Globale Verhandlungen und Ansätze

© Thinkstock

© Thinkstock

 

Zur Literaturliste

Zu den Medienbeiträgen

Einzelstaatliche Interessen stellen die internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz und zur Klimafinanzierung regelmäßig vor eine Zerreißprobe. Im Pariser Abkommen wurde eine Einigung für den Umgang mit zentralen Konfliktpunkten erreicht. Dazu gehört die Lastenverteilung bei der weltweiten Reduktion der Treibhausgas-Emissionen und der Finanzierung von Klimaschutz- und –anpassung. Aber Detailfragen sind noch offen und werden auf den jährlichen Treffen der UNFCCC-Vertragsstaaten (COP – Conference of the Parties) weiterverhandelt. Fortschritte bei den Berichtspflichten für nationalen Klimaschutz, der Einhaltung der national bestimmten Beiträge (INDCs), deren regelmäßige Erneuerung und die Finanzzusagen werden davon abhängen, welche Prioritäten die UNFCCC-Vertragsstaaten angesichts weiterer nationaler Herausforderungen setzen. Auch die Verabschiedung eines neuen Marktmechanismus, der die im Kyoto Protokoll eingeführten flexiblen Mechanismen des Emissionshandels wiederbelebt, wird weiter verhandelt werden.

Mit dem Pariser Abkommen wurde nicht nur eine Begrenzung des Klimawandels auf „unter zwei Grad Celsius“ beschlossen, sondern auch, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, die Erwärmung auf durchschnittlich 1,5 Grad Celsius zu drosseln. Dieses Ziel scheint in weiter Ferne, denn die bisher in der Atmosphäre angereicherten Treibhausgasemissionen haben in 2015 bereits zu einer Erwärmung von 1,0 Grad Celsius geführt und die Auswertung der bisherigen nationalen Beiträge (INDCs) ergibt, dass die notwendige Trendumkehr ausbleibt. Der Bedarf an weiteren politischen Maßnahmen und wissenschaftlichen Untersuchungen wird steigen. Eine besondere Rolle wird sowohl der Energiepolitik als auch der Handelspolitik zukommen.

Von wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen geleitet sind die steigenden Aktivitäten des Climate Engineering – das sind gezielte Eingriffe in das Erdsystem zur Senkung der Temperaturen. Sowohl in den USA als auch in China gibt es Akteure, die durch technische Manipulation die Erderwärmung mindern oder gar ganz stoppen wollen. In den Szenarien für die künftige Klimadiplomatie wird der Einsatz solcher hochriskanten, weil kaum erforschten Ansätze als "worst case" angesehen, weil sie den Verhandlungslösungen zur Verminderung der globalen Emissionen keine Chancen mehr zubilligen.

Literaturliste

Oliver Geden, Silke Beck

Renegotiating the global climate stabilization target

in: Nature Climate Change, Vol. 4, September 2014, pp. 747-748
Oliver Geden

Klimapolitik ohne Klimawissenschaft?

in: Gesellschaft – Wirtschaft – Politik (GWP), Jahrgang 62, 2013, Heft 4, S. 487-492
Susanne Dröge

Klimaverhandlungen in Warschau

Hängepartie trotz Countdown für ein neues Abkommen?

SWP-Aktuell 2013/A 64, November 2013, 4 Seiten
Susanne Dröge, Kirsten Westphal

Schiefergas für ein besseres Klima?

Die Fracking-Revolution in den USA setzt die europäische und die internationale Klimapolitik unter Druck

SWP-Aktuell 2013/A 44, Juli 2013, 8 Seiten
Aaron Cosbey, Susanne Dröge, Carolyn Fischer, Julia Reinaud, John Stephenson, Lutz Weischer, Peter Wooders

A Guide for the Concerned: Guidance on the elaboration and implementation of border carbon adjustment

Entwined Policy Report No 3, November 2012
Susanne Dröge, Philipp M. Richter

Emissionshandel für den Luftverkehr

Internationaler Widerstand gegen den Alleingang der EU

SWP-Aktuell 2012/A 55, September 2012, 4 Seiten
Susanne Dröge

Die Klimaverhandlungen in Durban

Erfolgreiche Diplomatie, aber kein Fortschritt für den Klimaschutz

SWP-Aktuell 2012/A 03, Januar 2012, 4 Seiten
Susanne Dröge

Geoengineering auf dem Vormarsch – Klimafolgenabwehr durch die USA und China

in: Barbara Lippert, Volker Perthes (Hg.)
Ungeplant ist der Normalfall

Zehn Situationen, die politische Aufmerksamkeit verdienen

Beiträge zu Sammelstudien 2011/S 32, November 2011, 50 Seiten, S. 15-18
Oliver Geden

Das Ende der Klimapolitik, wie wir sie kannten

in: Barbara Lippert, Volker Perthes (Hg.)
Ungeplant ist der Normalfall

Zehn Situationen, die politische Aufmerksamkeit verdienen

Beiträge zu Sammelstudien 2011/S 32, November 2011, 50 Seiten, S. 19-22
Nils Simon

Internationale Umweltgovernance für das 21.Jahrhundert

Herausforderungen, Reformprozesse und Handlungsoptionen vor der Rio-Konferenz 2012

SWP-Studie 2010/S 30, Dezember 2010, 35 Seiten
 

 

Medienbeiträge

Severin Fischer

Klimapolitik: »Kyoto-Vertrag war nicht realistisch«

Vor zehn Jahren, am 16. Februar 2005, ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Der deutsche Politikwissenschaftler Severin Fischer zieht in einem Interview Bilanz und erläutert, warum die internationale Staatengemeinschaft in Klimafragen kaum etwas voranbringt.

Interview von Robert Czepel, in: science.ORF.at, 17.02.2015 (online)
Susanne Dröge

Das Kyoto-Protokoll hat sich nicht bewährt

Vor zehn Jahren trat das Kyoto-Protokoll in Kraft. Mit ihm sollte der globale Klimawandel gestoppt werden. Das Ziel hat das UN-Abkommen nicht erreicht. Was anders werden muss, sagt Umweltforscherin Susanne Dröge im heute.de-Interview.

Interview von Katharina Sperber, in: heute.de, 16.02.2015 (online)
Susanne Dröge

Von Lima nach Paris: Neues Klimaabkommen braucht mehr Zeit

Der VN-Klimagipfel in Lima hat gezeigt, dass die Staaten noch mehr Zeit brauchen werden, um sich auf einen tragfähigen internationalen Rahmen für die Klimapolitik zu einigen, meint Susanne Dröge. Das Pariser Abkommen darf daher nicht der Endpunkt der internationalen Bemühungen sein.

Kurz gesagt, Dezember 2014
Susanne Dröge

Signalwirkung von ganz oben – der Sondergipfel zur internationalen Klimapolitik in New York

Der Sondergipfel zur Klimapolitik am 23. September in New York wäre eine gute Gelegenheit für Deutschland, eine Führungsrolle in der internationalen Klimapolitik zu übernehmen, meint Susanne Dröge. Großes Potenzial hierfür ist vorhanden.

Kurz gesagt, September 2014
Oliver Geden

Wieviel Klimaforschung braucht ihr noch?

Die Politik geht eigene Wege: Nachdem sich die Diplomatie in eine Sackgasse gesteuert hat, steht der globale Klimaschutz vor einem Umbruch. Wie will man so Krisen lösen?

in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2014, N1
Susanne Dröge, Jasmin Lorch

Den Folgen des Klimawandels international begegnen: Das Beispiel Philippinen

Mit dem »Warschau-Mechanismus« der Vereinten Nationen sollen Schäden kompensiert werden, die aus dem Klimawandel resultieren. Susanne Dröge und Jasmin Lorch erläutern am Beispiel der Philippinen, was bei der Ausgestaltung des Mechanismus wichtig ist.

Kurz gesagt, Dezember 2013
Oliver Geden

„Ein Misserfolg für den Klimaschutz“

Interview von Joachim Müller-Jung in: FAZ.net, 25.11.2013
Oliver Geden

Handeln muss die Politik

Die wissenschaftsbasierte Klimapolitik ist gescheitert. In Zukunft wird sich ein pragmatischerer Stil durchsetzen. Für die Qualität der Wissenschaft kann das nur positiv sein

in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 29.09.2013, S. 59
Oliver Geden

2 Grad sind passé - was kommt jetzt?

Wissenschaft verliert Dominanz in Klimapolitik

in: Energlobe, 06.09.2013
Oliver Geden

Für mehr Realismus in der Klimapolitik

in: Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2012, S. 19
 

SWP-Aktuell

Denis M. Tull
VN-Peacekeeping in Mali

Anpassungsbedarf für das neue Minusma-Mandat


Barbara Lippert, Erik Brandes
Auf die Regierung kommt es an

Politische Lehren aus dem Brexit-Referendum von 2016