Arabischer Osten und Arabische Halbinsel

Twitterbild eines Kämpfers der Nusra-Front in Idlib, Syrien 28.03.2016 © picture alliance / AP Photo

Der Arabische Osten, also Syrien, Libanon, Jordanien, Israel-Palästina und der Irak, sowie die Arabische Halbinsel, haben sich seit 2003 neben Ägypten, Pakistan, Afghanistan, Nordafrika und der Sahelzone zur wichtigsten Hochburg des Jihadismus weltweit entwickelt. Damals entstanden die starken al-Qaida-Regionalorganisationen in Saudi-Arabien (al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel) und im Irak (al-Qaida in Mesopotamien), die in ihrem Heimatländern jahrelang anhaltende Terrorkampagnen starteten. Nachdem die saudi-arabische al-Qaida zerschlagen und die irakische al-Qaida (schon unter dem neuen Namen »Islamischer Staat im Irak« – ISI) stark geschwächt war, etablierte sich zwischen 2009 und 2011 die jemenitische al-Qaida (al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel) als neue Avantgarde des internationalen Terrorismus.

Seit Beginn der arabischen Umbrüche im Jahr 2011 profitieren Jihadisten von Bürgerkriegen und Staatszerfall in Syrien und Jemen und den zunehmenden Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten, die insbesondere im Irak die Stabilität des Staates beeinträchtigen. In Syrien kämpfen seit 2011/2012 zahlreiche jihadistische Gruppen, denen sich seitdem mehr als 30.000 ausländische Kämpfer angeschlossen haben – mehrheitlich Saudis, Tunesier, Marokkaner, Jordanier und Türken, aber auch Kaukasier, Europäer und andere westliche Staatsbürger. Besonders folgenreich war der Aufstieg des sogenannten Islamischen Staates (IS). Er war aus der irakischen al-Qaida hervorgegangen, hatte 2013 und 2014 große Teile des Ostens und Nordens Syriens sowie des Nordwestiraks erobert und dort staatsähnliche Strukturen aufgebaut. Seit 2014/2015 sucht er den Kontakt zu gleichgesinnten Gruppen und baut eigene Regionalorganisationen auf, die nun dem al-Qaida-Netzwerk Konkurrenz machen. Die Zahl der Anschläge dieser mit dem IS verbündeten Gruppen nimmt im Jemen, in Saudi-Arabien und in Kuwait seither rasch zu, aber auch die Türkei, Nordafrika und Europa sind betroffen.

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