Christian Wagner

Indiens Afrikapolitik

SWP-Studie 2019/S 11, Mai 2019, 27 Seiten

doi:10.18449/2019S11

Dr. habil. Christian Wagner ist Senior Fellow der Forschungsgruppe Asien.

Indien hat seine Beziehungen zu Afrika seit den 1990er Jahren deutlich ausgeweitet. Drei Gipfeltreffen, ein zunehmender Handelsaustausch und eine neue sicherheitspolitische Zusammenarbeit belegen, dass die Bedeutung des afrikanischen Kontinents für die indische Außenpolitik gestiegen ist.

Mit dem Engagement in Afrika unterstreicht Indien seinen Anspruch, weiterhin als Wortführer der Länder des Globalen Südens aufzutreten. Überdies haben afrikanische Staaten mittlerweile einen größeren Anteil an Indiens Energieeinfuhren, was die Abhängigkeit des Landes von den Staaten im Nahen und Mittleren Osten verringert. Außerdem versucht Indien ein Gegengewicht zu den Aktivitäten Chinas in Afrika aufzubauen. Allerdings ist indischen Entscheidungsträgern bewusst, dass sie auf diesem Feld nicht ernsthaft mit China konkurrieren können.

Deutschland und Indien verbindet eine Reihe gemeinsamer wirtschaft­licher und politischer Interessen. Deshalb besteht ein großes Potential für eine engere Zusammenarbeit in Afrika und im Indischen Ozean. Gemeinsames Anliegen ist es, staatliche Institutionen in Afrika zu stärken, die wirt­schaftliche Entwicklung zu fördern und eine einseitige Abhängigkeit der afrikanischen Staaten von Drittstaaten, allen voran China, zu verhindern. Daraus lassen sich im Zuge einer Dreieckskooperation zwischen Indien, Deutschland und afrikanischen Ländern verschiedene Programme ableiten, so zum Kapazitätsaufbau, für die Aus- und Weiterbildung sowie für die Stärkung kleiner und mittelständischer Unternehmen. Vor allem im Kontext der strategischen Partnerschaft zwischen Indien und Deutschland wäre dies ein wichtiger nächster Schritt, mit dem die bilateralen Beziehungen auf eine neue Ebene gehoben werden könnten.

Problemstellung und Schlussfolgerungen

Die Indische Union hat seit ihrer Unabhängigkeit 1947 gute Beziehungen zu den Staaten Afrikas ent­wickelt. Zunächst standen politische Fragen wie die Unterstützung bei der Dekolonisierung im Vordergrund. Anschließend forcierte Indien die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen im Rahmen der Süd-Süd-Kooperation und unterstrich damit seinen Anspruch, als Repräsentant der Entwicklungsländer aufzutreten. Nach dem Beginn der Libera­lisierung in Indien 1991 sind wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen zunehmend in den Vordergrund gerückt.

Der afrikanische Kontinent hat für Indien seit den 1990er Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Offen­sichtlichster Beleg hierfür sind die drei Indien-Afrika-Gipfeltreffen in den Jahren 2008, 2011 und 2015. Die wichtigste Veränderung besteht darin, dass Indien mehr Energie aus afrikanischen Staaten importierte und damit seine Energieeinfuhren erfolgreich diver­sifiziert hat. Auf diese Weise konnte es seine Abhän­gigkeit vom Nahen und Mittleren Osten verringern. Auch für Indiens globale Ambitionen ist Afrika rele­vant. Indien versteht sich weiterhin als Fürsprecher des Globalen Südens und findet hierfür vor allem in Afrika Unterstützung. Eine wichtige Rolle spielt das Stimmengewicht der afrikanischen Staaten bei einer Reform der Vereinten Nationen (VN) und für Indiens Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat. Darüber hinaus hat sich das Handelsvolumen zwi­schen Indien und Afrika seit den 1990er Jahren deut­lich erhöht. Allerdings ist Afrikas Anteil am indischen Außenhandel nach wie vor eher klein, verglichen mit demjenigen Asiens, Europas oder des Mittleren Ostens. Schließlich haben indische Regierungen mit verschiedenen Initiativen seit den 1990er Jahren ver­sucht, die indische Diaspora anzusprechen und sie auch zu mehr Investitionen in Indien anzuregen. Dies erweist sich im afrikanischen Kontext als relativ schwierig. Von Ausnahmen abgesehen, ist die indisch­stämmige Bevölkerung afrikanischer Länder nicht sehr zahlreich. Außerdem haben viele Angehörige dieser Gruppe, nicht zuletzt auf Anraten früherer indischer Regierungen, mittlerweile die Staatsbürgerschaft ihrer afrikanischen Heimatländer angenommen.

In geopolitischer Hinsicht ist Indiens Afrikapolitik sowohl im Verhältnis zu China als auch zu Deutschland und Europa von Interesse. Oft wird von einer Konkurrenz zwischen Indien und China in Afrika ge­sprochen. Doch die außenpolitischen Entscheidungsträger in Neu-Delhi sind sich sehr wohl bewusst, dass sie nicht über die Mittel und Instrumente verfügen, um mit China in Afrika zu konkurrieren. Allerdings spielt China durchaus eine Rolle in der indischen Außenpolitik gegenüber Afrika. Zum einen orientieren sich Formate wie die Gipfeltreffen mit Afrika ver­mutlich an vergleichbaren chinesischen Initiativen. Zum anderen hat Indien in Reaktion auf die chinesische Belt and Road Initiative (BRI) neue außenpolitische Strategien entwickelt, wie zum Beispiel den Asia-Africa Growth Corridor (AAGC), der gemeinsam mit Japan umgesetzt werden soll.

Der Wandel der indischen Außenpolitik hin zu einer engeren Kooperation mit Partnern in Dritt­staaten eröffnet auch neue Möglichkeiten der Zusam­menarbeit mit Deutschland und der Europäischen Union (EU). Diese Idee wurde 2008 erstmals formuliert, damals aber von indischer Seite nicht weiter­verfolgt.

Für eine solche Kooperation bieten sich Regionen wie Afrika und der Indische Ozean an, in denen Deutschland und Indien eine Reihe gemeinsamer Interessen haben. Erstens ist beiden Staaten daran gelegen, die Seewege im Indischen Ozean zu sichern und gegen Piraterie vorzugehen. Aus deutscher Per­spektive sollen damit auch Fluchtursachen bekämpft und Migrationsströme verringert werden. Zweitens wollen Deutschland und Indien verhindern, dass afri­kanische Staaten durch wachsende Verschuldung in allzu große politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von China geraten.

Aufgrund der Schnittmengen ihrer Interessen verfügen Deutschland und Indien über ein großes Potential für eine künftige engere Zusammenarbeit in Afrika oder im Indischen Ozean. Gemeinsames Anliegen der beiden Staaten in Afrika ist es, staatliche Institutionen auf­zubauen und zu stärken sowie die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Daraus lassen sich ver­schie­dene Programme zum Kapazitätsaufbau, für die Aus- und Weiterbildung sowie für die Stärkung kleiner und mittelständischer Unternehmen ableiten. Vor allem im Kontext ihrer strategischen Partnerschaft wäre dies ein wichtiger nächster Schritt, mit dem die bilateralen Beziehungen zwischen Indien und Deutschland auf eine neue Ebene gehoben wer­den könnten.

Grundzüge indischer Afrikapolitik

Die Indische Union hat ihr Engagement mit afrika­nischen Staaten seit den 1990er Jahren deutlich verstärkt. Der sichtbarste Ausdruck waren die drei Indien-Afrika-Gipfeltreffen in den Jahren 2008, 2011 und 2015 sowie der spürbar gestiegene Handels­austausch zwischen beiden Seiten.

Afrika hat traditionell große Bedeutung in der indischen Außenpolitik.

Der afrikanische Kontinent hat traditionell große politische Bedeutung in der indischen Außenpolitik. Indische Regierungen haben die antikolonialen Be­freiungsbewegungen in afrikanischen Ländern unter­stützt und eng mit ihnen in der Blockfreien-Bewegung und der G77 zusammengearbeitet. Wirtschaftlich hingegen war der afrikanische Kontinent für Indien lange Zeit nicht sonderlich interessant, da es bis 1991 eine binnenorientierte Wirtschaftspolitik verfolgte. Erst infolge der Liberalisierung in Indien nach 1991 wurde Afrika auch als Wirtschaftspartner wichtiger, vor allem im Hinblick auf Indiens wachsenden Ener­giebedarf.

Warum sollte die indische Afrikapolitik von Inter­esse für die deutsche und europäische Außenpolitik sein? Die Indische Union und die Bundesrepublik Deutschland haben im Jahr 2000 eine strategische Partnerschaft vereinbart und seitdem ihre politische, wirtschaftliche, technologische, kulturelle und mili­tärische Zusammenarbeit erheblich ausgeweitet. International verfolgen beide Staaten gemeinsame Interessen, unter anderem eine Reform der Vereinten Nationen, die Wahrung einer regelbasierten inter­nationalen Ordnung und damit verbunden die Stär­kung multilateraler Institutionen.

Auf globaler Ebene bilden der Aufstieg Chinas und die daraus erwachsenden Veränderungen der inter­nationalen Ordnung eine zentrale Herausforderung für Deutschland und Indien. Deutschland hat China lange Zeit vor allem als einen der wichtigsten Wirt­schaftspartner gesehen. Aber seit China immer mehr europäische Hochtechnologie-Firmen aus dem Bereich kritische Infrastruktur übernimmt und sich verstärkt in Mittelosteuropa engagiert, werden seine wirtschaftlichen Aktivitäten im Rahmen seiner Belt and Road Initia­tive (BRI) auch in Deutschland kritischer gesehen. Indien gilt tradi­tionell als Rivale Chinas, auch wenn sich die bilateralen Beziehungen seit der Doklam-Krise 2017 merklich verbessert haben.1 Die Indische Union zählt aber zu den wenigen Staaten in Asien, die eine Teilnahme an der BRI ablehnen.

In regionalen Fragen gibt es ebenfalls eine Reihe gemeinsamer Interessen zwischen Indien und Deutschland. Erstens ist der Indische Ozean für beide Staaten von hoher strategischer Bedeutung. Als füh­rende Handelsnation hat Deutschland ein überragendes Interesse an einem sicheren Welthandel, dessen Hauptrouten unter anderem durch den Indischen Ozean verlaufen. Die Bedrohung der Seewege durch Piraten wie vor dem Horn von Afrika oder ein Wett­lauf um geostrategische Einflusszonen in der Region berühren damit unmittelbar deutsche und euro­päische Interessen. Gleiches gilt für Indien, das sein Gewicht in der Weltwirtschaft vergrößern will. Zudem ist Indien in hohem Maß von Energieeinfuhren aus dem Mittleren Osten und Afrika abhängig und damit ebenfalls auf sichere Schifffahrtswege im Indischen Ozean angewiesen. In diesem Rahmen verfolgt Indien seit einigen Jahren eine Politik der Sicherheitspartnerschaft mit den Inselstaaten im Indischen Ozean, um dem wachsenden Engagement Chinas in der Region zu begegnen.

Zweitens besteht auch in Teilen Afrikas eine Schnittmenge zwischen den strategischen Interessen deutscher und indischer Politik. Für die deutsche Politik ist die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas auch im Hinblick auf die Eindämmung von Migra­tionsströmen wesentlich. Dies wurde auch durch den Afrika-Fokus der deutschen G20-Präsidentschaft 2016/17 unterstrichen. Dagegen sind die afrikanischen Staaten für Indien eher politisch von Bedeutung, vorwiegend als Partner in internationalen Orga­nisationen. Die Wirtschaftsbeziehungen Indiens mit Afrika haben sich zwar deutlich verbessert, doch spielt der afrikanische Kontinent als Ganzes weiterhin nur eine eher geringe Rolle. Ein gemeinsames Inter­esse zwischen Deutschland und Indien in Bezug auf Afrika dürfte sein, eine zu starke politische und wirt­schaftliche Abhängigkeit afrikanischer Staaten von China, zum Beispiel durch wachsende Verschuldung, zu verhindern. Schließlich ist für Indien und Deutschland das Stimmengewicht der afrikanischen Staaten in den Vereinten Nationen für eine mögliche Reform des Sicherheitsrates relevant.

Vorschläge für eine engere Kooperation zwischen Indien und Deutschland hatte es bereits 2008 gegeben. Allerdings wurden sie damals von Indien zurück­gewiesen. Man wollte offensichtlich die eigenen Initiativen und seine Glaubwürdigkeit nicht durch die Zusammenarbeit mit früheren Kolonialmächten gefährden. Deshalb erwog Indien eher eine Koopera­tion mit Brasilien in Afrika statt mit Großbritannien oder Deutschland.2

Durch den wachsenden Einfluss Chinas in Afrika ist der Kontinent für Indien auch zu einer Bühne für die Konkurrenz um Macht- und Einflussbereiche geworden. Indien besitzt jedoch außenpolitisch erheblich weniger Ressourcen als China, wenn es darum geht, eigene Interessen zu verfolgen. Daher hat die indische Regierung von Premierminister Narendra Modi in Reaktion auf die chinesische Belt and Road Initiative seit 2014 eine Reihe von Formen bi- und multilateraler Kooperation neu entwickelt oder wiederbelebt. Damit will Indien dem steigenden chinesischen Einfluss im Indo-Pazifischen Raum, zu dem auch der Indische Ozean und Ostafrika zählen, etwas entgegensetzen.

Hierzu zählt die wachsende bilaterale Zusammenarbeit mit den USA, Japan und Australien. Das 2017 wiederbelebte Quadrilaterale Treffen (»Quad«) der vier Staaten setzte ein deutliches Signal gegen China, wenngleich die künftige Ausgestaltung und Ziel­richtung dieser Institution weiter unklar bleibt. 2017 verständigten sich Indien und Japan darauf, einen Asia-Africa Growth Corridor zu schaffen. Damit ver­suchen die beiden Regierungen, Infrastrukturprojekte in den Anrainerstaaten des Indischen Ozeans und in Afrika voranzutreiben, um den chinesischen Einfluss zu verringern. 2018 unterzeichneten Indien und Frankreich ein Abkommen, das es der indischen Mari­ne künftig erlauben wird, französische Einrichtungen im Indischen Ozean zu nutzen. Die Europäische Union hat mit ihrer Konnektivitätsstrategie für Asien und mit ihrer neuen Indienstrategie im Herbst 2018 neue Instrumente vorgelegt, die auch auf eine engere Kooperation mit Indien in Drittstaaten abzielen.

Angesichts dieses Wandels der indischen Außen­politik, die heute mehr denn je die Zusammenarbeit mit westlichen Staaten sucht, eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für gemeinsame deutsch-indische Initiativen in Drittstaaten. Das forschungsleitende Interesse besteht darin, die Interessen, Ziele und Ver­änderungen der indischen Afrikapolitik in den letz­ten Jahren herauszuarbeiten. Daraus lassen sich Ansatzpunkte für eine engere Zusammenarbeit zwi­schen Deutschland und Indien ableiten. Der regionale Schwerpunkt liegt dabei auf den afrikanischen Staa­ten südlich der Sahara.

Phasen indisch-afrikanischer Beziehungen

Die Beziehungen vor 1991

Der afrikanische Kontinent spielte von Beginn an eine wichtige Rolle in der indischen Außenpolitik. Die Indische Union gehörte 1947 zu den ersten Staaten, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Un­abhängigkeit erlangt hatten. Das Wirken Mahatma Gandhis, der 1914 von Südafrika nach Britisch-Indien zurückgekehrt war, sich dort dem Indian National Congress (INC) angeschlossen und mit friedlichen Mitteln gegen die britische Kolonialmacht gekämpft hatte, diente als Inspiration für den erwachenden afrikanischen Nationalismus in den 1950er und 1960er Jahren.3 Indiens Afrikapolitik hatte zunächst zwei Schwerpunkte:4 erstens die Unterstützung für antikoloniale Befreiungsbewegungen und der Kampf gegen die Apartheid-Regime in Südafrika und Nami­bia,5 zweitens die Frage nach dem künftigen Verhält­nis indischstämmiger Bevölkerungsgruppen in Afrika zur Indischen Union.

In den 1970er und 1980er Jahren unterstützten indische Regierungen auf verschiedene Weise afrika­nische Befreiungsbewegungen, unter anderem in den Vereinten Nationen, in der Blockfreien-Bewegung und im Commonwealth. 1986 erreichte Premier­minister Rajiv Gandhi, dass im Kontext der Blockfreien-Bewegung ein Afrika-Fonds eingerichtet wurde. Indien stellte dem Fonds anfangs 500 Millionen Rupien zur Verfügung, mit denen auch die Front­staaten und Befreiungsbewegungen in Südafrika und Namibia mitfinanziert wurden.6 Im Rahmen seiner Anti-Apart­heid-Politik bildete Indien auch über 300 Anhänger des African National Congress (ANC) aus.7

Nach der Unabhängigkeit stand die indische Regierung vor der Frage, wie mit der indischstämmigen Bevölkerung in Afrika umgegangen werden sollte. Im Zuge des Seehandels im Indischen Ozean hatten sich bereits in vorkolonialer Zeit indische Händler in Ost­afrika niedergelassen. Während der britischen Kolo­nialmacht waren weitere indische Gruppen nach Afri­ka gekommen und hatten teilweise Aufgaben in der Kolonialverwaltung übernommen. In Äthiopien führ­te dies dazu, dass der Begriff des Lehrers nahezu syno­nym dem des »Inders« wurde, auf Mauritius wurde die indischstämmige Bevölkerung die größte Gruppe.8

Der indische Premierminister Jawaharlal Nehru empfahl den Diasporagruppen, sich politisch in ihre jeweiligen afrikanischen Gesellschaften zu integrieren und keine wirtschaftlichen Sonderrechte gegen­über der lokalen Bevölkerung zu beanspruchen.9 Indische Bevölkerungsgruppen nahmen in einigen afrikanischen Staaten auch im Handel und in der Wirtschaft eine herausgehobene Position ein.10 So dominierten die Familien der Madhvanis und Mehtas Teile der Wirtschaft in Uganda, Kenia und Tangan­jika, einem Teil des heutigen Tansanias. Einzelne Vertreter der indischen Gemeinschaft erhielten wichtige politische Ämter in den neuen Staaten. Beispielsweise wurde Narendra Patel Sprecher des Parlaments in Uganda.11

Eine Reihe afrikanischer Staaten wie Kenia und Uganda setzte nach der Unabhängigkeit auf eine Poli­tik der »Afrikanisierung«, die sich gegen nichtafrikanische Gruppen wandte. Das betraf auch die indisch­stämmige Bevölkerung in vielen Ländern. Die indi­sche Regierung unterstützte aber zu jener Zeit die Afrikanisierung und zeigte deshalb kein Interesse daran, als Fürsprecher der indischstämmigen Bevöl­kerungsgruppen im Ausland aufzutreten. Als der kenianische Präsident Jomo Kenyatta im Zuge seiner Nationalisierungspolitik die indische Bevölkerung aufforderte, das Land zu verlassen, konnten nur wenige nach Indien gehen, da die meisten nicht die indische Staatsbürgerschaft besaßen. Ein Tiefpunkt für die indische Diaspora war die Vertreibung aus Uganda 1972 unter dem Regime von Idi Amin.12 Diese wechselhafte Geschichte der indischstämmigen Bevölkerung in Afrika und die lange Vernachlässigung ihrer Anliegen durch die indische Regierung haben dazu geführt, dass sich große Teile der indisch­stämmigen Bevölkerung heute eher ihren afrikanischen Heimatstaaten verpflichtet fühlen.13

Aufgrund der gemeinsamen kolonialen Erfahrungen Indiens und Afrikas arbeitete die indische Regie­rung in den neu geschaffenen internationalen Insti­tutionen eng mit afrikanischen Staaten zusammen. Indien verstand sich von Beginn an als Repräsentant und Wortführer der Entwicklungsländer und propa­gierte eine engere Süd-Süd-Kooperation. Dabei wurde es von vielen afrikanischen Staaten in Foren wie der G77 in den VN und in der Blockfreien-Bewegung unter­stützt. Zudem kooperierte Indien von Anfang an inten­siv mit der 1963 gegründeten Organisation Afrikani­scher Einheit (Organisation of African Unity, OAU).14

Da die Indische Union bis 1991 eine binnenorientierte Wirtschaftspolitik verfolgte, spielten wirtschaftliche Fragen anfangs kaum eine Rolle in den bilate­ralen Beziehungen. Ein wichtiges außenpolitisches Instrument war jedoch die bereits 1964 begonnene Süd-Süd-Kooperation durch das Programm Indian Technical and Economic Cooperation (ITEC), an dem viele Vertreter afrikanischer Staaten teilnahmen.

Neue Afrikapolitik nach 1991

Das Jahr 1991 markiert einen Wendepunkt in der indischen Politik. Die damalige Zahlungsbilanzkrise, mit ausgelöst durch den Zerfall der Sowjetunion, die zu jener Zeit Indiens wichtigster Handelspartner war, führ­te zu umfassenden wirtschaftspolitischen Refor­men und zur Abkehr vom bis dahin praktizierten Modell der binnenmarktorientierten Entwicklung. Alle indi­schen Regierungen setzen seitdem auf aus­ländische Direktinvestitionen, Technologietransfer, Export­förderung und eine stärkere Einbindung in den Welt­markt.

Die damit verbundene Liberalisierung wirkte sich auch in vielfältiger Weise auf die Außenpolitik aus. Neben den neuen Interessen am Ausbau der wirt­schaftlichen Beziehungen traten mit Blick auf Afrika weitere Faktoren hinzu. Erstens wurde Themen wie Energiesicherheit und Diversifizierung der Importe nun erheblich mehr Bedeutung in der indischen Außenpolitik beigemessen. Zweitens verschärfte das wachsende Engagement Chinas in Afrika die Kon­kurrenz um Ressourcen und Einflussmöglichkeiten. Drittens wurde in den 1990er Jahren die Diaspora neu bewertet und galt von da an als potentielles außenpolitisches Instrument. Dieser Umschwung hatte auch Folgen für Afrika.

In einigen Bereichen blieben die indischen Interessen gegenüber Afrika aber auch konstant. Mit seinem Engagement dort konnte Indien zum einen seinen seit den 1970er Jahren immer wieder erhobenen internationalen Führungsanspruch als Fürsprecher des Globalen Südens weiter untermauern. Zum ande­ren setzt sich Indien für eine Reform der Vereinten Nationen ein und strebt einen eigenen ständigen Sitz im Sicherheitsrat an. Für eine solche Reform ist das Stimmengewicht der afrikanischen Staaten von zen­traler Bedeutung. Im Bereich Sicherheit nahm seit dieser Zeit neben den Blauhelmeinsätzen der VN auch der Kampf gegen Terrorismus und Piraterie in den Beziehungen zu Afrika mehr Raum ein.15

Die politischen Beziehungen

Das sichtbarste Zeichen für Afrikas gestiegenen Stellenwert in der indischen Außenpolitik sind die indisch-afrikanischen Gipfeltreffen. Indien reagierte damit auch auf das zunehmende Engagement Chinas in Afrika.16 Die chinesische Regierung hatte bereits im Jahr 2000 ein erstes Treffen mit Ministern aus Afrika veranstaltet und seitdem ihr politisches und wirtschaftliches Engagement in dem Kontinent sukzessiv erhöht.17 Angesichts der Konkurrenz um Ressourcen und Einflusssphären musste Indien neue Formate für seine künftige Afrikapolitik entwickeln.

Indien unterstreicht seinen Anspruch, nach wie vor als Wortführer des Globalen Südens aufzutreten.

Die vereinbarten Gipfeltreffen sollten alle drei Jahre abwechselnd in Indien und Afrika stattfinden. Das erste wurde im April 2008 in Neu-Delhi abgehalten. Die 14 afrikanischen Staaten, deren Vertreter daran teilnahmen, wurden von der Afrikanischen Union (AU) ausgewählt. In dem beim Gipfel vereinbarten Africa-India Framework for Cooperation ver­ständigten sich beide Seiten auf neun Bereiche der Kooperation. Indien bewilligte neue Kreditlinien in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar und räumte afri­kanischen Least Developed Countries (LDC) Zollvergünstigungen ein, um den Handel anzukurbeln.18

Das zweite Treffen, diesmal mit 15 afrikanischen Staaten, ging fristgemäß im Mai 2011 in Addis Abeba vonstatten. Das dabei verabschiedete Africa-India Framework for Enhanced Cooperation weitete die bilaterale Zusammenarbeit auf andere Bereiche aus.19 Indien sagte neue Kredite in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar zu und kündigte an, 700 Millionen US-Dollar für den Aufbau neuer Institutionen und Bil­dungsmaßnahmen in Afrika bereitzustellen.20 Zudem vergab das Land 400 neue Stipendien für afrikanische Studierende und 500 zusätzliche Ausbildungsplätze im ITEC-Programm. Der damalige Premier­minister Manmohan Singh erklärte, die Zahl der afri­kanischen Studierenden in Indien werde damit auf über 22 000 Personen anwachsen.21

Das dritte Gipfeltreffen zwischen Indien und den afrikanischen Staaten musste 2014 wegen des Ebola-Ausbruchs verschoben werden und wurde im Oktober 2015 in Neu-Delhi nachgeholt.22 Bei den beiden ersten Gipfeln war die Teilnehmerzahl auf 10 bis 15 Staaten aus der Afrikanischen Union be­schränkt. Beim bis­lang letzten Gipfeltreffen 2015 gab es keine Restrik­tionen mehr. Dort nahmen hochrangige Vertreter von über 40 afrikanischen Staaten teil, was zugleich ein großer diplomatischer Erfolg für Indien war.23 Auch erweiterte die indische Regierung die Agenda. Hatten bis dahin überwiegend Themen wie Kreditvergabe und Entwicklungshilfeprojekte im Vordergrund ge­standen, betonte die indische Regierung 2015 vor allem sicherheitspolitische Fragen und den Wunsch, gemeinsam den Terrorismus zu bekämpfen.24

Die verbesserten politischen Beziehungen zeigen sich auch in der Reisediplomatie hochrangiger indi­scher Politiker.25 Seit dem Amtsantritt von Premierminister Narendra Modi 2014 wurde jedes afrikanische Land von mindestens einem indischen Minister besucht.26 Der Premier selbst bereiste mehrere afrika­nische Länder, zuletzt im Rahmen des Gipfeltreffens der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) in Südafrika im Sommer 2018.27

Schließlich plant die indische Regierung, auch ihre politische Präsenz in Afrika auszubauen. Anfang 2018 verfügte Indien über 29 Botschaften in afrikanischen Ländern. Um der wachsenden Bedeutung des Kontinents gerecht zu werden, sollen bis 2021 dort 18 neue Botschaften eröffnet werden, was einer Stei­gerung von über 60 Prozent entspräche. Sie sollen nicht nur helfen, die wirtschaftlichen Beziehungen auszuweiten, sondern auch die Verbindungen zur Diaspora weiter stärken.28

Die indische Diaspora

Die indische Diaspora besteht aus zwei verschiedenen Personengruppen, sogenannten Non-Resident Indians (NRIs) und Persons of Indian Origin (PIOs). Die NRIs sind indische Staatsbürger, die ausgewandert sind. Dagegen haben die PIOs zwar indische Vorfahren, haben jedoch die Staatsbürgerschaft ihres neuen Heimatlandes angenommen und sind damit keine indischen Staatsbürger.

Die Gesamtzahl der indischen Diaspora wird global auf ungefähr 25 bis 30 Millionen Personen geschätzt. Dabei leben in elf Staaten jeweils mehr als eine Million von ihnen, in 22 Staaten jeweils mindestens 1000.29 Auf Afrika entfallen rund 8 Prozent der gesamten indischen Diaspora. Die größten Gruppen befinden sich in Südafrika (rund 1,5 Millionen), Mauritius (855 000), Réunion (220 000), Kenia (100 000), Tansania (100 000) und Uganda (90 000).30

Einen großen Anteil an der Gesamtbevölkerung hat die Diaspora vor allem in den Inselstaaten des Indischen Ozeans. So beträgt der Anteil der indischstämmigen Bevölkerung auf Mauritius über 60 Pro­zent, auf Réunion 31 Prozent und auf den Seychellen rund 6 Prozent. In den Flächenstaaten dagegen liegt ihr höchster Anteil nur bei 2,5 Prozent (in Süd­afrika); noch weitaus niedriger ist der Anteil zum Beispiel in Botswana (0,66 Prozent), Kenia (0,3) und Tansania (0,28).31 Im Unterschied zur indischen Diaspora in den USA machen es die Zersplitterung und die über­wiegend sehr geringen Bevölkerungs­zahlen in den afrikanischen Staaten für die indische Regierung schwierig, sich an die indischstämmigen Gruppen zu wenden.32

Hatte Nehru sich in den 1950er Jahren noch für eine Eingliederung der indischstämmigen Diaspora in ihren Staaten ausgesprochen, wurde die Rolle der Diaspora für die indische Außenpolitik in den 1990er Jahren grundsätzlich neu bewertet. Hintergrund waren unter anderem die positiven Erfahrungen Chinas. Chinesischstämmige Bevölkerungsgruppen im Aus­land hatten mit ihren Investitionen in der Heimat maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung Chinas beigetragen. Die indische Regierung richtete Mitte der 1990er Jahre eine neue Abteilung ein, um die verschiedenen Gruppen indischer Perso­nen im Aus­land besser zu unterstützen. Im Vordergrund dabei stand die indische Gemeinschaft in den USA. Sie war wirtschaftlich sehr erfolgreich, und es ist zu einem großen Teil ihrem politischen Engagement zu verdan­ken, dass sich die bilateralen Bezie­hungen zwischen den beiden größten Demokratien verbesserten. Da­neben wurde die Diaspora als Teil der indischen Soft Power in den Partnerländern gesehen, mit deren Hilfe sich das Ansehen Indiens erhöhen lässt.33

Nach ihrem Regierungsantritt 1999 verstärkte die Bharatiya Janata Party (BJP) ihre Anstrengungen gegenüber der Diaspora. Im September 2000 setzte die Regierung eine hochrangige Kommission ein, die neue Vorschläge unterbreiten sollte, um die Beziehungen zur Diaspora zu fördern. Der im Januar 2002 veröffentlichte Kommissionsbericht sah unter ande­rem vor, NRIs und PIOs, die vor allem in westlichen Industriestaaten ansässig waren, die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft zu geben.34

Seit seinem Regierungsantritt 2014 bemüht sich Premierminister Modi bei seinen Auslandsreisen in­tensiv um die Diaspora. So hielt er bei seinem ersten Amerikabesuch im September desselben Jahres eine Rede für die indische Diaspora im Madison Square Garden in New York. Ähnliche Auftritte absolvierte Modi während seiner Reisen nach Großbritannien und Australien. Auch bei seinem Besuch in Uganda im Sommer 2018 wandte sich Modi mit einer Rede an die indischstämmige Gemeinschaft im Land.35

Die eher kleinen Bevölkerungszahlen indischstämmiger Gruppen, die mangelnde Unterstützung der indischen Regierung für sie sowie die eigenen Integrationserfolge in den afrikanischen Staaten er­klären, warum diese neue außenpolitische Initia­ti­ve anfangs nur auf geringes Interesse in Afrika stieß. So fand der neu eingeführte Ausweis für PIOs zu­nächst auch aufgrund der hohen Gebühren nur wenig Anklang.36 Zudem zeigte eine Untersuchung aus dem Jahr 2006, dass deutlich mehr indischstämmige Personen die Staatsbürgerschaft ihres neuen Heimatlandes übernommen hatten als zum Beispiel Chinesen.37 2006 führte die indische Regierung das Programm Overseas Citizenship of India (OCI) ein, das NRIs und PIOs eine begrenzte Form der doppelten Staatsbürgerschaft ermöglichte.38

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit

Im Unterschied zu westlichen Industriestaaten, die ihre wirtschaftliche von ihrer entwicklungspolitischen Zusammenarbeit trennen, sind beide Bereiche in Indien eng miteinander verzahnt. Offiziell betreibt Indien keine Entwicklungszusammenarbeit (EZ), sondern Süd-Süd-Kooperation. Mit diesem Begriff will man sich in Indien bewusst auch von der westlichen EZ absetzen.39 Neben dem klassischen bilateralen Handel umfasst die Süd-Süd-Kooperation verschiedene Instrumente und dient dem Kapazitätsaufbau, der Kreditvergabe und der Export- bzw. Wirtschaftsförderung für indische Unternehmen.40 Normative Erwägungen wie zum Beispiel die Frage der Demo­kratie spielen hier keine Rolle. Indien unterstützt viele afrikanische Staaten technisch und administrativ beim Aufbau demokratischer Systeme. Dies ist entspricht aber nicht einer westlichen Politik der Demokratieförderung.

Handel und Energie

Bereits 2002 startete die staatliche indische Export-Import-Bank (EXIM) das Focus-Africa-Programm, um die Wirtschaftsbeziehungen mit ausgewählten Staa­ten in der Region auszubauen. Im Vordergrund stan­den dabei zunächst Äthiopien, Kenia und Mauritius. Später kamen Nigeria, Südafrika, Äthiopien, Tansania und Ghana hinzu. Die Kreditvergabe an diese Staaten wurde ausgeweitet, um deren Importe von Waren und Dienstleistungen aus Indien zu unterstützen. Zudem erhielten indische Unternehmen, die in diese Staaten exportieren wollten, einen besonderen Status und stärkeren Rückhalt durch die jeweiligen indi­schen Botschaften vor Ort.41

2004 rief Indien zusammen mit acht westafrika­nischen Staaten42 die sogenannte TEAM-9-Initiative (Techno-Economic Approach for Africa-India Move­ment) ins Leben, ebenfalls mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen zu erweitern. Besondere Bedeutung hatte zum damaligen Zeitpunkt Äquato­rial-Guinea. Indien wollte sich mit der Initiative an der Erschließung von Ölvorkommen im Golf von Guinea beteiligen.43 Während des ersten Gipfeltreffens 2008 setzte Indien eine Reihe von Zollsenkungen für afrikanische Least Developed Countries in Kraft.

Die verschiedenen Initiativen haben zu einer deut­lichen Ausweitung des Handels beigetragen. So wuchs das Handelsvolumen zwischen Indien und den afrika­nischen Staaten, das 2001 noch bei 5,3 Milliarden US-Dollar gelegen hatte, bis 2005 auf 12 Milliarden und bis 2013 auf 70 Milliarden US-Dollar. Beim World Economic Forum in Delhi 2014 bekräftigten beide Seiten ihre Absicht, bis zum Jahr 2020 ein Handels­volumen von 500 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Neben der Erweiterung des Handels unterstützt die indische Regierung private Investoren und strebt an, den Handel zu diversifizieren. Die Confederation of Indian Industry (CII) etwa organisierte neun Indien-Afrika-Treffen für ihre Mitgliedsfirmen.44

Allerdings ist der Handel in den letzten Jahren wieder rückläufig. So sank das Handelsvolumen von 71,5 Milliarden US-Dollar im Haushaltsjahr 2014/15 auf 56,7 Milliarden 2015/16 und schließlich auf knapp 52 Milliarden 2016/17. Zudem hat sich die Handels­bilanz mittlerweile zugunsten Afrikas ent­wickelt. Konnte Indien im Haushaltsjahr 2005/06 noch einen Handelsüberschuss von 2,1 Milliarden US-Dollar erzielen, war daraus 2015/16 ein Defizit von 6,6 Milli­arden US-Dollar geworden. Als Hauptursache hierfür gelten die gestiegenen Öl- und Rohstoffpreise.45

Darüber hinaus konzentriert sich der Handel Indiens gegenwärtig auf nur wenige Staaten und Produkte. Die sechs afrikanischen Staaten Nigeria, Südafrika, Angola, Ägypten, Marokko und Algerien sind für 89 Prozent der Exporte nach Indien verantwortlich. Den Produktschwerpunkt bilden Energie und Rohstoffe wie Öl, Gas, Erze und Gold.46 Allein die Öl- und Gasexporte machen inzwischen zwei Drittel der afrikanischen Exporte nach Indien aus. Damit ist der afrikanische Kontinent mit einem Anteil von rund 24 Prozent zu einem wichtigen Energielieferanten Indiens geworden.47 2005 hatte es noch kaum Energielieferungen aus Afrika gegeben.

Indien importiert mehr Energie aus Afrika und ist nun weniger abhängig vom Nahen und Mittleren Osten.

Die neue Bedeutung der Energieexporte hat auch die Handelsgewichte in Afrika verändert. So entfielen 2001 noch ungefähr 60 Prozent der Ausfuhren nach Indien auf das südliche Afrika, gegenüber lediglich 16 Prozent aus Westafrika. Bis 2011 hatte sich das Bild gewandelt. In dem Jahr kamen rund 40 Prozent der Ausfuhren nach Indien aus Westafrika, während der Anteil des südlichen Afrika auf 24 Prozent gesun­ken war. Die Staaten Ostafrikas mit ihrem traditionell hohen Anteil indischstämmiger Bevölkerung sind zwar der wichtigste Markt für indische Produkte, stellten aber 2011 nur zwei Prozent der afrikanischen Exporte nach Indien.48 Seine neue Bedeutung gewann Westafrika in erster Linie durch Öl- und Energieeinfuhren vor allem aus Nigeria und den Staaten am Golf von Guinea.

Für Indien ist Südafrika der bedeu­tend­ste Handelspartner, mit über 22 Prozent der indi­schen Ausfuhren. Tansania wies in den letzten Jahren das größte Wachstum auf und hat mittlerweile einen Anteil von über 9 Prozent der indischen Exporte nach ganz Afrika. Bei den indischen Exportgütern handelt es sich vorwiegend um raffinierte Petroleumprodukte, Automobile und Automobilteile, Pharmazeutika sowie elektrische und industrielle Maschinengüter. Dabei gibt es regionale Unterschiede. Nach Ostafrika und ins südliche Afrika exportiert Indien hauptsächlich Petroleumprodukte, nach West- und Zentral­afrika Pharmazeutika und nach Nordafrika Fahrzeuge und Fahrzeugteile.49

Afrikanische Staaten sind für Indien aber nicht nur als Lieferanten von Öl und Gas, sondern auch von Uran interessant. Da Indien den Nichtverbreitungsvertrag (NVV) nicht unterzeichnet hat, sind die Bezie­hungen zu Staaten wie Niger und Namibia, die nicht Mitglieder in der Nuclear Suppliers Group (NSG) sind, für Indien von hohem strategischem Interesse.50

Neben den bilateralen Beziehungen kooperiert Indien mit einer Reihe regionaler Organisationen in Afrika. Seit 2006 gibt es eine Zusammenarbeit zwi­schen dem indischen Staat und der Southern African Development Community (SADC).51 Die indische Exim Bank unterstützt durch Darlehen und Kredite auch den Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA), damit die teilnehmenden Staaten mehr indische Güter und Produkte kaufen.52 Auch afrikanische Einrichtungen honorieren die Entwicklungszusammenarbeit mit Indien. So hielt die African Development Bank 2017 ihre jährliche Versammlung im indischen Bundesstaat Gujarat ab, der zuvor von Premierminister Modi regiert worden war.53

Darüber hinaus arbeitet Indien auch in Regionalorganisationen wie der Indian Ocean Rim Association (IORA) mit den Inselstaaten und ostafrikanischen Anrainerstaaten zusammen. Die Organisation war 1997 von Indien, Südafrika, Australien und Singapur ins Leben gerufen worden. Indien war maßgeblich daran beteiligt, dass die IORA im Jahr 2013 neu aus­gerichtet wurde. Seitdem finden in ihrer Arbeit auch Fragen der maritimen Sicherheit größere Beachtung.54

Die von Indien 2015 während des Afrika-Gipfels initiierte International Solar Alliance (ISA) setzt auf den Ausbau und die stärkere Nutzung von Sonnenenergie. Indien konnte in den letzten Jahren einige weitere afrikanische Länder für die ISA gewinnen.55 Schließlich existieren mit Staaten wie Südafrika noch Sonderbeziehungen: Beide treten im BRICS-Format und im India-Brazil-South Africa Dialogue Forum (IBSA) für eine Neuordnung des internatio­nalen Systems ein.56

Süd-Süd-Kooperation

Trotz seiner wirtschaftlichen Erfolge und hohen Wachstumsraten seit 1991 ist Indien bis heute einer der größten Empfänger staatlicher Entwicklungshilfe sowohl von multilateralen Organisationen als auch von bilateralen Gebern. Anfang 2018 betrug das Gesamtvolumen der bundesdeutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Indien 8,5 Milliarden Euro.57 Allerdings hat Indien bereits 1964 mit dem ITEC-Pro­gramm selbst begonnen, entwicklungspolitische Maß­nahmen in anderen Staaten zu finanzieren. ITEC ist mittlerweile eines der wichtigsten außenpolitischen Instrumente, um die Süd-Süd-Kooperation auszubauen, zu der auch die Beziehungen zu Afrika zählen.

Seit Jahrzehnten betreibt Indien Entwicklungspolitik in Afrika und steigerte so seinen Einfluss dort.

Bei der Vergabe seiner entwicklungspolitischen Maßnahmen orientiert sich Indien aber nicht an den Kriterien des Development Assistance Committee (DAC) der OECD, in dem die meisten Geberländer sich auf einheitliche Standards festgelegt haben. Zwar folgt Indien als Nehmerland den DAC-Kriterien, nicht jedoch als Geberland.58 Dies würde eine Reihe von Verpflichtungen beinhalten, die indische Regierungen in anderen Politikfeldern als unzulässige Ein­mischung in innere Angelegenheiten ablehnen.

Erster Schwerpunkt der entwicklungspolitischen Maßnahmen sind Ausbildung und Training in Berei­chen wie Finanzen und Buchhaltung, Informationstechnologie, Förderung kleiner und mittlerer Unter­nehmen, Sprachen, ländliche Entwicklung, Umwelt und erneuerbare Energien.59 Diese Programme wenden sich vor allem an hohe Verwaltungsbeamte, Wissenschaftler, Politiker und Militärs aus Staaten des Globa­len Südens, finden aber überwiegend an Einrichtungen in Indien statt. Im indischen Selbstverständnis sollen durch diese Maßnahmen die eigenen Erfah­rungen geteilt und damit die Süd-Süd-Kooperation gestärkt werden.60 Neben ITEC gibt es ähnliche Maß­nahmen im Special Commonwealth Assistance for Africa Programme (SCAAP) oder im Technical Co­operation Scheme (TCS) des Colombo-Plans von 1951. Des Weiteren werden im Rahmen von ITEC indische Experten, darunter auch Militärberater, ins Ausland geschickt, Projektstudien erstellt, Studienreisen durch­geführt sowie Mittel für Katastrophenhilfe bereit­gestellt.61 Ferner bietet der Indian Council for Cultural Relations (ICCR) jährlich 3365 Stipendien in insgesamt 24 Programmen an, wovon ungefähr 900 für Afrika vorgesehen sind.62

Diese Programme haben vermutlich dazu bei­getragen, Indiens Position als Wortführer der Ent­wicklungsländer über die Jahre hinweg zu stärken. Bis 2006/07 hatten bereits 40 000 Personen Veranstaltungen des Programms absolviert.63 2013/14 wurden Bewerbern aus 161 Staaten insgesamt 8000 Plätze in 280 Kursen an 47 Bildungseinrichtungen in Indien angeboten.64 Damit dürften bis heute weit über 50 000 Personen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung von Entwicklungsländern zu Aus- und Weiterbildungszwecken in Indien gewesen sein. So rühmt sich die indische Regierung, dass bislang 13 amtierende oder frühere Präsidenten, Premierminister und Vizepräsidenten aus afrikanischen Staaten zuvor an Ausbildungsmaßnahmen in Indien teilgenommen haben. Hinzu kommen sechs amtierende oder frühe­re Armeechefs, die an Einrichtungen in Indien aus­gebildet wurden.65

Das ITEC-Programm wird vom indischen Außenministerium (Ministry of External Affairs, MEA) ver­waltet, so dass die Vergabe von Ausbildungsplätzen und Stipendien relativ rasch an veränderte außen­politische Zielsetzungen angepasst werden kann.

Allerdings zeigt sich bei der regionalen Verteilung, dass Afrika noch immer keine große Rolle im Gesamt­kontext der Mittelvergabe spielt. Der Schwerpunkt des ITEC-Programms liegt weiterhin auf Indiens Nach­barstaaten in Südasien. 2013/14 flossen über 80 Pro­zent aller entwicklungspolitischen Mittel in die Nach­barländer, vor allem nach Bhutan (48,8 Prozent), Bangladesch (10,7 Prozent) und Afghanistan (9,7 Pro­zent). Demgegenüber erhielten alle afrikanischen Länder zusammen nur 4,6 Prozent.66

Der zweite Pfeiler der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit sind die Kredite und Zuschüsse der staatlichen Export-Import-Bank an Entwicklungs­länder. In den letzten Jahren hat Indien sein finan­zielles Engagement in der Süd-Süd-Koope­ration konti­nuierlich ausgeweitet und verzeichnete 2014/15 ins­gesamt 194 Kreditlinien für 63 Staaten in Höhe von 11,7 Milliarden US-Dollar.67

Dabei ging der Großteil der finanziellen Unter­stützung, nämlich 6,6 Milliarden US-Dollar, an afri­­kanische Staaten.68 Im Zeitraum von 2006 bis 2015 ent­fielen rund 58 Prozent aller Darlehen und Kredite auf Länder Afrikas.69 Das Geld wird hauptsächlich für den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen mit Indien bzw. für die Aktivitäten indischer Unternehmen in Afrika eingesetzt. So beinhaltete das Focus-Africa-Programm Kreditlinien, um den Export indi­scher Waren in die Economic Community of West African States (ECOWAS) zu erleichtern. Die Kredite sind somit weniger entwicklungspolitische als viel­mehr wirtschaftsfördernde Mittel für private und staatliche indische Unternehmen.70

Die wichtigsten Sektoren für indische Unternehmen in diesem Kontext sind Landwirtschaft, pharmazeu­tische Industrie, Informationstechnologie, Finanzen, Textilien sowie der Energie- und der Automobilsektor.71 Alle großen international agierenden indischen Firmen wie ArcelorMittal, Vedanta Resources, die Tata-Gruppe und Airtel sind in Afrika vertreten.

Indien ist auch auf verschiedene Weise in Afrikas Infrastrukturentwicklung aktiv. Bereits 1956 errich­te­te Indien ein technisches College in Nairobi. Indische Firmen verlegten 2009 eine Pipeline von Khartum nach Port Sudan, indische Unternehmen wie Airtel haben für viele afrikanische Staaten interessante Angebote für elektronische Bezahlsysteme in länd­lichen Regionen.72 Die Tata-Gruppe betreibt unter anderem eine kaffeeverarbeitende Fabrik in Uganda und ein Fahrzeugwerk in Sambia und hilft den Staa­ten damit, ihre Exporte zu diversifizieren.73 Indische Pharmaunternehmen wie Ranbaxy haben ihre Pro­duktion in Afrika ausgeweitet. Aufgrund von Aus­nahmeregelungen der Welthandelsorganisation (WTO) können sie günstige Medikamente zur HIV/AIDS-Bekämpfung herstellen. Die günstigen indischen Arzneimittel haben den Anteil der behandelten AIDS-Patienten zum Beispiel in Nigeria deutlich gesteigert.74

Indien hat mit vielen Vorhaben den Aufbau pan­afrikanischer Einrichtungen unterstützt. Vorzeige­projekte sind etwa das Pan African E-Net­work Project mit drei Universitäten in Ghana, Kamerun und Ugan­da sowie ein Zentrum für Telemedizin in Tansania.75 Weitere Beispiele bilden das India-Africa Institute of Foreign Trade, das India-Africa Institute of Agriculture and Rural Development, die India-Africa Civil Aviation Academy, das India-Africa Institute of Edu­cation, Planning and Administration und das India-Africa Institute of Information Technology.76

Daneben fördert Indien eine Reihe afrikanischer Staaten wie Äthiopien bei der Com­puterisierung ihres Zollsystems, um die Abwicklung des Handels zu ver­bessern.77 Indien beteiligt sich mit einem Kredit von 300 Millionen US-Dollar an der neuen Eisenbahnlinie zwischen Äthiopien und Dschi­buti.78 Ein weiterer Schwerpunkt in der Kooperation mit afrikanischen Ländern sind Programme für günstigen Wohnungsbau, die unter anderem gemein­sam mit Sambia, Kenia, Togo und Mauretanien betrie­ben werden.79

In den offiziellen Verlautbarungen erscheint die entwicklungspolitische Zusammenarbeit in einem positiven Licht, doch gibt es auch negative Aspekte. So setzt der afrikanische Markt hohe Hürden für indi­sche Unternehmen. Unternehmensvertreter beklagen fehlende Informationen über die jeweiligen natio­nalen Märkte in Afrika, unterschiedliche Standards sowie Defizite in der Infrastruktur.80 Kritisiert werden auch hohe Transportkosten, ein schlechtes Geschäftsklima, verbreitete Korruption und ein schwieriger Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten.81 Indische Unternehmen gelten als anfällig für Bestechung, was vermutlich mit dem hohen Maß an Korruption im eigenen Land zusammenhängt.82 Außerdem werden indische Firmen des Land-Grabbings zum Beispiel in Äthiopien beschuldigt. Der Landerwerb in Afrika ist vor allem für Großinvestoren interessant, da die Land­preise oft unter denen in Indien liegen. So können beispielsweise indische Nahrungsmittelfirmen deut­lich größere Flächen erwerben als in Indien und ihre Pro­duktion für den indischen Markt preisgünstig in Dritt­staaten auslagern.83 In diesem Zusammenhang wurden auch immer wieder Teile der ortsansässigen Bevölkerung vertrieben.84 Als die kanadische Ölfirma Talisman aufgrund des Drucks von Menschenrechtsorganisationen zwei Ölfelder im Sudan verkaufen musste, wurden diese von der staatlichen indischen Ölgesellschaft ONGC Videsh Limited erworben.85

Vor diesem Hintergrund wurde vorgeschlagen, dass indische Firmen sich verstärkt auf Grundsätze unter­nehmerischer Sozialverantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) verpflichten sollten, um zu einem besseren Geschäftsklima und einem höheren Ansehen in der Bevölkerung beizutragen.86

Die Entwicklungsprojekte des indischen Staates und der privaten Unternehmen kranken auch in Afrika daran, dass sie oft nur mangelhaft umgesetzt werden. Das betrifft sowohl das Tempo als auch den Umfang. Effektive Implementierung von Projekten in Afrika scheint indischen Unternehmen große Schwie­rigkeiten zu bereiten, wie häufig beklagt wird.87

Auch der kulturelle Austausch, zum Beispiel durch Stipendien und eine wachsende Zahl afrikanischer Studierender in Indien, führt oftmals zu Problemen. Es gibt teilweise massive Vorurteile innerhalb der indischen Bevölkerung gegenüber afrikanischen Stu­dierenden,88 und es kommt immer wieder auch zu gewaltsamen Angriffen. Nach der Tötung eines kon­golesischen Studenten in Neu-Delhi im Frühsommer 2016 empfahlen die Botschafter afrikanischer Staaten ihren Regierungen, zunächst keine weiteren Studen­ten nach Indien zu schicken.89 In Reaktion auf den Zwischenfall wurden sogar indische Einrichtungen in Kinshasa attackiert.90 Nach einer Reihe von Über­griffen auf afrikanische Staatsbürger in Indien droh­ten die Botschafter afrikanischer Staaten in einer gemeinsamen Erklärung Anfang April 2017 in Delhi sogar damit, die Angelegenheit vor den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zu bringen.91

Auslandsinvestitionen

Im Zeitraum von 2002 bis 2012 flossen rund 64 Milli­arden US-Dollar an Investitionen aus Afrika nach Indien. Überraschenderweise ist ein kleines afrikanisches Land der weltweit größte Direktinvestor in Indien: Mauritius.92 99,5 Prozent aller afrikanischen Investitionen in Indien wurden von dort aus getätigt.93 Die nächstgrößten Investoren in diesem Zeitraum waren Marokko und Südafrika.94

Diese Besonderheit ist allerdings nicht der Wirtschaftskraft des Inselstaates mit seinem hohen indi­schen Bevölkerungsanteil geschuldet, sondern der dortigen vorteilhaften Steuergesetzgebung. Um Steuern zu sparen, nutzen offensichtlich ausländische Firmen – aber auch indische Unternehmen, deren Inhaber Inder im Ausland (Non-Resident Indians) sind – Mauritius als Ausgangspunkt für ihre Investitionen in Indien. Deshalb hat der Inselstaat mittlerweile Singapur als attraktivsten Ort für indi­sche Auslandsinvestitionen abgelöst. Indische Unter­nehmen investieren via Mauritius in Afrika. In den offiziellen Statistiken werden diese Gelder dann als Direktinvestitionen aus Mauritius aufgeführt. Das kleine Land spielt also in diesem Bereich für Indien eine ähnliche Rolle wie Hongkong für China.95

Die Sicherheitspolitik

Im Sicherheitsbereich gibt es für Indien drei große Themen in den Beziehungen zu Afrika: erstens das umfangreiche indische Engagement bei VN-Blauhelm­einsätzen in afrikanischen Konflikten, zweitens der Kampf gegen den Terrorismus und Fragen der mariti­men Sicherheit, drittens die militärische Kooperation, besonders im Ausbildungsbereich. Zudem bemüht sich Indien in den letzten Jahren verstärkt um rüs­tungspolitische Zusammenarbeit mit einzelnen afrika­nischen Staaten. Dem Indischen Ozean fällt in diesem Kontext eine Sonderrolle zu. Zum einen steht hier für Indien der Kampf gegen die Piraterie im Vordergrund, vor allem am Horn von Afrika, zum anderen aber auch die Rivalität mit China, dessen Expansion im Indischen Ozean von Indien kritisch verfolgt wird.

Indien zählt seit vielen Jahren zu den größten Truppenstellern bei VN-Blauhelmeinsätzen. Schon am ersten Militäreinsatz der VN im Kongo Anfang der 1960er Jahre waren indische Streitkräfte beteiligt. Bislang waren rund 8000 indische Soldaten und Mili­tärbeobachter bei verschiedenen VN-Einsätzen in Afrika stationiert. 2014/15 waren 80 Prozent der indi­schen Blauhelme auf dem Kontinent im Einsatz. Zu­gleich entfallen 70 Prozent der Verluste unter Indiens Blauhelmen auf Afrika. Indien hat auch Polizeikräfte, darunter weibliches Personal, im Rahmen von Frie­denseinsätzen nach Afrika entsandt.96 Immer wieder hat das Land zudem Friedensinitiativen der Afrika­nischen Union unterstützt.97 Beim zweiten indisch-afrikanischen Gipfeltreffen 2011 sagte die indische Regierung 2 Millionen US-Dollar für die Mission der AU in Somalia (AMISOM) zu.98

Der Indische Ozean ist die Hauptschlagader der indischen Wirtschaft. Deshalb hat die indische Marine seit 2008 Anti-Piraterie-Einsätze unternommen. Indien ist Mitglied der internationalen Kontaktgruppe zu Somalia und hat mit Staaten im östlichen und südlichen Afrika zusammengearbeitet, unter anderem bei der Überwachung ihrer ausschließlichen Wirtschafts­zonen (AWZ) und in Anti-Piraterie-Pat­rouillen. Von 2008 bis 2013 hat die indische Marine bei ihren Patrouillen im Golf von Aden 114 indische Schiffe sowie 1037 Schiffe unter anderer Flagge begleitet und dabei 13 Piratenangriffe abgewehrt.99 Im Dezember 2018 eskortierte die indische Marine erstmals ein Schiff des Welternährungsprogramms, und zwar in Zusammenarbeit mit der Operation Ata­lanta der Europäischen Union.100 Dies unterstreicht das verstärkte Interesse Indiens an einer sicherheitspolitischen Kooperation mit der EU.

Nicht nur in Blauhelmeinsätzen engagiert sich Indien gemeinsam mit Afrika, sondern auch verstärkt im Kampf gegen Piraten und Terroristen.

Die Anti-Piraterie-Operationen sind für Indien auch aus einem anderen Grund wichtig. Das Land verfügt im internationalen Vergleich über die sechst­größte Zahl an Seeleuten. Daher ist die Gefahr groß, dass indische Staatsbürger immer wieder zu Opfern oder Geiseln bei Piratenangriffen werden. So führte 2011 die Verhaftung von Piraten durch indische Sicherheitskräfte zu Drohungen, indische Schiffe zu kapern und Seeleute als Geiseln zu nehmen, um sie gegen inhaftierte Piraten auszutauschen.101 Die gerichtliche Verfolgung der Piraten erweist sich für Indien als schwierig, da Piraterie nicht als Tatbestand im indi­schen Strafgesetzbuch aufgeführt ist.102

Darüber hinaus unterhält Indien seit vielen Jahren eine militärische Zusammenarbeit mit einer Reihe afrikanischer Länder. Seit den 1960er Jahren bildet Indien Offiziere aus vorwiegend englischsprachigen afrikanischen Staaten an indischen Einrichtungen aus. Zwischen 1990/91 und 2000/01 erhielten rund 800 Offiziere aus zwölf afrikanischen Staaten im Rahmen des ITEC-Programms ein Training in Indien.103 Die indische Armee hat auch Ausbilder zu afrikanischen Streitkräften entsandt, unter anderem nach Botswana, Mauritius, den Seychellen und Sambia, und unterstützt diese Länder dabei, ihre Infrastruktur zu verbessern. Zum Beispiel hat sich die indische Armee am Aufbau von Verteidigungsakademien in Äthiopien und Nigeria beteiligt.104

2003 übernahm die indische Marine Sicherheitsaufgaben für das Gipfel­treffen der Afrikanischen Union in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Im Juni 2004 wurden zwei indische Kriegsschiffe vor Maputo stationiert, um die dort stattfindenden Zusammenkünfte des World Economic Forum on Africa und der Staatschefs aus Afrika, der Karibik und dem Pazifik zu sichern.105

Zu Südafrika unterhält Indien traditionell enge Beziehungen, auch im militärischen Bereich. Bereits im Jahr 2000 unterzeichneten die beiden Staaten ein Abkommen zur Verteidigungskooperation. Ähnliche Vereinbarungen hat Indien seitdem mit Tansania (2003), den Seychellen (2003) und Nigeria (2007) unter­schrieben.106 Die indische Regierung versucht auch, ihre rüstungspolitische Zusammenarbeit mit afrikani­schen Staaten zu erweitern. Einige Staaten haben bereits Rüstungsgüter wie beispielsweise Schnellboote von Indien gekauft.107 Allerdings bleibt dies nur ein begrenzter Markt, da Indien bislang große Probleme hat, eine international konkurrenzfähige Rüstungsindustrie aufzubauen. Hier steht das Land wie in vielen anderen Bereichen im Schatten Chinas, das seine Rüstungsexporte nach Afrika deutlich ausgewei­tet hat. So lag der Anteil Chinas an den Waffenverkäufen dorthin von 1996 bis 2003 bei 10 Prozent.108

Die Regierung Modi hat die sicherheitspolitische Kooperation mit Afrika noch einmal stärker in den Vordergrund gerückt. Angesichts der Bedrohung durch Gruppen wie den Islamischen Staat und Boko Haram setzte Indien auf eine engere Anti-Terror-Ko­operation mit befreundeten afrikanischen Staaten.109 Von Piraterie, Terroranschlägen und Entführungen sind auch immer wieder indische Staatsbürger oder die Bevölkerung der indischen Diaspora in Afrika betroffen. Bei Modis Besuch in vier süd- und ostafrikanischen Ländern 2016 wurde unter anderem der Sicherheitsdialog mit den Staaten betont, und es wur­den Möglichkeiten eines Informationsaustausches zwischen den Geheimdiensten erörtert.110

Der Indische Ozean

Eine Sonderstellung im sicherheitspolitischen Bereich nehmen die Inselstaaten im Indischen Ozean ein, vor allem Mauritius und die Seychellen. Im Zuge der chi­nesischen Belt and Road Initiative hat die Regierung in Peking während der letzten Jahre erheblich mehr in Infrastruktur- und Hafenprojekte in Anrainerstaaten des Indischen Ozeans investiert. Indische Sicher­heitsexperten befürchten, dass die Häfen künftig auch militärisch genutzt werden und Indien von ihnen nach dem Muster einer Perlenkette militärisch eingekreist wird.

Indien hat darauf reagiert und seinerseits die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den Insel­staaten ausgeweitet.111 Im Auftrag der Regierung in

Mauritius überwacht und kontrolliert Indien mit Patrouillen die ausschließliche Wirtschaftszone des Inselstaats und bildet Polizei- und Armeeangehörige im Einsatz gegen Piraten aus. Überdies hat Indien dem Inselstaat Schiffe überlassen bzw. verkauft, so dass Mauritius 2015/16 seine Verteidigungskapazi­täten verbessern konnte. Indien investiert zudem in den Ausbau der Hafeninfrastruktur auf der Insel.112

Indien versucht, Chinas Expansion im Indischen Ozean etwas entgegenzusetzen.

Weitaus größere militärische Ambitionen zeigte Indien auf den Seychellen. Bereits 2006, 2014 und 2016 hat Indien der Küstenwache des Inselstaates Schiffe geschenkt, 2013 ein Flugzeug vom Typ Dor­nier-228 zur Luftraumüberwachung.113 Bei seinem ersten Besuch im Früh­jahr 2015 betonte Premier­minister Modi die sicherheitspolitische Kooperation und übergab ein erstes von Indien installiertes Radar­system zur Küstenüberwachung.114

Zudem plante Indien, in Reaktion auf die gesteiger­ten chinesischen Aktivitäten im Indischen Ozean einen Militärstützpunkt auf den Seychellen zu errich­ten. Im Januar 2018 unterzeichneten die beiden Staaten ein Abkommen, das es Indien erlaubte, einen Flughafen und eine Landebrücke auf der Insel As­sumption zur militärischen Nutzung zu bauen. Mit einer solchen Auslandsbasis hätte Indien sein mili­tärisches Engagement im Indischen Ozean deutlich erhöht. Allerdings scheiterte dieses Vorhaben im Sommer 2018 nach Protesten des Parlaments der Seychellen gegen geheime Klauseln im Vertrag.115

Ausblick

Indien hat seine politischen, wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zu Afrika in den letzten Jahren zweifellos erheblich ausgeweitet. Dennoch er­weist sich eine Bewertung der Afrikapolitik im Gesamt­kontext der indischen Außenpolitik als schwierig.

Trotz des gestiegenen Warenaustauschs dürfte der Kontinent in Handelsfragen auf absehbare Zeit keine größere Rolle in der indischen Außenpolitik einneh­men, verglichen etwa mit Südostasien oder dem Mittleren Osten. Die große Ausnahme ist der Energie­bereich, denn die gestiegenen Energieeinfuhren vor allem aus westafrikanischen Staaten sind wesentlich für die von Indien angestrebte Diversifizierung seiner Importe. Noch wichtiger ist der afrikanische Kontinent für Indien vermutlich im globalen Kontext. Zum einen kann Indien gerade im Verhältnis zu Afrika immer wieder seinen globalen Führungsanspruch untermauern. Zum anderen haben die afrikanischen Staaten wegen ihres Stimmengewichts in den VN besondere Bedeutung bei der von Indien gewünschten Reform internationaler Organisationen.116

Vor diesem Hintergrund erscheint die geplante Ausweitung der diplomatischen Präsenz Indiens auf den ersten Blick zwar widersprüchlich, auf den zwei­ten aber durchaus folgerichtig. Zunächst kaum nach­vollziehbar wirkt ein solcher Schritt angesichts der ohnehin knappen Ressourcen der indischen Außenpolitik und des eher untergeordneten wirtschaft­lichen Stellenwerts des afrikanischen Kontinents. Allerdings ergibt dieses Engagement mit Blick auf Indiens globale Ambitionen und seine künftige Afrikapolitik voraussichtlich dennoch Sinn. Erstens ist Indien im Kontext der internationalen Geber in Afrika bislang ein eher schwacher Akteur, vergleicht man es mit den Industriestaaten oder mit neuen Gebern wie China. Die Verstärkung der Präsenz vor Ort, die auch die afrikanischen Staaten von Indien verlangen, ist eine unabdingbare Voraussetzung, um Indiens Führungsanspruch für die Länder des Glo­balen Südens zu bekräftigen und die wirtschaftlichen Interessen indischer Firmen zu sichern. Zweitens trägt der Ausbau zugleich der wachsenden »Regionalisierung« Afrikas Rechnung. Die unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den verschiedenen Teilen Afrikas machen künftig eher eine Süd-, West-, Ost- und Zentralafrikapolitik notwendig als eine den ganzen Kontinent umfassende Strategie.

Gemessen an den eigenen Ansprüchen weist die indische Afrikapolitik eine Reihe von Defiziten auf, die inzwischen auch in der Fachöffentlichkeit debat­tiert werden. So weisen kritische Stimmen darauf hin, dass sich zum Beispiel Indiens umfangreiches Engage­ment bei den Blauhelmeinsätzen in Afrika bislang nicht auf internationaler Ebene ausgezahlt hat.117 Zudem wird in Indien bemängelt, dass das Land als reiner Truppensteller kaum Einfluss auf das Mandat der Blauhelme hat.118 Ferner entsendet China mittler­weile mehr Personal als zuvor in solche Einsätze, und auch westliche Staaten haben die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Afrika intensiviert. Auf­grund dieser Entwicklungen verliert dieser Aspekt damit für Indien eher an Bedeutung.119 Damit stellt sich für das Land die Frage, in welchen Bereichen es den afrikanischen Staaten einen strategischen Mehr­wert anbieten kann.120

Aus afrikanischer Perspektive bleibt Indien ein wichtiger Partner, und sei es nur, um eine allzu große Abhängigkeit von China auszugleichen.121 Das chine­sische und das indische Engagement sind für afrikani­sche Staaten aber kein Nullsummenspiel, sondern eher einander ergänzende Initiativen. Dabei zeigt sich an vielen Stellen, dass China über wesentlich größere

Möglichkeiten in Afrika verfügt. Zwischen 2000 und 2014 investierte es rund 350 Milliarden US-Dollar in Entwicklungsländern und wurde damit zu einem der größten Investoren in Afrika.122 Mit diesen Größenordnungen kann Indien nicht konkurrieren. Zwar ist es unter anderem an einigen regionalen Entwicklungs­banken in Afrika beteiligt, doch mit weit geringeren Anteilen als China. So hält Indien 0,27 Prozent der Anteile an der African Development Bank, China hin­gegen 1,2 Prozent. Für die West African Development Bank lauten die Werte 0,07 gegenüber 1,09 Prozent, für die Afreximbank 0,24 gegenüber 5,48 Prozent.123

Die außenpolitischen Entscheidungsträger in Neu-Delhi sind sich der Unterschiede sehr wohl bewusst. Ihnen ist klar, dass sie sich nicht auf einen Wettlauf mit China in Afrika einlassen können. Bei einer An­hörung im Parlament zur Doklam-Krise mit China 2017 erläuterte der frühere Staatssekretär (Foreign Secretary) Subrahmanyam Jaishankar, dass »es selbst­mörderisch für die indische Regierung wäre, Hafen um Hafen und Flughafen um Flughafen mit China gleichzuziehen«.124 Sein Nachfolger Vijay Gokhale räumte ein, dass Chinas Versprechen einer günstigen Finanzierung und die schnelle Umsetzung der Pro­jekte bei vielen Staaten großen Anklang finden.125

Diese Einsichten und Chinas Absichten, afrikanische Staaten bei der Industrialisierung zu unterstützen,126 erklären vermutlich, warum die Regie­rung Modi künftig eher auf Soft Power in den Beziehungen zu Afrika setzen will. Indien kommt nämlich bei seiner eigenen Industrialisierung selbst nur mühselig voran. Modi legte bei seiner Rede vor dem Parlament in Uganda am 25. Juli 2018 zehn Prinzipien einer künftigen indischen Afrikapolitik dar. Sie betreffen im Wesentlichen die historischen Beziehungen, den Handel und die kulturellen Verbindungen.127

Chancen und Perspektiven deutsch-indischer Kooperation in Drittstaaten

Deutschland und Indien teilen eine Reihe strategischer Interessen in Afrika und im Indischen Ozean.128 Hierzu zählen die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas und die Stärkung staatlicher Strukturen sowie die Sicherung der Seewege und die Bekämpfung der Pira­terie. Zudem wollen Deutschland und Indien eine allzu große politische und wirtschaftliche Abhängigkeit afrikanischer Staaten von China verhindern, die durch wachsende Verschuldung entstehen könnte.

Um die Kooperation zu vertiefen, bietet sich in einem ersten Schritt eine (entwicklungspolitische) Dreieckskooperation an.129 Diese Form der Zusammen­arbeit hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewon­nen, weil Schwellenländer, zu denen auch Indien ge­zählt wird, selbst Entwicklungshilfe vergeben, wenn auch nach anderen Kriterien.

Auch wenn Indien seine Süd-Süd-Kooperation gern als Gegenmodell zur westlichen Entwicklungszusam­menarbeit darstellt, hat sich das Land doch seit eini­gen Jahren offen gegenüber einer Dreieckskoopera­tion mit westlichen Industriestaaten gezeigt. 2016 verständigten sich Indien und die USA auf eine Ent­wicklungszusammenarbeit in den Staaten Asiens und Afrikas. Bislang unterstützen die beiden Staaten gemeinsame Projekte in mehreren afrikanischen Ländern, zum Beispiel im Gesundheitsbereich und in der ländlichen Entwicklung, durch Aus- und Weiterbildungsprogramme sowie durch Technologie­transfer.130 Gemeinsam mit Großbritannien ist Indien ebenfalls in afrikanischen Drittstaaten engagiert, etwa in den Bereichen Energie, Gesundheit und Ernährungssicherung.131 Der mit Japan geplante Asia-Africa Growth Corridor kann als weiteres Beispiel für Dreieckskooperation dienen.

Auch für Deutschland bietet sich eine Reihe von Themen und Sektoren für eine Dreieckskooperation mit Indien an. Die deutsche EZ hat die Entwicklung einer Gesundheitsversicherung für arme Bevölkerungsgruppen, das Programm Rashtriya Swasthya Bima Yojana (RSBY), unterstützt und seine Einführung begleitet. Andere Staaten, auch in Afrika, haben Interesse signalisiert, ein solches Programm einzuführen oder zu übernehmen. Zudem können einige Institutionen in Indien auf lange Erfahrung in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Afrika zurückgreifen. Das gilt beispielsweise für die Kapazi­tätsentwicklung durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, etwa in der Landwirtschaft, im Bewäs­serungsmanagement und beim Technologietransfer. Deutschland wiederum fördert seit vielen Jahren in Indien und Afrika Programme, die den Ausbau alter­nativer Energien vorantreiben und die Energieeffizienz verbessern sollen. Im Rahmen der von Indien initiierten International Solar Alliance würden sich hier Möglichkeiten der Kooperation eröffnen, auch wenn Deutschland bislang nicht Mitglied der Orga­nisation ist. Beide Staaten haben zudem in die Infra­strukturentwicklung in Afrika investiert und regio­nale Organisationen unterstützt. Damit ergibt sich ein breites Themenspektrum für eine Dreieckskoopera­tion mit Indien in Afrika.

Dreieckskooperation hat zwar einen hohen Symbolgehalt für die Zusammenarbeit mit dem Partnerland, erfordert aber auch größeren Verwaltungs­aufwand. Da mehr Akteure beteiligt sind, steigt der Zeit- und Koordinierungsaufwand für alle deutlich. Während die deutsche EZ in den Empfängerstaaten technische und finanzielle Kooperation mit eigenen Umsetzungsorganisationen wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betreibt, findet die indische Süd-Süd-Kooperation, etwa bei der Kapa­zitätsentwicklung, vor allem in Indien statt. Technische Hilfe in Form bundesdeutscher EZ-Projekte ist im indischen Verständnis Wirtschaftsförderung für indi­sche Unternehmen. Zudem entsendet Indien zwar immer wieder einzelne Experten und Berater in ande­re Staaten, verfügt jedoch nicht über eine entwicklungspolitische Durchführungsorganisation wie die GIZ. Die Implementierung von Projekten bleibt Auf­gabe der jeweils damit betrauten staatlichen Stellen, etwa den Botschaften, oder privater Unternehmen.

Trotz dieser Unterschiede sollte eine engere entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Indien ver­folgt werden. Im Kontext der bilateralen Beziehungen mit Indien könnte damit die strategische Partnerschaft weiter ausgebaut und auf eine neue Ebene gebracht werden.

Abkürzungsverzeichnis

AAGC Asia-Africa Growth Corridor

AIDS Acquired Immune Deficiency Syndrome

AMISOM African Union Mission in Somalia

ANC African National Congress

AU Afrikanische Union

AWZ Ausschließliche Wirtschaftszone

BJP Bharatiya Janata Party

BRI Belt and Road Initiative

BRICS Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika

CII Confederation of Indian Industry

COMESA Common Market for Eastern and Southern Africa

CSR Corporate Social Responsibilities

DAC Development Assistance Committee

ECOWAS Economic Community of West African States

EU Europäische Union

EXIM Staatliche indische Export-Import-Bank

EZ Entwicklungszusammenarbeit

GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

HIV Human Immunodeficiency Virus

IBSA India-Brazil-South Africa Dialogue Forum

ICCR Indian Council for Cultural Relations

IDSA The Institute for Defence Studies and Analyses (Neu-Delhi)

INC Indian National Congress

IORA Indian Ocean Rim Association

ISA International Solar Alliance

ITEC Indian Technical and Economic Cooperation

LDC Least Developed Countries

MEA Ministry of External Affairs

NRI Non-Resident Indian

NSG Nuclear Suppliers Group

NVV Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen

OAU Organisation of African Unity

OCI Overseas Citizenship of India

OECD Organisation for Economic Co-operation and Development

ONGC Oil and Natural Gas Corporation

ORF Observer Research Foundation (Neu-Delhi)

PIO Person of Indian Origin

RSBY Rashtriya Swasthya Bima Yojana

SADC Southern African Development Community

SCAAP Special Commonwealth Assistance for Africa Programme

TCS Technical Cooperation Scheme

TEAM 9 Techno-Economic Approach for Africa-India Movement

USAID The United States Agency for International Development

VN Vereinte Nationen

WTO World Trade Organization (Welthandelsorganisation)

Endnoten

1

 Im Sommer 2017 standen sich indische und chinesische Truppen im Dreiländereck zwischen Bhutan, China und Indien wochenlang gegenüber.

2

 Vgl. Sandeep Dikshit, »India to Shun Partnership with West in Africa«, in: The Hindu, 13.2.2008, <https://www.the hindu.com/todays-paper/tp-national/India-to-shun-partner ship-with-West-in-Africa/article15164167.ece> (Zugriff am 13.2.2008).

3

 Vgl. Paul Musili Wambua, »India-Africa Security Coopera­tion: Gains, Challenges and Future Prospects«, in: Ruchita Beri (Hg.), India and Africa. Enhancing Mutual Engagement, Neu-Delhi 2014, S. 100–114 (101).

4

 Vgl. Ruchita Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment«, in: Strategic Analysis, 27 (April  Juni 2003) 2, S. 216–232 (217).

5

 Vgl. Jawaharlal Nehru, India’s Foreign Policy. Selected Speeches, September 1946 – April 1961, Neu-Delhi 1961, S. 543f.

6

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 218.

7

 Vgl. Ruchita Beri, »India-Africa Security Engagement«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 115–129 (121).

8

 Vgl. Sanjukta Banerji Bhattacharya, »The Role of the Indian Diaspora in Africa«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 142–159 (153).

9

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 217; Bhattacharya, »The Role of the Indian Diaspora in Africa« [wie Fn. 8], S. 149.

10

 Vgl. Bhattacharya, »The Role of the Indian Diaspora in Africa« [wie Fn. 8], S. 153; Phillip O. Nyinguro, »The Role of Indian Diaspora in Indo-African Co-operation«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 130–141 (138).

11

 Vgl. Nyinguro, »The Role of Indian Diaspora in Indo-African Co-operation« [wie Fn. 10], S. 137.

12

 Vgl. Bhattacharya, »The Role of the Indian Diaspora in Africa« [wie Fn. 8], S. 147, 150.

13

 Ebd., S. 148.

14

 Vgl. Wambua, »India-Africa Security Cooperation« [wie Fn. 3], S. 101.

15

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 216.

16

 Vgl. Ian Taylor, »India’s Rise in Africa«, in: International Affairs, 88 (2012) 4, S. 779–798 (784).

17

 Vgl. Denis M. Tull, Die Afrikapolitik der Volksrepublik China, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, August 2005 (SWP-Studie 20/2005).

18

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 785.

19

 Vgl. Ministry of External Affairs (MEA), »Second Africa-India Forum Summit 2011: Africa-India Framework for En­hanced Cooperation«, mea.gov.in, 25.5.2011, <http://mea.gov. in/bilateral-documents.htm?dtl/34/Second+AfricaIndia+ Forum +Summit+2011+AfricaIndia+Framework+for+Enhanced+Coop eration> (Zugriff am 26.6.2018).

20

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 786; M. Ganapathi, »India-Africa Partnership«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 1–4 (3).

21

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 788.

22

 Vgl. »India-Africa Forum Summit Kicks off in New Delhi«, in: The Hindu, 26.10.2015, <http://www.thehindu.com/ news/national/indiaafrica-forum-summit-kicks-off-in-new-delhi/article7805377.ece> (Zugriff am 26.10.2015).

23

 Vgl. Syed A. A. Farhan, »India-Africa Forum Summit: A Precursor for Paris«, in: The Diplomat, 28.10.2015, <https:// thediplomat.com/2015/10/india-africa-forum-summit-a-pre cursor-for-paris/> (Zugriff am 26.2.2018).

24

 Vgl. Shubhajit Roy, »India-Africa Summit: 12 African Leaders Talk Terror, Defence with PM Narendra Modi«, in: The Indian Express, 25.12.2015, <http://indianexpress.com/ article/india/india-news-india/india-africa-summit-pm-narendra-modi-holds-bilateral-talks-with-african-leaders/> (Zugriff am 26.2.2018).

25

 Vgl. Elizabeth Roche, »Narendra Modi’s Africa Visit: Key Takeaways«, in: Live Mint, 11.7.2016, <http://www.livemint. com/Politics/jAM83lK6PAhxVE9t6o1ISI/Narendra-Modis-Africa-trip-key-takeaways.html> (Zugriff am 11.7.2016).

26

 Vgl. Vikas Dhoot, »Africa Our Top Priority in Foreign, Economic Policy Matters: Modi«, in: The Hindu, 23.5.2017, <http://www.thehindu.com/news/national/narendra-modi-inaugurates-african-development-banks-agm/article1852 8915.ece> (Zugriff am 23.5.2017).

27

 Vgl. »Modi Leaves for Home after Concluding Three-nation Africa Tour«, in: The Hindu, 27.7.2018, <https:// www.thehindu.com/news/national/prime-minister-narendra-modis-three-nation-africa-tour/article24533920.ece> (Zugriff am 27.7.2018).

28

 Vgl. »India to Open 18 New Embassies in Africa by 2021«, africanews.com, 3.4.2018, <http://www.africanews.com/ 2018/04/03/india-to-open-18-new-embassies-in-africa-by-2021/> (Zugriff am 14.8.2018).

29

 Vgl. Nyinguro, »The Role of Indian Diaspora in Indo-African Co-operation« [wie Fn. 10], S. 133.

30

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 781.

31

 Vgl. Nyinguro, »The Role of Indian Diaspora in Indo-African Co-operation« [wie Fn. 10], S. 135.

32

 Vgl. Bhattacharya, »The Role of the Indian Diaspora in Africa« [wie Fn. 8], S. 151.

33

 Vgl. ebd., S. 152f.

34

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 225.

35

 Vgl. MEA, »Re-Energising India’s Engagement with Africa«, mea.gov.in, 2.8.2018, <https://www.mea.gov.in/in-focus-article.htm?30210/Reenergising+Indias+Engagement+ With+Africa> (Zugriff am 14.8.2018).

36

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 225.

37

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 782.

38

 Vgl. Bhattacharya, »The Role of the Indian Diaspora in Africa« [wie Fn. 8], S. 152f.

39

 In der wissenschaftlichen Literatur wird allerdings auch in Indien von Entwicklungszusammenarbeit gesprochen, vgl. Sachin Chaturvedi, Emerging Patterns in Architecture for Management of Economic Assistance and Development Cooperation: Implications and Challenges for India, Neu-Delhi: East Asian Bureau of Economic Research, 2008 (Development Economics Working Papers 22092).

40

 Vgl. Sachin Chaturvedi, »Trade and Investments in India and Africa Relations: Trends and Prospects«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 92–99 (92).

41

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 222; vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 780.

42

 Burkina Faso, Tschad, Elfenbeinküste, Äquatorial-Guinea, Ghana, Guinea-Bissau, Mali und Senegal.

43

 Vgl. C. Raja Mohan, »India, China and the ›London Club‹«, in: The Hindu, 1.3.2004, <https://www.thehindu.com/ 2004/03/01/stories/2004030105611100.htm> (Zugriff am 1.3.2004).

44

 Vgl. Shruti Gakhar/Subir Gokarn, »India-Africa Trade and Investment Patterns: A Backdrop«, in: Subir Gokarn/ W. P. S. Sidhu/Shruti Godbole (Hg.), India and Africa. Forging a Strategic Partnership, Neu-Delhi: Brookings India, Oktober 2015, S. 44–48 (45), <https://www.brookings.edu/wp-content/ uploads/2015/10/india-africa-briefing-book-brookings-india.pdf> (Zugriff am 28.1.2019).

45

 Vgl. Abhishek Mishra, The African Continental Free Trade Area and Its Implications for India-Africa Trade, Neu-Delhi: Observer Research Foundation (ORF), Oktober 2018 (ORF Occasional Paper 171), <https://www.orfonline.org/research/ the-african-continental-free-trade-area-and-its-implications-for-india-africa-trade/> (Zugriff am 14.1.2019).

46

 Vgl. Preeti Sinha, »India’s Emerging Role in Africa’s Sustainable Development«, in: Gokarn/Sidhu/Godbole (Hg.), India and Africa [wie Fn. 44], S. 32–34 (32).

47

 Beri, »India-Africa Security Engagement« [wie Fn. 7], S. 120.

48

 Vgl. Confederation of Indian Industry (CII)/World Trade Organization (WTO), India-Africa: South-South. Trade and Invest­ment for Development, Genf/Neu-Delhi 2013, S. 16, <https:// www.wto.org/english/tratop_e/devel_e/a4t_e/global_review13prog_e/india_africa_report.pdf> (Zugriff am 28.1.2019).

49

 Vgl. ebd., S. 38.

50

 Ramesh Ramachandran, »India to Tap Uranium-rich Africa for Fuel«, in: The Asian Age, 5.2.2008.

51

 Vgl. Wambua, »India-Africa Security Cooperation« [wie Fn. 3], S. 106.

52

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 787.

53

 Vgl. »Continental Ties – India’s Outreach to Africa«, in: The Hindu, 24.5.2017, <http://www.thehindu.com/opinion/ editorial/continental-ties/article18551784.ece> (Zugriff am 24.5.2017).

54

 Vgl. Sarabjeet Singh Parmar, »Rise in Piracy: Case Study Somalia«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 63–76 (71).

55

 Vgl. »Continental Ties – India’s Outreach to Africa« [wie Fn. 53].

56

 Vgl. Arvind Gupta, »India Africa Relations in the Changing Geopolitical Environment«, in: Beri (Hg.), India and Africa [wie Fn. 3], S. 21–24 (23).

57

 Vgl. Auswärtiges Amt, »Deutschland und Indien: bilaterale Beziehungen«, Berlin, 26.3.2019, <https://www. auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/indien-node/-/ 205980#content_3> (Zugriff am 28.1.2019).

58

 Vgl. Chaturvedi, Emerging Patterns in Architecture for Management of Economic Assistance and Development Cooperation [wie Fn. 39], S. 36.

59

 Vgl. Government of India, MEA, ITEC. Civilian Training Programme 2011–2012, Neu-Delhi, o.J.

60

 Vgl. Nina Khan, »›Wir nennen uns nicht gerne Geber‹ – Der staatliche Entwicklungsdiskurs des Neuen Gebers Indien«, in: Asien, 138 (Januar 2016), S. 9–30 (22f).

61

 Chaturvedi, Emerging Patterns in Architecture for Management of Economic Assistance and Development Cooperation [wie Fn. 39], S. 33.

62

 Vgl. Sachin Chaturvedi, »Exploring Multiple Facets of India-Africa Development Cooperation«, in: Gokarn/Sidhu/ Godbole (Hg.), India and Africa [wie Fn. 44], S. 35–37 (37).

63

 Vgl. Subhash Agrawal, Emerging Donors in International Development Assistance: The India Case, Ottawa: International Development Research Centre, 2007, S. 9.

64

 Vgl. Government of India, MEA, Annual Report 2013–14, Neu-Delhi 2014, S. 127.

65

 Vgl. Dhoot, »Africa Our Top Priority in Foreign, Economic Policy Matters: Modi« [wie Fn. 26].

66

 Vgl. Government of India, MEA, Annual Report 2013–14 [wie Fn. 64], S. 207.

67

 Vgl. EXIM Bank India, Annual Report 2014/15, Mumbai 2015, S. 21.

68

 Vgl. Government of India, MEA, Annual Report 2013–14 [wie Fn. 64], S. 124.

69

 Vgl. Chaturvedi, »Exploring Multiple Facets of India-Africa Development Cooperation« [wie Fn. 62], S. 37.

70

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 787.

71

 Ebd., S. 780.

72

 Zu den Beispielen vgl. Gakhar/Gokarn, »India-Africa Trade and Investment: A Backdrop« [wie Fn. 44], S. 46f; Sunil Bharti Mittal, »Telecom Investments into Africa«, in: Gokarn/ Sidhu/Godbole (Hg.), India and Africa [wie Fn. 44], S. 73–75 (74).

73

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 790.

74

 Ebd., S. 791.

75

 Vgl. Sinha, »India’s Emerging Role in Africa’s Sustain­able Development« [wie Fn. 46], S. 33.

76

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 786f.

77

 Vgl. Chaturvedi, »Trade and Investments in India and Africa Relations: Trends and Prospects« [wie Fn. 40], S. 94.

78

 Vgl. Ganapathi, »India-Africa Partnership« [wie Fn. 20], S. 3.

79

 Vgl. Chaturvedi, »Trade and Investments in India and Africa Relations: Trends and Prospects« [wie Fn. 40], S. 95.

80

 Pranav Kumar, »India-Africa Economic Relations in the Emerging Economic Order. A Per­spective from the Indian Private Sector«, in: Ritika Passi/Ihssane Guennoun (Hg.), Securing the 21st Century. Mapping India-Africa Engagement, Neu-Delhi 2018, S. 114–124 (121).

81

 Vgl. Gakhar/Gokarn, »India-Africa Trade and Investment: A Backdrop« [wie Fn. 44], S. 45.

82

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 791; Sumit Ganguly/William R. Thompson, Ascending India and Its State Capacity. Extraction, Violence, and Legitimacy, New Haven/ London: Yale University Press, 2017, S. 219ff.

83

 Vgl. »Land Grab in Africa, Brought to You by India«, goimonitor.com, 13.12.2011, <https://www.goimonitor.com/ story/land-grab-africa-brought-you-india> (Zugriff am 8.8. 2018); »Land Grab by MNCs in Africa Cause for Concern: Experts«, in: The Hindu, 19.12.2012, <https://www.thehindu. com/news/international/Land-grab-by-MNCs-in-Africa-cause-for-concern-Experts/article12464933.ece> (Zugriff am 19.12. 2012).

84

 Vgl. Ashish Kothari, »How Ethiopians Are Being Pushed off Their Land«, in: The Hindu, 19.2.2013, <https://www.the hindu.com/opinion/op-ed/how-ethiopians-are-being-pushed-off-their-land/article4428760.ece> (Zugriff am 19.2.2013); Metasebia Tadesse, »How Ethio­pians Benefit from Indian (and Other) Land Investors«, in: The Hindu, 27.2.2013, <https:// www.thehindu.com/opinion/op-ed/How-Ethiopians-benefit-from-Indian-and-other-land-investors/article12363239.ece> (Zugriff am 27.2.2013).

85

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 792.

86

 Vgl. Indian Council of World Affairs, India-Africa in the 21st Century – A Comprehensive Partnership, Neu-Delhi, 23.1. 2015, S. 4.

87

 Vgl. Rani D Mullen, »Refocusing on Africa. Slow De­livery of Aid, Low Credit Disbursement Can Undo India’s Strategy«, in: The Indian Express, 13.8.2018, <https://indian express.com/article/opinion/columns/refocusing-on-africa-india-relations-strategy-modi-government-5303410/> (Zugriff am 13.8.2018).

88

 Vgl. Shubhomoy Sikdar, »›They Ask Me If I Am a Cannibal‹«, in: The Hindu, 29.3.2017, <https://www.thehindu. com/news/cities/Delhi/they-ask-if-i-am-a-cannibal/article1772 6134.ece> (Zugriff am 30.3.2017).

89

 Vgl. Kallol Bhattacherjee, »Death of Congolese Student: Government Seeks to Cool African Ire«, in: The Hindu, 25.5. 2016, <http://www.thehindu.com/news/national/committed-to-safety-and-security-of-african-nationals-in-india-says-sushma/article8644907.ece> (Zugriff am 25.5.2016).

90

 Vgl. Kallol Bhattacherjee, »Reprisals in Congo; India Plans Outreach«, in: The Hindu, 27.5.2016, <http://www.the hindu.com/news/national/congolese-student-killing-india-plans-outreach-amid-reprisals-in-congo/article8651748.ece> (Zugriff am 27.5.2016).

91

 Vgl. Kallol Bhattacherjee, »African Envoys Seek U.N. Probe into Noida Attacks«, in: The Hindu, 3.4.2017, <http:// www.thehindu.com/news/national/hrc-should-investigate-anti-african-attacks-african-envoys/article17768164.ece> (Zugriff am 3.4.2017); Jael Silliman, »It’s Time for Africa«, in: The Hindu, 31.3.2017, <http://www.thehindu.com/opinion/ lead/its-time-for-africa-cultural-engagement-with-the-conti nent-is-necessary-to-combat-racism/article17745471.ece> (Zugriff am 31.3.2017).

92

 Vgl. »Mauritius Largest Source of FDI in India, Says RBI«, in: The Hindu Business Line, 19.1.2018, <https://www.thehindu businessline.com/money-and-banking/mauritius-largest-source-of-fdi-in-india-says-rbi/article10042149.ece> (Zugriff am 28.1.2019).

93

 Vgl. CII/WTO, India-Africa: South-South. Trade and Investment for Development [wie Fn. 48], S. 33; eigene Berechnungen.

94

 Vgl. ebd., S. 34.

95

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 789f.

96

 Vgl. Anit Mukherjee, »At the Crossroads: India and the Future of UN Peacekeeping in Africa«, in: Gokarn/Sidhu/ Godbole (Hg.), India and Africa [wie Fn. 44], S. 38–40 (38).

97

 Vgl. Wambua, »India-Africa Security Cooperation« [wie Fn. 3], S. 107.

98

 Vgl. Ganapathi, »India-Africa Partnership« [wie Fn. 20], S. 4.

99

 Vgl. Parmar, »Rise in Piracy: Case Study Somalia« [wie Fn. 54], S. 71.

100

 Vgl. »Indian Warship Escorts World Food Programme Vessel«, eunavfor.eu, 8.1.2019, <https://eunavfor.eu/indian-warship-escorts-world-food-programme-vessel/> (Zugriff am 11.1.2019).

101

 Vgl. Parmar, »Rise in Piracy: Case Study Somalia« [wie Fn. 54], S. 71.

102

 Vgl. Sarabjeet Singh Parmar, »India’s Role in Counter Piracy Operations around Africa«, in: Gokarn/Sidhu/Godbole (Hg.), India and Africa [wie Fn. 44], S. 23–25 (24).

103

 Vgl. Beri, »India’s Africa Policy in the Post-Cold War Era: An Assessment« [wie Fn. 4], S. 228.

104

 Vgl. Beri, »India-Africa Security Engagement« [wie Fn. 7], S. 121.

105

 Vgl. ebd., S. 122.

106

 Vgl. ebd.

107

 Vgl. Wambua, »India-Africa Security Cooperation« [wie Fn. 3], S. 107.

108

 Vgl. Beri, »India-Africa Security Engagement« [wie Fn. 7], S. 127.

109

 Vgl. »India Pitches for Counter-terror Cooperation with Africa«, in: The Hindu, 27.10.2015, <http://www.thehindu. com/news/national/india-pitches-for-counterterror-coopera tion-with-africa/article7810109.ece> (Zugriff am 27.10.2015).

110

 Vgl. Kallol Bhattacherjee, »Delhi Steps Up Security Dialogue with Africa«, in: The Hindu, 5.7.2016, <http://www. thehindu.com/news/national/delhi-steps-up-security-dia logue-with-africa/article8807993.ece> (Zugriff am 5.7.2016); Sreeram Chaulia, »A New Tryst with Africa«, in: The Hindu, 6.7.2016, <http://www.thehindu.com/opinion/op-ed/modis-tour-to-africa/article8812261.ece> (Zugriff am 6.7.2016).

111

 Diese engere Kooperation zeigt sich auch gegenüber den Malediven und Sri Lanka. Die beiden Staaten werden im Folgenden nicht berücksichtigt, da sie nicht zu Afrika zählen.

112

 Vgl. Gaurav Sharma, India – The Indian Ocean Region and Engagement with Four Littoral States: Sri Lanka, Maldives, Seychelles and Mauritius, Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, Okto­ber 2016 (Working Paper Asia Division 2016/Nr. 01), S. 15f.

113

 Vgl. ebd., S. 13f.

114

 Vgl. Dinakar Peri, »In Seychelles, Modi Boosts Security Cooperation«, in: The Hindu, 11.3.2015, <http://www.the hindu.com/news/national/in-seychelles-modi-boosts-security-cooperation/article6982284.ece> (Zugriff am 11.3.2015).

115

 Vgl. Suhasini Haidar/Josy Joseph, »India’s Proposed Assumption Island Deal Drifts«, in: The Hindu, 16.6.2018, <http://www.thehindu.com/news/national/indias-proposed-assumption-island-deal-drifts/article24182507.ece> (Zugriff am 16.6.2018).

116

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 783.

117

 Vgl. W. P. S. Sidhu/Shruti Godbole, »A Case for Strenghtening India-Africa Partnership«, in: Gokarn/Sidhu/ Godbole (Hg.), India and Africa [wie Fn. 44], S. 10–13 (12).

118

 Vgl. Mukherjee, »At the Crossroads: India and the Future of UN Peacekeeping in Africa« [wie Fn. 96], S. 39.

119

 Vgl. Beri, »India-Africa Security Engagement« [wie Fn. 7], S. 127.

120

 Vgl. Constantino Xavier, India’s Strategic Advantage over China in Africa, Neu-Delhi: The Institute for Defence Studies and Analyses (IDSA), 30.6.2010 (IDSA Comment).

121

 Vgl. Taylor, »India’s Rise in Africa« [wie Fn. 16], S. 796.

122

 Vgl. Karin Costa Vazquez/Kartikeya Dwivedi, »Race to the South: Is New Delhi Playing Catch-up with Beijing in Africa?«, The Wire, 3.9.2018, <https://thewire.in/diplomacy/ india-china-africa-narendra-modi-xi-jinping-china-africa-cooperation> (Zugriff am 3.9.2018).

123

 Vgl. Rahul Mazumdar, »India Remains an Onlooker as Chinese Institutional Equity Floods Africa – Analysis«, eurasiareview.com, 15.8.2018, <http://www.eurasiareview.com/ 15082018-india-remains-an-onlooker-as-chinese-institutional-equity-floods-africa-analysis/?utm_source=Silk+Road+head lines&utm_campaign=c8f25eaf2f-EMAIL_CAMPAIGN_2018_08 _16_09_25&utm_medium=email&utm_term=0_70119be3b7-c8f25eaf2f-79944201> (Zugriff am 16.8.2018).

124

 Vgl. Devirupa Mitra, »In Official Testimony to MPs, Government Revealed Full Story of Doklam«, The Wire, 15.8. 2018, <https://thewire.in/diplomacy/doklam-parliamentary-standing-committee-india-china> (Zugriff am 16.8.2018).

125

 Vgl. ebd.

126

 Vgl. Deborah Bräutigam, »Xi Jinping Is Visiting Africa This Week. Here’s Why China Is Such a Popular Development Partner«, in: The Washington Post, 24.7.2018; Yunnan Chen, Silk Road to the Sahel: African Ambitions in China’s Belt and Road Initiative, Washington, D.C.: China Africa Research Initiative, 2018 (Policy Brief Nr. 23).

127

 Vgl. Mullen, »Refocusing on Africa. Slow Delivery of Aid, Low Credit Disbursement Can Undo India’s Strategy« [wie Fn. 87]. Eine Aufzählung der Prinzipien fin­det sich in Re-energising India’s Engagement with Africa. Highlights of Prime Minster Narendra Modi’s Visit to 3 Nations. Rwanda – Uganda – South Africa, o.O., o.J., <http://mea.gov.in/flipbook/Re-energis ing-India-Engagement-With-Africa/> (Zugriff am 15.8.2018).

128

 Vgl. Garima Mohan, Engaging with the Indian Ocean. Opportunities and Challenges for Germany, Berlin: Global Public Policy Institute, November 2017.

129

 Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), Dreieckskooperationen in der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, Bonn/Berlin 2013 (BMZ-Strate­giepapier 5/2013), <https://www.bmz.de/de/mediathek/publika tionen/archiv/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier329_05_ 2013.pdf> (Zugriff am 28.1.2019).

130

 Vgl. The United States Agency for International Development (USAID), U.S.-India Triangular Cooperation, <https://www.usaid.gov/india/us-india-triangular-cooperation> (Zugriff am 28.1.2019).

131

 Vgl. Sebastian Paulo, India as a Partner in Triangular Development Cooperation: Prospects for the India-UK Partnership for Global Development, Neu-Delhi: ORF, März 2018 (Observer Research Foundation Working Paper).

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