Ognian Hishow

Finanzkollaps in Griechenland: Reformen oder Dauer-Bailout?

Schwache Wettbewerbsfähigkeit erzeugt Sparzwang

SWP-Aktuell 2015/A 28, März 2015, 4 Seiten

Am 24. Februar 2015 beschlossen die Finanzministerinnen und Finanzminister der Eurogruppe, die Laufzeit der Finanzhilfen aus dem zweiten Griechenlandpaket bis Ende Juni des Jahres zu verlängern. Auch der Deutsche Bundestag billigte diese Entscheidung mit klarer Mehrheit. Nun kann Griechenland kommende Fälligkeiten an den IWF und die EZB bedienen. Allerdings wurde unmittelbar nach der Einigung geargwöhnt, dass auch nach Ablauf des aktuellen Programms weitere beträchtliche Hilfen an Athen geleistet werden müssten, um eine dennoch nicht auszuschließende Insolvenz abzuwenden. Der spanische Wirtschaftsminister de Guindos sprach von 30 bis 40 Milliarden Euro; Eurogruppenpräsident Dijsselbloem bot Griechenland kurzfristige Hilfen zur Überbrückung plötzlicher Engpässe an. Das wirft die Frage auf, ob und wenn ja wann das Land zum Wachstum und damit zur Kreditaufnahme auf dem privaten Finanzmarkt zurückkehren dürfte.