Katharina Gnath, Stormy-Annika Mildner, Claudia Schmucker

G20, IWF und WTO in turbulenten Zeiten

Legitimität und Effektivität auf dem Prüfstand

SWP-Studie 2012/S 09, März 2012, 37 Seiten

Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise war eine enorme Herausforderung für nationale Wirtschaftspolitik. Sie zeigte mit aller Deutlichkeit, wie wichtig ein gut funktionierendes System globaler Wirtschaftsgovernance ist. Eine Schlüsselrolle im Management der Krise übernahm die neu gegründete G20 der systemisch wichtigsten Wirtschaftsmächte. Angesichts des fragilen Finanzsystems und des schwer angeschlagenen Welthandels waren darüber hinaus besonders der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) gefordert. In den turbulenten Jahren der Krise hatten diese drei Institutionen mehr Spielraum als sonst, um neue Wege zu beschreiten. Freilich war auch das Risiko zu versagen besonders hoch.

Wie gut haben G20, IWF und WTO die Krise gemeistert? Um dies systematisch zu bewerten, werden ihre Effektivität und Legitimität auf den Prüfstand gestellt. Zwar weisen alle drei in diesen Bereichen Defizite auf. Wenn sie aber nicht als Einzelkämpfer handeln und ihre Zusammenarbeit verbessern, könnten sie langfristig Effektivität und Legitimität des gesamten Governance-Systems erhöhen. Die G20 sollte noch energischer die Führung übernehmen, Themen auf der internationalen Agenda platzieren und politische Zeichen setzen. Als Lenkungsausschuss kann sie helfen, Trägheit und Fragmentierung des globalen Governance-Systems zu reduzieren. Die stärker institutionalisierten Organisationen IWF und WTO könnten ihrerseits dafür sorgen, dass Regeln kontinuierlicher formuliert, angepasst und umgesetzt werden.

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