Steffen Angenendt, Wenke Apt

Die demographische Dreiteilung der Welt

Trends und sicherheitspolitische Herausforderungen

SWP-Studie 2010/S 28, November 2010, 30 Seiten

Die Weltbevölkerung wächst und altert. Dabei wird die Welt faktisch dreigeteilt: in eine »erste« Welt mit reichen, alternden und zum Teil demographisch schrumpfenden Industriestaaten, eine »zweite« Welt aus wirtschaftlich dynamischen Schwellenländern mit relativ ausgeglichener Bevölkerungsentwicklung und fortschreitender Urbanisierung, und in eine »dritte« Welt armer Staaten mit einer jungen Bevölkerung, die stark wächst, und zwar insbesondere in den Städten.

Diese soziodemographische Teilung der Welt birgt zahlreiche Herausforderungen, darunter auch sicherheitspolitisch relevante: Hierzu gehören u.a. Machtverschiebungen zwischen den drei Weltregionen, neue Konkurrenzen um knapper werdende Nahrungsmittel und Ressourcen sowie Destabilisierungen aufgrund der schnellen Urbanisierung in armen Staaten. Es ist auch eine Zunahme von unerwünschten innerstaatlichen und grenzüberschreitenden Wanderungsbewegungen zu erwarten.

Die Handlungsmöglichkeiten der deutschen und europäischen Politik sind begrenzt. Gleichwohl bestehen einige Optionen, etwa bei der Förderung der reproduktiven Gesundheit und der Familienplanung, bei Hilfen zur politischen Stabilisierung und zur besseren Regierbarkeit der schnell wachsenden Ballungsgebiete oder in der Asyl- und Migrationspolitik.