Kristina Roepstorff, Christian Wagner

Indien in Aufruhr

Die Braveheart-Debatte und die Folgen für die indische Demokratie

SWP-Aktuell 2013/A 18, Februar 2013, 4 Seiten

Regionen:

Indien

Die Gruppenvergewaltigung einer Studentin Mitte Dezember 2012 in Neu-Delhi löste landesweite Proteste und eine Debatte über sexuelle Gewalt und die Stellung der Frau aus. Liberale Kreise fordern mehr Rechte und Freiheiten für Frauen, Verfechterinnen und Verfechter religiös konservativer Werte dagegen bringen die Vergewaltigung in Zusammenhang mit den Freiheiten, die Frauen in den letzten Jahrzehnten errungen haben; entsprechend wollen sie deren Freiheitsrechte wieder einschränken. Die Heftigkeit der Proteste und die Intensität der Debatte sind nicht zuletzt Ausdruck einer wachsenden Unzufriedenheit mit den Defiziten des indischen Rechtsstaats, die in den neuen städtischen Mittelschichten um sich greift. Welche kurz-, mittel- und langfristigen Folgen ergeben sich daraus für die indische Demokratie ein Jahr vor den nächsten Parlamentswahlen?