Wirtschaft und Handel

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Made-in-USA-Label © dpa

In der Wirtschaftspolitik rüttelt Donald Trump als neuer US-Präsident an den Grundfesten der liberalen Ordnung. Im Wahlkampf gelang es ihm, mit einer offen protektionistischen Agenda neben konservativen Stammwählern der Republikaner auch Wählergruppen an sich zu binden, die traditionell eher in das demokratische Lager gehörten. Trump versprach, aus seiner Sicht unfaire Handelsabkommen aufzukündigen und mit Strafzöllen gegen günstige Importe aus China und Mexiko vorzugehen. Er will damit die heimische Industrie stärken und neue Arbeitsplätze in den USA schaffen.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit kündigte Trump das bereits fertig ausgehandelte Abkommen der USA mit elf Pazifikstaaten (TPP) auf. Nachdem er auch den Nachbarn Mexiko und Kanada zunächst mit der Aufkündigung des drei Jahrzehnte alten NAFTA-Abkommens drohte, will er dieses nun immerhin neu verhandeln.

Auf Deutschland und die EU erhöhte der US-Präsident den Druck, ihre Leistungsbilanzüberschüsse aus dem Export in die USA abzubauen. Seitdem hat Trump bereits Strafzölle auf Stahlimporte einzelner deutscher Firmen erhoben, denen die US-Regierung den Vorwurf machte, ihre Produkte zu »Dumping-Preisen« auf den Markt zu werfen. Auch Holzimporte aus Kanada hat der US-Präsident schon mit Einfuhrzöllen belegt.

Noch ist unklar, ob Trump tatsächlich bereit und fähig ist, vermeintlich amerikanische Interessen gegenüber internationalen Partnern durchzusetzen, insbesondere dann, wenn er damit gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) verstößt.

Literatur & Medienbeiträge

Heribert Dieter

US-Sanktionen: "Es ist durchaus ein Handelskrieg"

Interview von Daniel Heinrich, in: Deutschlandfunk, 03.08.2017 (online)
Kirsten Westphal

Kollateralschaden in Europa

Die neuen US-Sanktionen gegen Russland werden schwerwiegende Folgen für die Energieversorgung haben

in: Süddeutsche Zeitung, 01.08.2017 (online)
Laura von Daniels

Handelspolitik: USA weiter auf Konfrontationskurs

Trotz der gemeinsamen Erklärung der G20-Länder »gegen Protektionismus« behält sich Washington einseitige »legitime Schutzmaßnahmen« in der Handelspolitik vor. Laura von Daniels über geeignete Reaktionen der Europäischen Union.

Kurz gesagt, 25.07.2017
Kirsten Westphal

Energieversorgung in Gefahr - Attacke aus den USA

»Da wird mit harten Bandagen gekämpft«

in: Handelsblatt Nr. 158, 20.07.2017, S. 6
Laura von Daniels

Last Exit Basel III

As Regulation of Bank Capital Comes to a Close, Stability Concerns Risk Taking a Backseat

SWP Comment 2017/C 22, Juli 2017, 7 Seiten
Laura von Daniels

Letzte Ausfahrt Basel

Zum Stand der Bankenregulierung in den USA und der EU zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise

SWP-Studie 2017/S 12, Juli 2017, 37 Seiten
Susanne Dröge, Karsten Neuhoff

Trumps Trugschluss

Der geplante Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen könnte den USA große Nachteile bringen. Mittelfristig ist sogar die Rolle der amerikanischen Wirtschaft als Innovationsmotor gefährdet. Dabei will Trump Arbeitsplätze ins Land zurückbringen.

in: Süddeutsche Zeitung (SZ), 18.06.2017, (online)
Susanne Dröge

Klimapolitik: Klare Haltung im Umgang mit den Launen der Trump-Regierung

Auch nach dem Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen muss die Diplomatie klug zwischen klaren Forderungen und weiterem Dialog mit den USA variieren, um den Klimaprozess voranzutreiben, meint Susanne Dröge.

Kurz gesagt, 02.06.2017
 

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