Christian Wagner

Indien als strategischer Partner der USA

SWP-Aktuell 2006/A 13, März 2006, 4 Seiten

Regionen:

USA, Indien

Die Beziehungen zwischen Indien und den USA haben mit der Unterzeichnung des Abkommens über die zivile Nutzung der Atomenergie am 2. März 2006 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das Abkommen markiert zugleich eine Zäsur in den beider-seitigen Beziehungen: Nach über 30 Jahren können die USA ihre Sanktionen gegen Indien aufheben, die seit dem ersten indischen Atomversuch 1974 das bilaterale Verhältnis belastet haben. Im Gegenzug für seine De-facto-Anerkennung als Atommacht unterstellt Indien die zivilen Teile seines Nuklearprogramms der Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO). Schließlich unterstreicht das Abkommen den Wunsch der USA, Indien als Gegengewicht zu China im asiatisch-pazifischen Raum aufzubauen. Ungeachtet der Fragen, die die Vereinbarung für die Zukunft des Nicht-verbreitungsvertrags (NVV) aufwirft, verändert sich auch Indiens internationale Rolle. Welchen Herausforderungen sieht sich Indien als Atommacht und strategischer Partner der USA künftig gegenüber? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für deutsche und europäische Politik?