Umbruch in der arabischen Welt

Seit Beginn des Umbruchs in der arabischen Welt im Dezember 2010 befindet sich die Region in einem dynamischen und dramatischen Wandel. In vier Ländern (Ägypten, Jemen, Libyen und Tunesien) haben Massenproteste zunächst zur Absetzung langjähriger autoritärer Führungsspitzen und zur Einleitung politischer Übergangsprozesse geführt. Dabei ist bislang lediglich in Tunesien der Übergang zu einer deutlich liberaleren und partizipativeren Ordnung gelungen. Doch auch wenn dort die Transitionsphase seit den ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2014 offiziell als abgeschlossen gilt: Von einer Konsolidierung der demokratischen Ordnung ist das Land noch weit entfernt. In Ägypten leitete dagegen ein Staatsstreich der Armee 2013 eine autoritäre Restauration ein. In Jemen und Libyen sind Machtkämpfe einmal mehr in Bürgerkriege mit externer Intervention gemündet.

In anderen Ländern (Jordanien, Marokko) sind Reformprozesse angestoßen worden, die den Protestbewegungen den Wind aus den Segeln genommen haben, jedoch die politische Ordnung nicht grundsätzlich verändert und die Handlungsspielräume von Autokraten nur unwesentlich eingeschränkt haben. In Syrien sind die ursprünglich friedlichen Proteste zunächst in einen bewaffneten Machtkampf und dann in einen Bürger- und Stellvertreterkrieg eskaliert. In Bahrain wurde die Protestbewegung mit Hilfe einer Intervention der Golfkooperationsstaaten unterdrückt.

Das Themendossier Umbruch in der arabischen Welt gibt einen Überblick über die aktuellen Dynamiken. Dabei werden sowohl die "Politik und Gesellschaft einzelner Länder" als auch die "regionalen Entwicklungen" und die "internationale Politik gegenüber der Region" beleuchtet. In den Abschnitten des Themendossiers findet sich jeweils eine Zusammenstellung aktueller SWP-Publikationen und anderer ausgewählter Beiträge von SWP-Autorinnen und Autoren. Die "Aktuelle Kurzbibliographie" gibt darüber hinaus Hinweise auf SWP-Literatur, Literatur externer Autorinnen und Autoren sowie Weblinks zu deutsch-, englisch- und französischsprachigen Informationsquellen. 



Die regelmäßige Überarbeitung des Dossiers erfolgt im Rahmen des Projekts "Elitenwandel und neue soziale Mobilisierung in der arabischen Welt", das in der Forschungsgruppe Naher/Mittlerer Osten und Afrika angesiedelt ist. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes im Rahmen der Transformationspartnerschaften mit der arabischen Welt sowie der Robert Bosch Stiftung und kooperiert mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Studienwerk der Heinrich Böll Stiftung sowie dem Institut für Begabtenförderung der Hanns-Seidel-Stiftung.

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