Christian Schaller

Deutschland im UN-Sicherheitsrat 2011/12

Zwischen Tagesgeschäft und Reform-Agenda

SWP-Aktuell 2010/A 82, Dezember 2010, 4 Seiten

Am 1. Januar 2011 wird Deutschland für zwei Jahre als nichtständiges Mitglied in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einziehen. Die deutsche Delegation ist dabei in erster Linie gefordert, sich zügig in die bestehenden Arbeitsabläufe zu integrieren und ihre Aktivitäten auf das Kerngeschäft der Friedenssicherung zu konzentrieren. Eine besondere Konstellation ergibt sich 2011 allerdings dadurch, dass mit Brasilien, Indien, Südafrika und Nigeria zeitgleich vier Schwergewichte im Sicherheitsrat vertreten sein werden, die für sich jeweils eine regionale Führungsrolle beanspruchen und nach einem ständigen Sitz in dem Gremium streben. Damit werden die Staaten des Südens so stark wie nie zuvor im Sicherheitsrat repräsentiert sein. Auf dieser Bühne wird Deutschland auch versuchen, die Reform des Sicherheitsrats weiter voranzutreiben und gleichzeitig den eigenen Anspruch auf einen längerfristigen Sitz zu untermauern.