Claudia Simons

Burundis gespaltene Armee

Die aktuelle Krise gefährdet die hart erkämpfte Militärintegration

SWP-Aktuell 2015/A 58, Juni 2015, 4 Seiten

Im Zuge der Unruhen, die Burundi seit Ende April erschüttern, haben mit Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich fast alle Partner der burundischen Sicherheitskräfte ihre finanzielle Unterstützung bis auf Weiteres eingestellt. Grund dafür war das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstrantinnen und Demonstranten, die gegen eine als verfassungswidrig geltende dritte Amtszeit des Präsidenten protestierten, sowie gegen Militärs, die am 13. Mai zu putschen versuchten. Während die Polizei bereits seit Beginn der Proteste durch den massiven Einsatz von Gewalt aufgefallen war, galt die Armee bis zum Putschversuch als neutral und konfliktentschärfend. Nun treten enorme Spannungen innerhalb des Militärs zutage, die von Präsident Nkurunziza noch durch Verhaftungen, Entlassungen und die selektive Verfolgung von Offizieren verschärft werden. Der Rückzug der Geber könnte die Lage weiter anheizen. Das Verhalten der Armee in den nächsten Wochen wird maßgeblich sein für den weiteren Verlauf des Konflikts.