Annette Weber

Transformationsstau im Südsudan

Verzögerte Reform des Sicherheitssektors bei wachsender Autokratie

SWP-Aktuell 2013/A 33, Juni 2013, 4 Seiten

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Südsudan

Am 9. Juli 2013 begeht der Südsudan als jüngster Staat der Welt seinen zweiten Geburtstag. Seit der Unabhängigkeit hat die südsudanesische Regierung teils spektakuläre Entscheidungen getroffen. So stoppte sie für ein Jahr die Ölförderung – ein waghalsiger Schritt für ein Land, das zu mehr als 97 Prozent von Öleinnahmen abhängig ist. Obwohl Sudan und Südsudan nach der Teilung zeitweilig vor einem Kriegsausbruch standen, gelingt den beiden Regierungen insgesamt ein erstaunlicher Balanceakt. Es ist der Führung des Südsudan bislang allerdings nicht gelungen, den Frieden im Innern zu sichern. Die einstige Rebellenbewegung des Landes tut sich schwer in der Rolle einer zivilen Regierung. So stockt die Reform des Sicherheitssektors, Demobilisierungsversuche lassen sich kaum umsetzen, und die Trennung zwischen Polizei- und Armeeaufgaben fehlt bisweilen gänzlich. Gleichzeitig werden Auseinandersetzungen zunehmend ethnisiert, und statt auf politische Partizipation setzt die Regierung in Juba auf Autorität und Kontrolle.