4.6.2025); Raffaele Piria/Leon Martini, Developing Ger­many’s Partnerships for Transformation, Berlin: Ecologic Insti­tute, September 2023, <https://www.ecologic.eu/19406>.

40

 Tilman Altenburg u.a., Greening Economies in Partner Countries: Priorities for International Cooperation, Bonn: German Institute of Development and Sustainability (IDOS), 2024 (Policy Brief 2/2024), <https://www.idos-research.de/en/policy-brief/article/greening-economies-in-partner-countries-priorities-for-international-cooperation/> (eingesehen am 23.6.2025).

41

 Verantwortung für Deutschland. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU u. SPD. 21. Legislaturperiode [wie Fn. 19].

42

 Die Bundesregierung, »Pressestatement des Kanzlers und Indiens Premierminister Modi. Die Partnerschaft mit Indien hat für Deutschland eine hohe Priorität«, Mitschrift Pressekonferenz, Berlin, 12.1.2026, <https://www.bundes‌regierung.de/breg-de/aktuelles/kanzler-statement-indien-2402248> (eingesehen am 3.2.2026).

43

 Shawkat u.a., »International Climate Cooperation for Energy-intensive Industry« [wie Fn. 1]; AA (Hg.), Klimaaußenpolitik-Strategie der Bundesregierung [wie Fn. 21]; Ken Warwick, Beyond Industrial Policy. Emerging Issues and New Trends, Paris: OECD, 2013 (OECD Science, Technology and Industry Policy Papers, Nr. 2), <https://www.oecd.org/en/publications/beyond-industrial-policy_5k4869clw0xp-en.html> (eingesehen am 10.2.2025); Cordonnier/Saygin, Financing Solutions to Foster Industrial Decarbonisation [wie Fn. 28]; Altenburg u.a., Greening Economies in Partner Countries [wie Fn. 40].

44

 Eigene Zusammenstellung, entwickelt auf Basis verschiedener Quellen wie Shawkat u.a., »International Climate Cooperation for Energy-intensive Industry« [wie Fn. 1]; Cordonnier/Saygin, Financing Solutions to Foster Industrial Decarbonisation [wie Fn. 28]; AA (Hg.), Klima­außenpolitik-Strategie der Bundesregierung [wie Fn. 21]; Warwick, Beyond Industrial Policy [wie Fn. 43].

45

 Anshu Siripurapu/Noah Berman, Is Industrial Policy Making a Comeback?, New York: Council on Foreign Relations, 18.9.2023, <https://www.cfr.org/backgrounder/industrial-policy-making-comeback> (eingesehen am 10.2.2025); Fabio Bulfone, »Industrial Policy and Comparative Political Economy: A Literature Review and Research Agenda«, in: Competition & Change, 27 (2023) 1, S. 22–43; Warwick, Beyond Industrial Policy [wie Fn. 43]; Anna Leipprand u.a., Politische Instrumente für die Transformation der Industrie. Scoping Paper für das Fachforum Energieintensive Industrie beim Grünen Wirtschaftsdialog, Wuppertal, 12.11.2020, <https://epub.wupperinst. org/frontdoor/deliver/index/docId/7616/file/7616_Transformation_Industrie.pdf> (eingesehen am 16.2.2026); Ann Harrison u.a., »Green Industrial Policy in Emerging Markets«, in: Annual Review of Resource Economics, 9 (2017) 1, S. 253–274; IEA, Policy Toolbox for Industrial Decarbonization, Paris 2025; Mary Hellmich/Sarah Jackson, Transatlantic Opportunities for Decarbonizing the Global Steel Sector: Locking Ambition into Standard-Setting-Initiatives, Berlin: Transatlantic Climate Bridge, 2022.

46

 IEA, Achieving Net Zero Heavy Industry Sectors in G7 Members [wie Fn. 2]; Shawkat u.a., »International Climate Cooperation for Energy-intensive Industry« [wie Fn. 1]; Deutscher Indus­trie- und Handelskammertag (DIHK), »Exportfinanzierung und Absicherung«, Berlin 2026, <https://www.dihk.de/dihk-de-legacy/themen-und-positionen/internationales/aussen wirtschaftsfoerderung/exportfinanzierung-und-absicherung--5328> (eingesehen am 16.3.2026); Etienne Höra/Stefani Weiss, The New Geo-Economic Instruments of the European Union, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, April 2024; Cathrin Mohr/ Christoph Trebesch, Geoeconomics, Kiel: Kiel Institute for the World Economy, Januar 2025 (Kiel Working Paper Nr. 2279).

47

 Die Analyse in diesem Teil beruht auf Dokumenten, einem SWP-Workshop zu Indiens Rolle in der internatio­nalen Klimapolitik sowie zahlreichen Gesprächen mit Ver­treter:innen aus Ministerien, Behörden und Think-Tanks in Deutschland im Jahr 2025.

48

 Rebecca Majewski, Klimabezogene öff. Entwicklungsleistungen (ODA) an Indien und Kenia, 2021–2024, Berlin, 4.7.2025, <https://intranet.swp-berlin.intern/html/climate_oda_2025-07-04.html> (nicht öffentlich zugänglich).

49

 Christian Wagner (Hg.), Indien als Partner der deutschen Außenpolitik, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Oktober 2024 (SWP-Studie 23/2024), doi: 10.18449/2024S23.

50

 Die Bundesregierung, »Pressestatement des Kanzlers und Indiens Premierminister Modi« [wie Fn. 42].

51

 Wagner (Hg.), Indien als Partner der deutschen Außenpolitik [wie Fn. 49].

52

 Hannah Ritchie/Pablo Rosado, »India Country Profile. CO₂ and Greenhouse Gas Emissions« (online), Our World in Data, 2025, <https://ourworldindata.org/co2/country/india>; Manya Rathore, »GHG Emissions in India – Statistics & Facts«, Statista (online), 17.12.2025, <https://www.statista.‌com/topics/8881/emissions-in-india/#topicOverview> (ein­gesehen am 24.3.2026).

53

 »India: Distribution of Gross Domestic Product (GDP) across Economic Sectors from 2013 to 2023«, Statista (online), 16.3.2026, <https://www.statista.com/statistics/271329/ distribution-of-gross-domestic-product-gdp-across-economic-sectors-in-india/> (eingesehen am 24.3.2026).

54

 Eigene Berechnungen, basierend auf Ritchie/Rosado, »India Country Profile. CO₂ and Greenhouse Gas Emissions« [wie Fn. 52].

55

 »Cement: Production Ranking Top Countries 2023«, Statista (online), 2023, <https://www.statista.com/‌statistics/267364/world-cement-production-by-country/> (eingesehen am 20.1.2025); »December 2024 Crude Steel Production and 2024 Global Crude Steel Production Totals«, Brüssel: Worldsteel Association, 24.1.2025, <https://worldsteel.org/media/press-releases/2025/december-2024-crude-steel-production-and-2024-global-totals/> (ein­gesehen am 8.7.2025).

56

 Duttatreya Das/Aditya Lolla, Green Electrification of Indian Industries for Clean Energy Gains, London: Ember, 26.6.2024, <https://ember-energy.org/app/uploads/2024/09/Report-Green-electrification-of-Indian-industries-for-clean-energy-gains.pdf> (eingesehen am 25.7.2025).

57

 Astrid Grigsby-Schulte u.a., Pedal to the Metal 2025. Evaluating Progress Toward 2030 Iron and Steel Decarbonization Goals, Covina, CA: Global Energy Monitor, Mai 2025.

58

 Ankita Gangotra u.a., To Green the Industrial Sector, Countries Must Break Down Silos, Washington, D.C.: World Resources Institute, 9.10.2024, <https://www.wri.org/in‌sights/industrial-decarbonization-international-cooperation> (eingesehen am 11.7.2025).

59

 Katharina Buchholz, »India’s EV Adoption in Reverse?«, Statista (online), 3.1.2024, <https://www.statista.com/chart/‌31486/electric-vehicle-sales-in-india-by-year-and-type/> (eingesehen am 20.8.2025).

60

 Anurag Awasthi, »In the Global Semiconductor Race, India’s Chip Manufacturing Needs to Get the ›Chemistry‹ Right«, in: Economic Times (online), 6.9.2022, <https://eco‌nomictimes.indiatimes.com/small-biz/sme-sector/in-the-global-semiconductor-race-indias-chip-manufacturing-needs-to-get-the-chemistry-right/articleshow/93996080.cms?‌from=mdr> (eingesehen am 12.5.2025).

61

 Ministry of Commerce and Industry, »Threads of Progress. How Make in India is Shaping the Future of Textile and Apparel Industry«, Neu-Delhi, 1.4.2025, <https://www. pib.gov.in/PressReleasePage.aspx?PRID=2117470> (ein­gesehen am 9.5.2025).

62

 Florian Wenke, »Deutsch-indischer Handel 2024 auf neuem Rekordhoch«, in: Germany Trade & Invest (GTAI) (online), 5.3.2025, <https://www.gtai.de/de/trade/indien/ wirtschaftsumfeld/aussenhandel-mit-deutschland-804584> (eingesehen am 27.5.2025).

63

 NITI Aayog, »Coal Monthly Data«, 2025, <https://iced. niti.gov.in/energy/fuel-sources/coal/coal-monthly-data> (eingesehen am 19.8.2025).

64

 Rohit Chandra u.a., »India’s Coal Conundrum: Decarbonization amidst a Developmental Legacy«, in: Wiley Interdisciplinary Reviews: Climate Change, 16 (2025) 1, e928.

65

 T. Ashokamithran, »India’s Coal Dependence Rose to 79% in FY24 amid Government’s Renewables Push«, in: The Hindu (online), 3.4.2025, <https://www.thehindu.com/ business/Economy/indias-coal-dependence-rose-to-79-in-fy24-amid-governments-renewables-push/article69390325.ece> (eingesehen am 25.7.2025).

66

 »India Surpasses 100 GW of Solar Capacity«, Enerdata, 11.2.2025, <https://www.enerdata.net/publications/daily-energy-news/india-surpasses-100-gw-solar-capacity.html> (eingesehen am 27.5.2025).

67

 Neshwin Rodrigues/Duttatreya Das, Navigating Risks to Unlock 500 GW of Renewables by 2030«, London:
Ember, 25.2.2025, <
https://ember-energy.org/latest-insights/navigating-risks-to-unlock-500gw-of-renewables-by-2030/> (ein­gesehen am 24.7.2025).

68

 Ministry of Information and Broadcasting, Press Information Bureau, »Cabinet Approves India’s Nationally Determined Contribution (2031–2035) to Be Communicated to the United Nations Framework Convention on Climate Change«, Neu-Delhi, 25.3.2026, <https://www.pib.gov.in/ PressReleasePage.aspx?PRID=2245209&reg=3&lang=1> (eingesehen am 8.4.2026).

69

 Sonika Choudhary/Aaron Schwartz, »Ensuring Grid Reliability in India«, Rocky Mountain Institute (online), 15.1.2024, <https://rmi.org/ensuring-grid-reliability-in-india/> (eingesehen am 25.7.2025).

70

 Ministry of Commerce and Industry, »DPIIT Celebrates 8th Anniversary of 4 Industrial Corridors«, Neu-Delhi, 19.11.2024, <https://www.pib.gov.in/PressReleaseIframe‌Page.aspx?PRID=2074768> (eingesehen am 12.5.2025); Archana Rao, »Top Manufacturing Clusters in India: A Sector-wise Breakdown«, India Briefing (online), 27.1.2025, <https://www.india-briefing.com/news/india-manufacturing-locations-industries-34990.html/> (eingesehen am 9.5.2025); Make in India, »Sectors«, 2025, <https://www.makeinindia. com/sectors> (eingesehen am 28.7.2025).

71

 Ministry of Information and Broadcasting, Press
Information Bureau, »National Action Plan on Climate Change (NAPCC)«, Neu-Delhi, 1.12.2021, <
https://static.pib.gov.in/WriteReadData/specificdocs/documents/2021/dec/doc202112101.pdf> (eingesehen am 27.5.2025).

72

 Mark Segal, »India Launches Centralized Carbon Market Trading Platform«, ESG today, 23.3.2026, <https://www.esg today.com/india-to-launch-carbon-market-trading-within-four-months/> (eingesehen am 8.4.2026).

73

 Government of India, Press Information Bureau, »Carbon Pricing in India«, Neu-Delhi, 23.6.2025, <https://www.pib.gov.in/PressNoteDetails.aspx?id=154721&NoteId=154721&ModuleId=3> (eingesehen am 28.7.2025); International Carbon Action Partnership, »Indian Carbon Credit Trading Scheme«, 2025, <https://icapcarbon‌action.com/en/ets/indian-carbon-credit-trading-scheme> (eingesehen am 29.7.2025).

74

 How Green Manufacturing Is Reshaping India’s Industrial Landscape, Gurugram, Haryana: Ernst & Young LLP (EY Parthenon), Februar 2025, <https://www.ey.com/content/dam/ey-unified-site/ey-com/en-in/insights/energy-resources/ey-how-green-manufacturing-is-reshaping-india-s-industrial-landscape.pdf> (eingesehen am 28.7.2025); Ministry of Steel, »Union Minister of Steel and Heavy Industries, Shri H.D. Kumaraswamy, Releases India’s Green Steel Taxonomy«, Pressemitteilung, Neu-Delhi, 12.12.2024, <https://www.pib.gov.in/PressReleaseIframe‌Page.aspx?PRID=2083839> (eingesehen am 28.7.2025).

75

 Melissa Cyrill, »India’s US$2 Billion Green Hydrogen Scheme Highlights Renewables Investment Focus«, India Briefing (online), 21.12.2023, <https://www.india-briefing. com/news/india-sees-numerous-bids-for-government-incentives-under-us2-billion-green-hydrogen-scheme-30609.html/> (eingesehen am 28.7.2025).

76

 Ministry of Mines, »National Critical Mineral Mission«, Pressemitteilung, Neu-Delhi, 9.4.2025, <https://www.pib. gov.in/PressReleasePage.aspx?PRID=2120525> (eingesehen am 23.8.2025).

77

 Saurav Anand, »India Gears Up for Major Mineral Auction: 100 Blocks by February 2024, 15 Offshore by March«, in: ET EnergyWorld (online), 20.12.2023, <https:// energy.economictimes.indiatimes.com/news/coal/india-gears-up-for-major-mineral-auction-100-blocks-by-february-2024-15-offshore-by-march/106138582> (eingesehen am 27.5.2025); Abhishek Sharma, »India’s Long Road to Lithium«, in: East Asia Forum (online), 27.1.2024, <https://east asiaforum.org/2024/01/27/indias-long-road-to-lithium/> (eingesehen am 27.5.2025); Vikram Handa, »From Chemicals to Critical Minerals: India’s Rising Trade Partnership and the Pursuit of Energy Transition«, in: ET EnergyWorld (online), 14.4.2023, <https://energy.economictimes.indiatimes.com/ news/power/from-chemicals-to-critical-minerals-indias-rising-trade-partnership-and-the-pursuit-of-energy-transition/994 98176> (eingesehen am 27.5.2025); Melanie Müller (Koordination), Auf Partnersuche: neue Allianzen im Rohstoffsektor, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, 22.6.2023 (360 Grad), <https://www.swp-berlin.org/publikation/auf-partnersuche-neue-allianzen-im-rohstoffsektor#publication-article-100> (eingesehen am 31.7.2025).

78

 Department of Science & Technology, DST’s R&D Roadmap to Enable India’s Net Zero Goals through Carbon Capture, Utilization, and Storage (CCUS), Neu-Delhi 2025, <https://dst. gov.in/sites/default/files/DST-CCUS-Roadmap-2025.pdf> (eingesehen am 5.2.2026).

79

 Aruna Chandrasekhar, »Five Key Climate and Energy Announcements in India’s Budget for 2026«, Carbon Brief (online), 4.2.2026, <https://www.carbonbrief.org/five-key-climate-and-energy-announcements-in-indias-budget-for-2026/> (eingesehen am 5.2.2026).

80

 »Climate Finance: Accelerating India’s Decarbonisation Journey«, Neu-Delhi: The Energy and Resources Institute, 5.3.2025, <https://www.teriin.org/event/wsds-2025-thematic-tracks-climate-finance-accelerating-indias-decarbonisation-journey> (eingesehen am 25.7.2025).

81

 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) (Hg.), Die Strategie der Internationalen Klimaschutzinitiative bis 2030, Berlin 2023, <https://www.international-climate-initiative.com/iki-medien/publikation/die-strategie-der-internationalen-klimaschutzinitiative-bis-2030-1811/> (eingesehen am 29.7.2025); Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), »Dekarbonisierung der Industrie«, Berlin, Januar 2025, <https://www.international-climate-initiative.com/foerder prioritaeten/dekarbonisierung-der-industrie/> (eingesehen am 24.7.2025).

82

 BMUKN, »Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben«, in: IKI-Jahresbericht 2024, Berlin 2024, <https://www.inter national-climate-initiative.com/iki-medien/iki-jahresberichte /iki-jahresbericht-2024/das-iki-jahr-2024/dekarbonisierung-der-industrie-vorantreiben/> (eingesehen am 28.7.2025).

83

 IKI, »Deutsch-Indisches Projekt für Klima Aktionen [sic!] und IKI-Schnittstelle in Indien«, Berlin, März 2026, <https://www.international-climate-initiative.com/projekt/‌deutsch-indisches-projekt-fuer-klima-aktionen-und-iki-schnittstelle-in-indien-21-i-452-ind-g-ndc-implementation-ifp/> (eingesehen am 31.7.2025).

84

 PtX Hub, »PtX Hub in India. Towards Becoming a Global Green Hydrogen Hub«, 2024 <https://ptx-hub.org/india/> (eingesehen am 30.7.2025).

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 BMZ (Hg.), Zukunft zusammen global gestalten [wie Fn. 24].

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 BMZ, »Indien«, Berlin 2025, <https://www.bmz.de/de/ laender/indien#anc=id_10388_10388> (eingesehen am 30.7.2025).

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 Majewski, Klimabezogene öff. Entwicklungsleistungen (ODA) an Indien und Kenia, 2021–2024 [wie Fn. 48].

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 AA, »Gemeinsame Erklärung der siebten deutsch-indischen Regierungskonsultationen«, Pressemitteilung, Berlin, 25.10.2024, <https://www.auswaertiges-amt.de/de/‌newsroom/deutsch-indische-regierungskonsultationen-2681840> (eingesehen am 22.7.2025); BMZ, »Indo-German Platform for Investments in Renewable Energies Globally at RE-INVEST INDIA 2024«, Berlin, Juli 2024, <https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6216696/de6b1cc8621c66c224dafbf59b81f716/handout-re-invest-indo-german-platform-03072024-data.pdf> (eingesehen am 22.7.2025).

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 BMZ, »Klima- und Entwicklungspartnerschaften«, Berlin 2025, <https://www.bmz.de/de/themen/klimawandel-und-entwicklung/klima-und-entwicklungspartnerschaften> (eingesehen am 24.4.2025).

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 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, »Joint Declaration of Intent between The Republic of India and The Federal Republic of Germany on the Partnership for Green and Sustainable Development«, Pressemitteilung, Berlin, 2.5.2022, <https://www.bundesregierung.de/resource/ blob/975228/2029828/6a4f226c3e696417d110e0651ea26d77/2022-05-02-joint-declaration-ger-ind-data.pdf> (eingesehen am 11.7.2025); Deutscher Bundestag, Unterrichtung durch die Bundesregierung. Strategisches Grundsatzdokument zu den bilateralen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland mit der Republik Indien – Fokus auf Indien, Berlin, 16.10.2024 (Bundestags-Drucksache Nr. 20/13333), <https://dserver.bundestag.de/btd/20/133/2013333.pdf> (eingesehen am 31.7.2025).

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 Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammen­arbeit (GIZ), »Support to the Green Sustainable Development Partnership«, Bonn/Eschborn, März 2024, <https://www.giz. de/en/downloads/giz2024-en-GSDP-factsheet.pdf> (eingesehen am 27.5.2025).

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 Euler Hermes, »Klima-UFK sichert Versorgung mit Energieträgern der Zukunft«, Hamburg 2025, <https://www. ufk-garantien.de/de/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit/klima-ufk.html> (eingesehen am 11.7.2025).

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 GTAI, »Über uns«, Berlin 2025, <https://www.gtai.de/ de/meta/ueber-uns> (eingesehen am 31.7.2025).

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 BMWE, »Indien«, Berlin 2026, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Dossiers/Laender/ indien.html> (eingesehen am 6.2.2026).

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 BMWE, »Das RES-Programm«, Berlin 2025, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/‌Standardartikel/Ihr-Export/dena-res-programm.html> (eingesehen am 18.6.2025).

101

 BMWE, »Projektentwicklungsprogramm«, Berlin 2025, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Dossiers/projektentwicklung.html> (eingesehen am 18.6.2025).

102

 Piria/Martini, Developing Germany’s Partnerships for Transformation [wie Fn. 39].

103

 Ministry of Mines of the Republic of India, »Joint Declaration of Intent on Cooperation in the Field of Critical Minerals between the Ministry of Mines of the Republic of India and the Federal Ministry for Economic Affairs and Energy of the Federal Republic of Germany«, Neu-Delhi, 10.1.2026, <https://www.mea.gov.in/Portal/LegalTreatiesDoc/ DE26B4627.pdf> (eingesehen am 19.2.2025).

104

 United Nations Population Fund, »Kenya Population 2025«, 2025, <https://www.unfpa.org/data/world-population/KE> (eingesehen am 14.4.2026).

105

 »Anhaltende Proteste. Präsident Ruto löst Kabinett auf«, Tagesschau (online), 11.7.2024, <https://www.tages‌schau.de/ausland/afrika/kenia-kabinettsaufloesung-100.html> (ein­gesehen am 19.8.2025).

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 World Population Review, »CO₂ Emissions by Country 2026«, <https://worldpopulationreview.com/country-rankings/co2-emissions-by-country> (eingesehen am 14.4.2026).

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 Duncan Clark, »Kenya: Share of Economic Sectors in the Gross Domestic Product (GDP) from 2013 to 2023«, Statista (online), 28.11.2025, <https://www.statista.com/ statistics/451143/share-of-economic-sectors-in-the-gdp-in-kenya/> (eingesehen am 14.4.2026).

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 World Bank Group, »Employment in Agriculture (% of Total Employment) (Modeled ILO Estimate) – Kenya«, 17.1.2026, <https://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EM PL.ZS?locations=KE> (eingesehen am 14.4.2026).

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 President of the Republic of Kenya, »We Are Supporting the Manufacturing Sector to Boost Exports, President Ruto«, Nairobi, 8.4.2024, <https://www.president.go.ke/we-are-supporting-the-manufacturing-sector-to-boost-exports-president-ruto/> (eingesehen am 14.7.2025).

110

 »Share of Manufacturing in Gross Domestic Product (GDP)«, Our World in Data, 2025, <https://ourworldindata.org/‌grapher/manufacturing-value-added-to-gdp?tab=chart&‌country=~KEN> (eingesehen am 14.4.2026).

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 United Nations Industrial Development Organization (UNIDO), Preliminary Roadmap for Industrial Decarbonization – Kenya. Final Report, Wien, Februar 2024, <https://decarbonization.unido.org/wp-content/uploads/2024/07/preliminary-roadmap-for-industrial-decarbonization--kenya-2024.pdf> (eingesehen am 3.6.2025).

112

 Ministry of Environment, Climate Change and Forestry, Kenya’s Third National Greenhouse Gas Inventory Document 1990–2022, Nairobi 2022, <https://unfccc.int/sites/default/‌files/resource/Kenya%20National%20Inventory%20Document.pdf> (eingesehen am 14.7.2025).

113

 UNIDO, Preliminary Roadmap for Industrial Decarbonization – Kenya [wie Fn. 111].

114

 Ece Oyan u.a., Towards a Green H2 Economy: Kenya Country Report, Karlsruhe: HYPAT, 2024 (HYPAT Working Paper Nr. 13/2024), <https://hypat.de/hypat-wAssets/docs/new/publikationen/hypat_country-report_kenya.pdf> (eingesehen am 7.7.2025).

115

 GTAI, »Wirtschaft in Kenia«, Berlin 2025, <https://www. gtai.de/de/trade/kenia-wirtschaft> (eingesehen am 18.6.2025).

116

 BMWE, »Kenia«, Berlin 2025, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Dossiers/Laender /kenia.html> (eingesehen am 23.6.2025).

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 Ministry of Environment, Climate Change and Forestry, Kenya’s Second Nationally Determined Contribution (2031–2035), Nairobi 2025, <https://unfccc.int/sites/default/files/2025-05/KENYAS%20SECOND%20NATIONALLY%20DETERMINED%20CONTRIBUTION%202031_2035.pdf> (eingesehen am 4.7.2025).

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 Republic of Kenya, »National Energy Policy 2025–2034«, <https://web.archive.org/web/20260120070043/https://energy.go.ke/sites/default/files/Final%20Draft%20NEP%202025-2034%20(1).pdf> (eingesehen am 11.7.2025).

119

 UNIDO, Preliminary Roadmap for Industrial Decarbonization – Kenya [wie Fn. 111]; IEA, Kenya 2024. Energy Policy Review, Paris, 14.4.2025, <https://www.iea.org/reports/kenya-2024> (eingesehen am 24.4.2025).

120

 Maria Apergi u.a., »Pathways to a Sustainable Electricity Sector in Kenya: Challenges and Transformational Factors«, in: Utilities Policy, 91 (2024), S. 101854; Jemosop Faith, »Why Kenyan Electricity Is So Expensive Despite Abundant Power«, Africa Digest News (online), 7.4.2025, <https://africa energynews.co.ke/why-kenyan-electricity-is-so-expensive-despite-abundant-power/> (eingesehen am 20.6.2025).

121

 Government of Kenya, Green Economy Strategy and Implementation Plan 2016–2030. A Low Carbon, Resource Efficient, Equitable and Inclusive Socio-economic Transformation, Nairobi, August 2016, <https://faolex.fao.org/docs/pdf/ken170764.pdf> (eingesehen am 15.7.2025).

122

 Jewel Tete, »Kenya’s Evolving Climate Change Regulations: Carbon Markets & Non-market Approaches«, in: Vellum (online), 7.2.2025, <https://vellum.co.ke/kenyas-evolving-climate-change-regulations-carbon-markets-non-market-approaches/> (eingesehen am 28.5.2025).

123

 Octavia Carbon, »Redefining the Carbon Removal Frontier in Kenya«, 2026, <https://www.octaviacarbon.com/> (eingesehen am 5.2.2026).

124

 Climate Change Laws of the World, »Climate Change Act – Kenya«, 2023, <https://climate-laws.org/document/ climate-change-act-2016_7078> (eingesehen am 28.5.2025).

125

 Ministry of Environment, Climate Change and Forestry, Kenya’s Second Nationally Determined Contribution (2031–2035) [wie Fn. 117].

126

 Ministry of Energy and Petroleum, Green Hydrogen Strategy and Roadmap for Kenya, Nairobi, September 2023, <https://energy.go.ke/sites/default/files/KAWI/Publication/GHS_15_11_2023_COMP.pdf> (eingesehen am 11.7.2025).

127

 Ministry of Energy and Petroleum, Kenya Energy Transition & Investment Plan 2023–2050, Nairobi, 2023, <https://energy.go.ke/sites/default/files/KAWI/Kenya-ETIP-2050%202.pdf> (eingesehen am 11.7.2025).

128

 Africa Green Industrialisation Initiative, »About AGII«, 2025, <https://web.archive.org/web/202512111609 22/https://greenindustrialization.africa/about-agii/> (ein­gesehen am 16.3.2026).

129

 UNIDO, Preliminary Roadmap for Industrial Decarbonization – Kenya [wie Fn. 111].

130

 Oyan u.a., Towards a Green H2 Economy [wie Fn. 114].

131

 BMZ, »Kenia«, Berlin 2025, <https://www.bmz.de/de/laender/kenia#anc=id_15494_15494> (eingesehen am 16.7.2025).

132

 Majewski, Klimabezogene öff. Entwicklungsleistungen (ODA) an Indien und Kenia, 2021–2024 [wie Fn. 48].

133

 IKI, »PtX Dialog: Eine globale Wissens- und Austauschplattform zu PtX aufbauen«, Berlin 2025, <https://www.inter national-climate-initiative.com/projekt/ptx-dialog-eine-globale-wissens-und-austauschplattform-zu-ptx-aufbauen-21-i-412-global-g-ptx-dialog/> (eingesehen am 16.3.2026); GIZ, »Klimaneutrale Treibstoffe und Chemikalien fördern«, Bonn/Eschborn 2025, <https://www.giz.de/de/projekte/power-x-dialog> (eingesehen am 16.3.2026).

134

 PtX Development Fund, »Welcome to PtX Development Fund« [wie Fn. 92].

135

 KfW, »Kenia«, 2025, <https://www.kfw.de/microsites/ Microsite/transparenz.kfw.de/#/country/KEN/2021> (ein­gesehen am 18.6.2025).

136

 DEG, »Grüner Strom für Kenia«, Köln, 5.8.2019, <https://www.deginvest.de/Newsroom/News/News-Details_530496.html> (eingesehen am 16.7.2025).

137

 GIZ, »Kenia«, Bonn/Eschborn 2026, <https://www.giz.de/de/weltweit/317.html> (eingesehen am 16.3.2026).

138

 GIZ, »Förderung von Klimastrategien und NDC-Umsetzung auf Distriktebene«, Bonn/Eschborn 2025, <https://www.giz.de/projektdaten/projects.action?request_locale=de_DE&pn=202222271> (eingesehen am 16.3.2026).

139

 BMZ, »Ausbau der Energieversorgung«, Berlin, 2.5.2023, <https://www.bmz.de/de/laender/kenia/kernthema-klima-und-energie-just-transition-58008> (eingesehen am 20.6.2025).

140

 European Commission, »Global Gateway: Launch of the Green Hydrogen Strategy and Roadmap for Kenya«, Pressemitteilung, 5.9.2023, <https://ec.europa.eu/com mission/presscorner/detail/en/ip_23_4324>.

141

 H2-diplo, »Official Opening of the Kenyan-German Hydrogen Diplomacy Office in Nairobi«, 10.5.2024, <https://h2diplo.de/event/official-opening-of-the-kenyan-german-hydrogen-diplomacy-office-in-nairobi/> (eingesehen am 16.7.2025).

142

 IKI, »Accelerated Partnerships for Renewables in Africa (APRA) Implementation Office Fund«, Berlin, März 2026, <https://www.international-climate-initiative.com/en/project/ accelerated-partnership-for-renewables-in-africa-apra-implementation-office-fund-24-i-598-africa-m-apra-1/> (eingesehen am 16.3.2026).

143

 IKI, »Partnerschaft für NET ZERO INDUSTRY: Nach­haltige nationale Transformationspfade zu einer klima­neutralen Industrie bis 2050«, Berlin, März 2026, <https://www.international-climate-initiative.com/projekt/ partnerschaft-fuer-net-zero-industry-nachhaltige-nationale-transformationspfade-zu-einer-klimaneutralen-industrie-bis-2050-23-i-545-global-m-partnership-net-zero-industry/> (eingesehen am 17.7.2025).

144

 BMWE, »Einweihung des 95. RES-Projekts: Erste schwimmende PV-Anlage in Ostafrika in Betrieb genommen«, Berlin, 28.7.2021, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Meldungen/Aktuelle-Meldungen/2021/20210727-RES-95-Projekteroeffnung.html> (eingesehen am 17.7.2025).

145

 BMWE, »Kenia«, Berlin 2026, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Dossiers/Laender /kenia.html> (eingesehen am 6.2.2026).

146

 GIZ, »Von grauer auf grüne Wasserstoffproduktion umstellen«, Bonn/Eschborn, Juni 2024, <https://www.giz.de/de/projekte/projektentwicklungsprogramm-fuer-gruene-wasserstoffprojekte-pep-h2-im-rahmen-der> (eingesehen am 14.4.2026).

147

 BMZ (Hg.), Zukunft zusammen global gestalten [wie Fn. 24].

148

 Oechtering/Thielges, Die internationale Dimension der Industriedekarbonisierung [wie Fn. 25].

149

 Einführung technischer Standards und Normen für grünen Wasserstoff, Beratung bei der Formulierung der erforderlichen Gesetze, Qualitätsinfrastruktur-Dienst­leistungen.

150

 GIZ, »Die grüne Industrialisierung in Usbekistan fördern«, Bonn/Eschborn, September 2023, <https://www.giz.de/de/weltweit/132615.html> (eingesehen am 8.7.2025).

151

 BMWK, »Deutschland und Thailand etablieren Energiedialog« [wie Fn. 36].

152

 Ole Adolphsen/Sonja Thielges, »Europäische Klimapolitik gegen die USA: Auf der Suche nach starken Klimapartner­schaften«, in: Barbara Lippert/Stefan Mair (Hg.), Mit, ohne, gegen Washington: Die Neubestimmung der Beziehungen Europas zu den USA, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Januar 2026 (SWP-Studie 3/2026), S. 72–76, doi: 10.18449/2026S03.

153

 The Federal Government, Indo-German Green Hydrogen Roadmap, Berlin 2024, <https://energyforum.in/fileadmin/india/media_elements/publications/Indo-German_Green_Hydrogen_Roadmap/Indo-German_Green_Hydrogen_Roadmap.pdf> (ein­gesehen am 27.5.2025).

154

 Auswärtiges Amt, »Gemeinsame Erklärung der siebten deutsch-indischen Regierungskonsultationen« [wie Fn. 88].

155

 PtX Development Fund, »Welcome to PtX Development Fund« [wie Fn. 92].

156

 IKI, »Energiespeicher für die Integration Erneuerbarer Energien in Indien (StoREin)«, Berlin, März 2026, <https://www.international-climate-initiative.com/projekt/energiespeicher-fuer-die-integration-erneuerbarer-energien-in-indien-storein-22-i-489-ind-g-storage-for-re-integration-storein/> (eingesehen am 16.3.2026).

157

 Indo-German Energy Forum (IGEF), »About – How We Are Organized«, <https://energyforum.in/about-us/about-how-we-are-organized/> (eingesehen am 29.8.2025).

158

 PtX Hub, »PtX Hub in India« [wie Fn. 84].

159

 BMZ, »Klima-Schuldenumwandlungen – Debt-for-Climate Swaps«, Pressemitteilung, Berlin, 8.12.2023, <https://www.bmz.de/de/themen/klimawandel-und-entwicklung/‌klimafinanzierung/klima-schuldenumwandlungen-195434> (eingesehen am 8.7.2025).

160

 Kenia ist antrags­berechtigt, wie auch Brasilien, Kolumbien, Ägypten, Indien, Marokko und Südafrika.

161

 GIZ, »Kenya«, Bonn/Eschborn 2025, <https://www.giz.de /en/regions/africa/kenya> (eingesehen am 16.3.2026).

162

 IKI, »PtX Dialog« [wie Fn. 133].

163

 GIZ, »Unterstützung afrikanischer Innovationen für geschlechtergerechte, umweltfreundliche und forschungs­basierte Lösungen«, Bonn/Eschborn 2025, <https://www.giz.de/de/projekte/spark-staerkung-von-technologie-oekosystemen-fuer-gendergerechte-klimafreundliche-und> (eingesehen am 16.3.2026).

164

 DEG, »Grüner Strom für Kenia« [wie Fn. 136].

165

 BMWE, »Energieeffiziente Lösungen für Industrie und Gewerbe (inkl. Industrie­gebäude) in Kenia«, Veranstaltung in Berlin, 18.–22.11.2024, <https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Veranstaltungen/Intern/2024/Geschaeftsreisen/gr-kenia.html> (eingesehen am 17.7.2025).

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