Sascha Albrecht, Walter Posch

Kriegstheater im Persischen Golf

Völkerrechtliche und militärische Aspekte einer ideologischen Konfrontation zwischen Iran und den USA

SWP-Aktuell 2012/A 17, März 2012, 8 Seiten

Als im Januar 2012 hohe iranische Offiziere drohten, im Falle eines Angriffs auf die Islamische Republik die »Straße von Hormuz« zu blockieren, reagierte der amerikanische Präsident energisch. In einer an den Revolutionsführer persönlich gerichteten Mitteilung warnte Barack Obama Teheran, dass mit der Sperrung dieses Seewegs eine »rote Linie« für die USA überschritten werde. Um die Bedeutung dieser Warnung zu unterstreichen, wurde dem Revolutionsführer Obamas Nachricht gleich über mehrere Kanäle zugestellt. Die iranische Reaktion war verhalten: Man prüfe die Botschaft, aber im Allgemeinen habe Obama nichts Neues zum iranisch-amerikanischen Verhältnis gesagt. Das entspricht insoweit den Tatsachen, als dieses Verhältnis seit 1979 von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Die daraus immer wieder resultierenden akuten Spannungen verschärfen sich regelmäßig, weil es an funktionierenden Kommunikationskanälen zwischen den USA und Iran fehlt.