Claudia Zilla

Brasilianische Außenpolitik

Nationale Tradition, Lulas Erbe und Dilmas Optionen

SWP-Studie 2011/S 29, November 2011, 38 Seiten

In den letzten Jahren hat Brasilien zahlreiche Initiativen im lateinamerikanischen und internationalen Kontext lanciert, Profil als Vermittler in nahen und fernen Konflikten gewonnen, eine aktive Rolle in internationalen Organisationen und Governance-Clubs gespielt und an vielfältigen Debatten zur globalen Ordnungspolitik teilgenommen. Mit Fug und Recht lässt sich vom außenpolitischen Aufstieg Brasiliens sprechen. Dieser ist das Ergebnis einer steten, mit ungewöhnlicher Energie vorangetriebenen Ausweitung des außenpolitischen Handelns. Heute lässt sich brasilianische Außenpolitik nicht mehr auf Außenhandelspolitik reduzieren. Sie ist umfassender, vielschichtiger und komplexer geworden. Sie wurde in thematischer, geographischer, institutioneller und instrumenteller Hinsicht diversifiziert, wobei sich auch die Gewichte und Prioritäten verschoben haben. In der Summe bedeutet dies einen bemerkenswerten Stil- und Ansatzwandel. Wichtigste Antriebskraft bei dieser Entwicklung war der ehemalige Präsident Lula, der den Bruch mit der (außen-)politischen Tradition des Landes auch immer wieder explizit betont hat. Welches waren die außenpolitischen Trends seiner Regierung und in welchen Handlungsrahmen waren sie eingebettet? Welche Handlungsoptionen eröffnen sich der neuen Präsidentin Dilma Rousseff – vor dem Hintergrund Brasiliens außenpolitischer Tradition, Lulas Erbe und ihren eigenen Präferenzen? Auf diese Fragen geht die vorliegende Studie ein.

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