Nils Wörmer

Sondierungsgespräche und Friedensinitiativen in Afghanistan

Akteure, ihre Forderungen und Deutschlands Rolle als Vermittler

SWP-Aktuell 2012/A 70, November 2012, 8 Seiten

Regionen:

Afghanistan

Nach verbreiteter Ansicht wird die Nato-Strategie in Afghanistan nur Erfolg haben, wenn Fortschritte im innerafghanischen Friedensprozess erzielt werden. Bislang konnte aber keine der maßgebenden Vermittlungsinitiativen substantielle Verhandlungen anstoßen. Eine dauerhafte Festlegung auf Unterhändler, Vermittler, Themen und Prozeduren ist noch nicht gelungen. An den bisherigen Sondierungen, bei denen teils unabhängige, teils miteinander verwobene Gesprächsstränge zum Tragen kamen, waren eine Vielzahl von Akteuren beteiligt. Sollten sich die existierenden Initiativen in einen geordneten Verhandlungsprozess überführen lassen, wäre schon das ein Erfolg. Deutschland kann hier als Vermittler eine wichtige Rolle spielen. Die Verhandlungen über eine politische Lösung des Afghanistankonflikts werden kompliziert und langwierig sein, ihr Ausgang ist offen. Grundsätzlich ist bei künftigen strategischen Überlegungen allerdings auch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der innerafghanische Friedensprozess scheitert.