Sophie-Charlotte Brune, Sascha Lange, Janka Oertel

Chinas militärische Entwicklung

Modernisierung und Internationalisierung der Streitkräfte

SWP-Studie 2009/S 29, Oktober 2009, 25 Seiten

Regionen:

China

Anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China und der zur Feier dessen durchgeführten, umfangreichen Militärparade am 1. Oktober 2009 wird in der vorliegenden Studie die Entwicklung des chinesischen Militärs - der größten Berufsarmee der Welt - entlang der folgenden Leitfragen untersucht:

  • Welche programmatischen Richtlinien gibt die KPCh für den Verteidigungssektor des wiedererstarkten modernen China vor?
  • Welche strategischen Ziele lassen sich aus den bisherigen Veränderungen ablesen?
  • Wie sind die militärischen Fortschritte politisch einzuordnen und zu bewerten?
  • Welche Rolle spielen dabei die zunehmenden internationalen Aktivitäten der chinesischen Streitkräfte?

 

Es lässt sich feststellen, dass die Modernisierung des Militärs in einen übergreifenden politischen Anpassungsprozess eingeordnet wird, mit dem China den sicherheitspolitischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts gerecht werden will. Die umfangreichen Kapazitäten aus der Ära des Kalten Krieges werden schrittweise angepasst und qualitativ aufgewertet, um internationale Friedensmissionen sowie humanitäre Hilfseinsätze bewältigen und bei militärischen Konflikten im Zeitalter des informationstechnologischen Wettstreits bestehen zu können. Die Grundausrichtung der Volksbefreiungsarmee ist dabei derzeit noch als eher defensiv zu bewerten, auch wenn im Bereich der Nuklear-, Weltraum-, Luft- und Seestreitkräfte das offensive Potential wächst.

 

Gleichzeitig geht der rasante Anstieg bei Chinas militärischen Fähigkeiten bislang noch nicht mit einer ausreichenden politischen Kommunikation einher. Eine Erhöhung der sicherheits- und militärpolitischen Transparenz durch die chinesische Führung könnte dazu beitragen, Irritationen bei anderen Staaten zu vermeiden.

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