Marianne Beisheim (Hg.)

Der »Nexus« Wasser-Energie-Nahrung

Wie mit vernetzten Versorgungsrisiken umgehen?

SWP-Studie 2013/S 11, Mai 2013, 82 Seiten

Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 die Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie um je 35, 40 bzw. 50 Prozent steigen wird. Die zu erwartenden Folgen – Wassermangel, Nahrungsmittel- und Energiekrisen – könnten die Sicherheit von Menschen und die Stabilität politischer Systeme gefährden, sowohl innerhalb einzelner Länder als auch über Grenzen hinweg. Alle drei Sektoren bergen eigene Versorgungsrisiken und entsprechende politische Herausforderungen. Zugleich stehen sie miteinander in Beziehung und beeinflussen sich wechselseitig, gemäß dem sogenannten »Water-Energy-Food Security Nexus«. So verbraucht beispielsweise der Agrarsektor rund 70 Prozent der weltweit genutzten Süßwasser-Ressourcen, vor allem für die Produktion von Nahrungsmitteln, aber zunehmend auch für den Anbau von Biomasse zur Energieerzeugung.

Vernetzte Versorgungsrisiken mit sektor- und grenzüberschreitenden Wechselwirkungen stellen für die Politik eine große Herausforderung dar. Ziel der vorliegenden Studie ist, die politische Dimension solcher Probleme zu erfassen und Bearbeitungsoptionen zu diskutieren. Denn häufig ist nicht die Verfügbarkeit einer Ressource oder der Mangel an Lösungsansätzen das zentrale Problem. Stattdessen fehlt es oft am politischen Willen, ein integriertes und langfristig nachhaltiges Management von Ressourcen und Risiken zielstrebig umzusetzen. Obwohl im konkreten Fall die Zusammenhänge zwischen Wasser-, Energie- und Nahrungssicherheit sehr schnell deutlich werden, fehlt ein entsprechender »Nexus« auf Seiten der Politik. Doch um vernetzte Versorgungsrisiken angemessen verstehen, einschätzen und bearbeiten zu können, werden konsequente, kohärente und gleichzeitig flexible Governance-Ansätze benötigt. Hierauf zielen unsere Handlungsempfehlungen.

Inhalt

Problemstellung und Empfehlungen
S. 5-9

Marianne Beisheim
1. Einleitung: Vernetzte Versorgungsrisiken in den Bereichen Wasser, Energie und Ernährung
S. 11-16

2. Treiber, Trends und Versorgungsrisiken

Steffen Angenendt / Susanne Dröge
2.1 Bevölkerungsentwicklung, Klimawandel und Lebensstandards. Globale Trends und ihre Folgen für die Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrung
S. 19-26

Marianne Beisheim
2.2 Wasser: Steigende Versorgungsrisiken, kein integriertes Ressourcenmanagement
S. 27-34

Kirsten Westphal / Sybille Röhrkasten
2.3 Energieversorgung: Vom Umgang mit internationalen und vernetzten Versorgungsrisiken
S. 35-42

Bettina Rudloff
2.4 Nahrungssicherheit: Neue Preismuster potenzieren Versorgungsrisiken und bieten gleichzeitig Reformchancen
S. 43-50

3. Versorgungsrisiken und Fallstricke für Governance: Fallbeispiele aus zwei Regionen

Marianne Beisheim / Christian Wagner
3.1 Schleppender Umgang mit Versorgungsrisiken im Himalaya-Gebiet
S. 53-60

Tobias von Lossow
3.2 Versorgungs- und Konfliktrisiken im Nilbecken: Kooperation mit Grenzen
S. 61-68

Marianne Beisheim
4. Der »WEF-Nexus«: Herausforderungen und Handlungsoptionen
S. 69-79

Anhang

Abkürzungen
S. 80-81

Die Autorinnen und Autoren
S. 82

SWP-Aktuell

Marianne Beisheim
UN-Gipfel – Jetzt mal Taten statt Worte?

Staats- und Regierungschefs treffen sich zum SDG-Gipfel in New York


René Schulz
Streitkräfte europäischer denken

Die Öffnung der Bundeswehr für ausländische Bewerber ist sinnvoll und angezeigt