Stacy Renee Closson, Uwe Halbach

Die Georgien-Krise in ihrer kaukasischen Dimension

SWP-Aktuell 2008/A 75, Oktober 2008, 8 Seiten

Vor und nach dem »Fünf-Tage-Krieg« vom August 2008 wurden »Georgien-Krise« und »Kaukasus-Konflikt« zu Synonymen. Nur mit Verzögerung öffnete sich der Blick über den Brennpunkt Georgien hinaus für das regionale Umfeld des Konflikts. Wie stellt sich heute die Lage in Georgien und seiner kaukasischen Nachbarschaft dar? Welche Auswirkungen hat die Krise auf Armenien und Aserbaidschan und den »frozen conflict« um Berg-Karabach? Russland hat mit der diplomatischen Anerkennung Abchasiens und Südossetiens den Raum für internationale Verhandlungen über diese beiden Konfliktfälle radikal eingeschränkt. Zugleich aber erhielten die Bemühungen um eine Beilegung des Berg-Karabach-Konflikts neue Impulse. Zum regionalen Umfeld gehören auch die Teilrepubliken Russlands im Nordkaukasus, aus denen vor dem Krieg bewaffnete Kräfte in die Konfliktzonen Georgiens einsickerten. Während Russland im Südkaukasus zu direkter Protektoratsherrschaft über Teile dieser Region übergegangen ist, bleiben seine eigenen kaukasischen Landesteile höchst instabil. Das hat die Zuspitzung der innenpolitischen Verhältnisse in Inguschetien während der Georgien-Krise gezeigt.

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