Rohstoffe und Märkte

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Die Märkte für metallische Ressourcen waren in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts hoch turbulent. Kupfer, nach Aluminium und Eisen das am meisten verbrauchte Metall, verteuerte sich jährlich um bis zu 30 Prozent. Der Preis für eine Tonne Eisenerz stieg zwischen Januar 2003 und Januar 2011 von 12,68 auf 187,18 US-Dollar. Aufgrund schlechter Konjunkturaussichten in Europa und China waren die Preise für Mineralien und Metalle von der Jahreswende 2011/2012 bis zum Sommer 2012 deutlich rückläufig. Seitdem ist wieder eine Aufwärtsbewegung der Preise wichtiger Industriemetalle zu beobachten.

Hauptursache der Preissteigerungen ist die wachsende Nachfrage, wobei zwischen strukturellen (langfristigen) und konjunkturellen (kurzfristigen) Nachfrageeffekten unterschieden werden kann. Für den langfristigen Nachfrageschub ist in erster Linie Chinas steigender Bedarf an Rohstoffen verantwortlich, daher spricht man auch von einem China-Effekt. Zusätzlich trägt auch das Wachstum der Informations- und Umwelttechnologiebranche zur langfristig wachsenden Nachfrage bei. Denn für die Herstellung vieler Hochtechnologieprodukte und Erneuerbare-Energie-Technologien sind zahlreiche Mineralien und Metalle notwendig. Weitere langfristige Trends, die künftig zu einer Verknappung und Preissteigerung bei Mineralien und Metallen führen können, sind demografische Entwicklungen - bis 2050 wird die Weltbevölkerung um ein Drittel wachsen -, Urbanisierung und der damit verbundene steigende Verbrauch von Metallen sowie ein verändertes Konsum- und Mobilitätsverhalten infolge der Einkommenssteigerungen gerade in den Entwicklungsländern. Kurzfristig bestimmen zyklische Faktoren wie beispielsweise der Einfluss von Spekulanten die Nachfrage. Die Turbulenz der Märkte hat dazu geführt, dass in vielen Ländern politische Maßnahmen ergriffen worden sind, die die Versorgung mit mineralischen und metallischen Rohstoffen gewährleisten sollen. Um aber die Versorgung für alle Länder und Rohstoffe langfristig und verlässlich sicherzustellen, ist es notwendig, dass Konsumenten- und Produzentenländer kooperieren.

 

Literaturliste

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Gitta Lauster, Stormy-Annika Mildner

Machtressource Metalle

Achillesferse der alten Wirtschaftsnationen?

in: Internationale Politik, Mai/ Juni 2011, S. 53-59
Hanns Günther Hilpert, Gitta Lauster, Stormy-Annika Mildner, Florian Wassenberg

Wettlauf um Metalle

Eisenerz und Seltene Erden

in: Stormy-Annika Mildner (Hg.)
Konfliktrisiko Rohstoffe?

Herausforderungen und Chancen im Umgang mit knappen Ressourcen

Beiträge zu Sammelstudien 2011/S 05, Februar 2011, 228 Seiten, S. 131-170
Stormy-Annika Mildner, Volker Perthes

Der Kampf um Rohstoffe

Knappe Rohstoffe drohen zum Sicherheitsrisiko zu werden. Internationale Zusammenarbeit muss die Konflikte entpolitisieren und die Lage der armen Förderländer verbessern. Sinnvoll wäre es, eine deutsche Rohstoffgeselschaft zu gründen.

in: Handelsblatt, 03.12.2010, S. 13
Stormy-Annika Mildner, Florian Wassenberg

Immer knapper, immer teurer?

Die Importabhängigkeit bei metallischen Rohstoffen schafft Verwundbarkeiten

in: Internationale Politik (IP), Nr.11/12, November/ Dezember 2009, S.52-58
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