Klimawandel als Sicherheitsproblem

SG's helicopter flying over the flood waters in the Province of Punjab, near the city of Multan.

© UN Photo by Evan Schneider

 

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Die Furcht vor Klimaflüchtlingen, zerfallenden Staaten oder Kriegen um Nahrungsmittel und Wasser infolge des Klimawandels lässt diesen mittlerweile als Sicherheitsbedrohung erscheinen. Als zunehmende Gefahr gelten zudem die sogenannten Kipp-Punkte ("tipping points"), deren Überschreitung den Klimawandel stark beschleunigen und Teile des Erdsystems irreversibel verändern würde. Klimawandel als Sicherheitsproblem berührt dabei unterschiedliche Politikfelder. Hierzu gehören die klassische Verteidigungspolitik mit einem engen Sicherheitsbegriff genauso wie die präventive Sicherheits- und Entwicklungspolitik und deren Verhältnis zum Klimaregime unter der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Für die Außenpolitik stellt die klimabedingte Sicherheitsproblematik eine neue Herausforderung dar. Sie erfordert vor allem kooperative Politikansätze, die den Bedarf an sicherheitspolitischen Eingriffen gering halten.

Von Januar 2019 bis Dezember 2020 hatte Deutschland einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen inne und führte die Debatte über die sicherheitspolitischen Folgen des Klimawandels fort, die zuvor bereits von anderen Mitgliedern im Sicherheitsrat vorangetrieben wurde. Die Bemühungen, auf den Klimawandel als Gewaltmultiplikator einzugehen, werden von den kleinen Inselstaaten und weiteren Entwicklungsländern begrüßt, von Russland und China aber sehr skeptisch gesehen. Bereits unter dem deutschen Vorsitz 2011 war es dennoch gelungen, eine Stellungnahme des Sicherheitsratspräsidenten zum Thema zu verabschieden. 2017 wurde in der Tschad-See-Resolution der Klimawandel als ein Treiber für die gewaltsamen Konflikte in der Region benannt. Während seiner Ratspräsidentschaft im Juli 2020 organisierte Deutschland eine offene Debatte zu diesem Thema. Auch das Vereinigte Königreich hielt im Februar 2021 eine offene Debatte zu Klima und Sicherheits ab. Norwegen und andere nicht-ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates haben ebenfalls eine erneute Priorisierung von Klimarisiken im Rat für 2021 gefordert.

Literaturliste

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Susanne Dröge

»Dürren und Fluten können Konflikte anheizen«

Interview am Morgen: Klimawandel als Sicherheitsrisiko

Interview von Anna Reuß, in: Süddeutsche Zeitung, 22.02.2021
Christian Schaller

Der Meeresspiegelanstieg als Herausforderung für die maritime Ordnung

Kann das Seevölkerrecht Stabilität gewährleisten?

SWP-Studie 2021/S 01, Januar 2021, 34 Seiten

doi:10.18449/2021S01

Michael Paul

Arktische Seewege

Zwiespältige Aussichten im Nordpolarmeer

SWP-Studie 2020/S 14, Juli 2020, 44 Seiten

doi:10.18449/2020S14

Christian Schaller, Tessa-Sophie Schrader

Der Anstieg des Meeresspiegels als Thema für den VN-Sicherheitsrat

Die völkerrechtliche Dimension des Problems muss stärker in den Fokus rücken

SWP-Aktuell 2020/A 41, Juni 2020, 4 Seiten

doi:10.18449/2020A41

Susanne Dröge

Die Folgen des Klimawandels als sicherheitspolitische Herausforderung

in: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, 12(4), April 2020, S. 405-416

doi:10.1007/s12399-020-00790-0

Susanne Dröge

"Die Bundesregierung kann die Fäden in der Klimadebatte zusammenführen"

Interview von Matthias Jauch, in: Tagesspiegel, 26.01.2019 (online)
Susanne Dröge

Klimawandel als Sicherheitsproblem

Prioritäten für Deutschlands Sicherheitsratssitz 2019–2020

SWP-Aktuell 2018/A 49, September 2018, 8 Seiten
Steffen Angenendt, Susanne Dröge, Jörn Richert (Hg.)

Klimawandel und Sicherheit

Herausforderungen, Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten

Nomos-Buch-Reihe IPS 65, März 2011, 277 Seiten
Susanne Dröge

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf Ressourcen

in: Stormy-Annika Mildner (Hg.)
Konfliktrisiko Rohstoffe?

Beiträge zu Sammelstudien 2011/S 05, Februar 2011, 228 Seiten, S. 173-183
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SWP-Aktuell

Kai-Olaf Lang, Nicolai von Ondarza
Die Zukunft von Fidesz jenseits der EVP

Folgen des Austritts für das europäische Parteiengefüge und für Ungarns Verhältnis zu Deutschland


Anja Dahlmann, Elisabeth Hoffberger-Pippan, Lydia Wachs
Autonome Waffensysteme und menschliche Kontrolle

Konsens über das Konzept, Unklarheit über die Operationalisierung