Wirtschaft und Handel

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Made-in-USA-Label © dpa

In der Wirtschaftspolitik wird die Biden-Regierung alles daransetzen, die Folgen des Wirtschaftseinbruchs durch die Pandemie zu überwinden. Zu diesem Zweck wurden Hilfspakete in Billionenhöhe verabschiedet. Präsident Biden möchte dabei staatliche Konjunkturmaßnahmen und Infrastrukturprojekte mit einer Transformation zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft verbinden und die wachsende soziale Ungleichheit im Land bekämpfen.

Die Handelspolitik wird wieder weniger konfrontativ sein: Zölle werden anders als bei der Vorgängerregierung nicht das Instrument erster Wahl sein; Wirtschaftssanktionen werden sich auf Gegner und Rivalen beschränken. Dennoch hat in den USA ein Stimmungswandel stattgefunden, so dass auch unter Präsident Biden bestimmte protektionistische Praktiken beibehalten werden dürften. Handelspolitik wird stärker als in der Vergangenheit mit der Frage verbunden werden, ob sie der amerikanischen Mittelklasse nützt. Neue Zollsenkungen und Handelsabkommen werden sich eher auf einzelne Sektoren beschränken, als dass mit neuen umfassenden Liberalisierungsinitiativen zu rechnen ist. Dieser möglicherweise dauerhafte Wandel der US-Wirtschaftspolitik wirft ganz grundlegend die Frage nach der Zukunft der globalen Wirtschaftsordnung auf, insbesondere vor dem Hintergrund der andauernden Krise der Welthandelsorganisation (WTO).

Potenzial für Spannungen und Konflikte im transatlantischen Verhältnis bergen der Umgang mit China, die Frage nach der Besteuerung großer digitaler Dienstleistungsunternehmen sowie die handels- und wettbewerbspolitischen Auswirkungen des European Green Deals. Auch die Erwartungen an Deutschland und die EU, bei der Bewältigung der Corona-Krise mit umfassenden wirtschaftlichen Konjunkturmaßnahmen und Investitionen voranzugehen und dabei Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse abzubauen, werden nicht nachlassen.

Literatur & Medienbeiträge

Sascha Lohmann, Kirsten Westphal

US-Russia Policy Hits European Energy Supply

The Consequences of Unilateral Sanctions and Growing Market Competition

SWP Comment 2019/C 06, Februar 2019, 8 Seiten

doi:10.18449/2019C06

Sascha Lohmann

Extraterritorial U.S. Sanctions

Only Domestic Courts Could Effectively Curb the Enforcement of U.S. Law Abroad

SWP Comment 2019/C 05, Februar 2019, 8 Seiten

doi:10.18449/2019C05

Sascha Lohmann, Kirsten Westphal

US-Russland-Politik trifft europäische Energieversorgung

Die Folgen unilateraler Sanktionen und wachsender Marktkonkurrenz

SWP-Aktuell 2019/A 01, Januar 2019, 8 Seiten

doi:10.18449/2019A01

Laura von Daniels

Protektionismus mit negativen Folgen

Nach vier bis acht Jahren Trump könnte die US-Wirtschaft ihre Innovationskraft, für die sie heute bewundert wird, einbüßen, sagt Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

in: 3sat, Sendung makro, 28.09.2018 (online)
Laura von Daniels

»Zunehmend Kritik an Trumps Handelspolitik«

In den US-Konzernen wird Kritik an der Handelspolitik Trumps laut. Mit welchen Folgen, ist unklar, sagt Ökonomin Laura von Daniels.

Interview von Eva Schmidt, in: zdf.de, 3sat makro, 27.09.2018 (online)
Laura von Daniels

On US Government Trade Policy

Trump’s ‘America First’ Policy Puts Pressure on the EU

SWP Comment 2018/C 36, September 2018, 4 Seiten
Laura von Daniels

Die Handelspolitik der US-Regierung

Trumps »America First«-Politik setzt die EU unter Druck

SWP-Aktuell 2018/A 40, Juli 2018, 4 Seiten
Evita Schmieg

Macht im internationalen Handelssystem

Die Trump-Administration riskiert, die Welthandelsordnung zu zerstören

SWP-Aktuell 2018/A 37, Juli 2018, 4 Seiten
Bettina Rudloff

Yes, he can: Trump provoziert einen Handelskrieg

Die klügere EU gibt bei WTO-Regeln nicht nach, aber bei weiterer Zolleskalation

SWP-Aktuell 2018/A 36, Juli 2018, 4 Seiten
Laura von Daniels,

Der Iran und der Dollar als Waffe - Brauchen wir eine deutsche Iran-Bank?

Europäische Unternehmen, die mit dem Iran handeln, bekommen keine Kredite, denn die Investoren fürchten amerikanische Strafmaßnahmen. Helfen könnte hier eine deutsche Iran-Bank.

Interview von Liane von Billerbeck, in: Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2018 (online)
 

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Wie der Machtkampf zwischen Iran und Saudi-Arabien die Weltsicherheit bedroht