Globale Verhandlungen und Ansätze

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Zu den Medienbeiträgen

2015 wurde in Paris auf der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention das Pariser Abkommen für die Zeit nach 2020 auf den Weg gebracht. Die Vertragsstaaten haben sich verpflichtet, regelmäßig nationale Beiträge (»nationally determined contributions«, NDCs) einzureichen. Darunter werden unterschiedliche, klimapolitische Ziele gefasst, die die Länder bestenfalls erhöhen, mindestens aber aufrechterhalten sollen. Aktuelle Auswertungen der angekündigten Emissionsziele finde Sie hier.

Detailfragen der Umsetzung des Pariser Abkommens sind noch offen und werden auf den jährlichen Treffen der UNFCCC-Vertragsstaaten (COP - Conference of the Parties) weiterverhandelt. Ob es gelingt, hier Fortschritte zu erzielen, hängt von den Prioritäten der UNFCCC-Vertragsstaaten angesichts weiterer nationaler Herausforderungen ab (siehe Klimastrategie der EU; Die Klimapolitik weiterer Akteure). Einzelstaatliche Interessen stellen die internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz und zur Klimafinanzierung regelmäßig vor eine Zerreißprobe. Mit dem Regelbuch von Kattowitz gibt es immerhin eine detaillierte Anleitung für die Erfüllung des Pariser Abkommens. Spätestens bei der COP 26 im November 2021 in Glasgow sollen weitere Schritte für die Umsetzung des Pariser Abkommens erfolgen. Unter anderem soll eine Einigung zum Emissionshandel erreicht werden, was bei der COP 25 in Madrid nicht gelang. Darüber hinaus sollen die NDCs erhöht, Langfriststrategien eingereicht und eine erste globale Bestandsaufnahme vorgenommen werden (siehe Zeitstrahl).

Grafik: »Die UN-Klimaagenda – nächste Schritte und Ergebnisse«

Mit dem Pariser Abkommen wurde nicht nur eine Begrenzung des Klimawandels auf »unter zwei Grad Celsius« gegenüber dem Niveau vor der Industrialisierung beschlossen, sondern auch, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, die Erwärmung auf durchschnittlich 1,5 Grad Celsius zu drosseln. Dieses Ziel scheint in weiter Ferne, denn die bisher in der Atmosphäre angereicherten Treibhausgasemissionen haben im Jahr 2015 bereits zu einer Erwärmung von 1,0 Grad Celsius geführt, und die Auswertung der bisherigen nationalen Beiträge (NDCs) ergibt, dass die notwendige Trendumkehr ausbleibt.

Bei der Drosselung der Erderwärmung wird sowohl der Energiepolitik als auch der Handelspolitik eine besondere Rolle zukommen. Darüber hinaus gibt es von wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen geleitete Aktivitäten des Climate Engineering, mit der insbesondere Akteure in den USA und in China die Erderwärmung mindern oder gar ganz stoppen wollen. Dazu gehören zum einen technologische Verfahren, um CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und zu recyclen (Carbon Dioxide Removal, CDR), und zum anderen gezielte Eingriffe in das Erdsystem zur Senkung der Temperaturen (Solar Radiation Management, SRM). In der Klimadiplomatie wird die Zuwendung zu solchen hochriskanten, weil kaum erforschten Ansätzen des SRM als »worst case« angesehen, weil sie deutlich machen würde, wie wenig Bedeutung die treibenden Akteure den Verhandlungslösungen zur Verminderung der globalen Emissionen noch beimessen.

Literaturliste

Susanne Dröge, Oliver Geden

Nach dem Pariser Klimaabkommen

Neue Herausforderungen für eine Vorreiterrolle der EU

SWP-Aktuell 2016/A 16, März 2016, 4 Seiten
Susanne Dröge

The Paris Agreement 2015

Turning Point for the International Climate Regime

SWP Research Paper 2016/RP 04, Februar 2016, 33 Seiten
Oliver Geden

Split zwischen Reden, Entscheiden und Handeln in der Politik

Interview von Franz Lamprecht, in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, Heft 1-2/2016, S. 47-49
Susanne Dröge

Triumph der Klimadiplomatie

Das Zustandekommen des Klimaabkommens ist ein Triumph der Klimadiplomatie. Susanne Dröge erklärt, welche Schritte zum Erfolg geführt haben und appelliert an deutsche und europäische Außenvertreter, sich mit ebensolcher Kraft für die Umsetzung des Abkommens einzusetzen.

Kurz gesagt, 14.12.2015
Oliver Geden

Climate Stalemate

in: Nature, Vol. 526, October 2015, p. 194
Oliver Geden, Silke Beck

Klimapolitik am Scheideweg

in: Aus Politik und Zeitgeschichte 2015, 65. Jahrgang, 31-32/2015, S. 12-18
Oliver Geden

Qualitätssicherung in der klimawissenschaftlichen Politikberatung

In einem zunehmend pragmatischen klimapolitischen Umfeld sollten Berater wieder mehr Distanz zur Politik wahren

SWP-Aktuell 2015/A 53, Mai 2015, 8 Seiten
Oliver Geden

Climate advisers must maintain integrity

As global negotiations fail on emissions reductions, scientific advisers need to resist pressure to fit the facts to the failure

in: Nature, Vol. 521, May 2015, pp. 27-28
Susanne Dröge, Oliver Geden

Die EU und das Pariser Klimaabkommen

Ambitionen, strategische Ziele und taktisches Vorgehen

SWP-Aktuell 2015/A 42, April 2015, 4 Seiten
 

 

Medienbeiträge

Severin Fischer

Klimapolitik: »Kyoto-Vertrag war nicht realistisch«

Vor zehn Jahren, am 16. Februar 2005, ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Der deutsche Politikwissenschaftler Severin Fischer zieht in einem Interview Bilanz und erläutert, warum die internationale Staatengemeinschaft in Klimafragen kaum etwas voranbringt.

Interview von Robert Czepel, in: science.ORF.at, 17.02.2015 (online)
Susanne Dröge

Das Kyoto-Protokoll hat sich nicht bewährt

Vor zehn Jahren trat das Kyoto-Protokoll in Kraft. Mit ihm sollte der globale Klimawandel gestoppt werden. Das Ziel hat das UN-Abkommen nicht erreicht. Was anders werden muss, sagt Umweltforscherin Susanne Dröge im heute.de-Interview.

Interview von Katharina Sperber, in: heute.de, 16.02.2015 (online)
Susanne Dröge

Von Lima nach Paris: Neues Klimaabkommen braucht mehr Zeit

Der VN-Klimagipfel in Lima hat gezeigt, dass die Staaten noch mehr Zeit brauchen werden, um sich auf einen tragfähigen internationalen Rahmen für die Klimapolitik zu einigen, meint Susanne Dröge. Das Pariser Abkommen darf daher nicht der Endpunkt der internationalen Bemühungen sein.

Kurz gesagt, 16.12.2014
Susanne Dröge

Signalwirkung von ganz oben – der Sondergipfel zur internationalen Klimapolitik in New York

Der Sondergipfel zur Klimapolitik am 23. September in New York wäre eine gute Gelegenheit für Deutschland, eine Führungsrolle in der internationalen Klimapolitik zu übernehmen, meint Susanne Dröge. Großes Potenzial hierfür ist vorhanden.

Kurz gesagt, 18.09.2014
Oliver Geden

Wieviel Klimaforschung braucht ihr noch?

Die Politik geht eigene Wege: Nachdem sich die Diplomatie in eine Sackgasse gesteuert hat, steht der globale Klimaschutz vor einem Umbruch. Wie will man so Krisen lösen?

in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2014, N1
Susanne Dröge, Jasmin Lorch

Den Folgen des Klimawandels international begegnen: Das Beispiel Philippinen

Mit dem »Warschau-Mechanismus« der Vereinten Nationen sollen Schäden kompensiert werden, die aus dem Klimawandel resultieren. Susanne Dröge und Jasmin Lorch erläutern am Beispiel der Philippinen, was bei der Ausgestaltung des Mechanismus wichtig ist.

Kurz gesagt, 02.12.2013
Oliver Geden

„Ein Misserfolg für den Klimaschutz“

Interview von Joachim Müller-Jung in: FAZ.net, 25.11.2013
Oliver Geden

Handeln muss die Politik

Die wissenschaftsbasierte Klimapolitik ist gescheitert. In Zukunft wird sich ein pragmatischerer Stil durchsetzen. Für die Qualität der Wissenschaft kann das nur positiv sein

in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 29.09.2013, S. 59
Oliver Geden

2 Grad sind passé - was kommt jetzt?

Wissenschaft verliert Dominanz in Klimapolitik

in: Energlobe, 06.09.2013
Oliver Geden

Für mehr Realismus in der Klimapolitik

in: Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2012, S. 19
 

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