Denis M. Tull

Die Afrikapolitik der Volksrepublik China

SWP-Studie 2005/S 20, August 2005, 28 Seiten

Die Volksrepublik China hat sich in den vergangenen zehn Jahre als einflußreicher Akteur in Afrika südlich der Sahara etabliert. Dies stellt eine der zentralen jüngeren Entwicklungen auf dem Kontinent dar, die sowohl die innenpolitischen Verhältnisse in den afrikanischen Staaten als auch ihre Außenbeziehungen nachhaltig beeinflussen könnte.

 

Ausgehend von den Ursachen, Zielen und Strategien der neuen chinesischen Afrikapolitik untersucht die Studie die Frage, wie sich Chinas zunehmendes Engagement auf die politische und ökonomische Entwicklung in Afrika südlich der Sahara auswirkt bzw. auswirken könnte. Des weiteren geht sie der Frage nach, in welchem Verhältnis Chinas afrikabezogene Außenpolitik zur Afrikapolitik Deutschlands steht und welche Implikationen sich daraus für die Bundesrepublik ergeben.

 

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, daß Chinas Afrikapolitik zwar eindeutig von wirtschaftlichen Interessen bestimmt wird, seine internationalen und geopolitischen Ziele aber ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Daß China seinen Einfluß in der Region rasch auszudehnen vermag, beruht vor allem auf seiner Attraktivität für die afrikanischen Länder. Aus ökonomischer Sicht ist Peking für Afrika zu einem alternativen Handelspartner zu den westlichen Staaten geworden; politisch bedeutsam ist Chinas vehemente Verteidigung des Prinzips der staatlichen Souveränität, die dazu beiträgt, die Handlungsspielräume autoritärer Regierungen zu erweitern.

 

Die Rückkehr Chinas auf die afrikapolitische Bühne wirkt sich auf die Länder der Region überwiegend negativ aus. Die Prämissen der chinesischen Außenpolitik stehen im Widerspruch zu den gemeinsamen Bemühungen afrikanischer und deutscher Akteure zur Förderung von Demokratie, Konfliktprävention und Transparenz und drohen diese zu unterlaufen.

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