Claudia Major, Christian Mölling, Judith Vorrath

Bewaffnen + Befähigen = Befrieden?

Für Stabilisierung ist mehr nötig als Ausbildung und Gerät

SWP-Aktuell 2014/A 74, Dezember 2014, 4 Seiten

Im Sommer wurde eine Debatte darüber geführt, ob die Bundesrepublik die kurdische Peschmerga-Armee in ihrem Kampf gegen die IS-Milizen mit Waffenlieferungen unterstützen soll. Dabei kam einmal mehr die Frage auf, welche Rolle die Befähigung von Partnerinnen und Partnern bei der Krisenbewältigung spielen kann. Deutschland will mehr außenpolitische Verantwortung übernehmen, möglichst aber nicht direkt militärisch aktiv werden. Da liegt es nahe, Regierungen und Regionalorganisationen in Krisengebieten durch Training und Ausstattung in die Lage zu versetzen, aus eigener Kraft Frieden und Sicherheit herzustellen und aufrechtzuerhalten. Mit der »Ertüchtigungsinitiative« verfolgt die Bundesregierung diesen Ansatz seit 2011. Bisherige Erfahrungen zeigen aber deutlich dessen Grenzen und Risiken auf. Trainings- und Ausstattungshilfe kann ein wichtiger deutscher Beitrag zum Krisenmanagement sein. Sie ist aber kein Allheilmittel und muss zudem auf die spezifische Situation abgestimmt und langfristig geleistet werden.