Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung

Februar 2012, Feldforschung des SFB700/D1-Projekts zu den Aktivitäten der Partnerschaft „Water and Sanitation for the Urban Poor“ in Kibera, Kambi Muru, Kenia; © Johanna Sarre
Februar 2012, Feldforschung des SFB700/D1-Projekts zu den Aktivitäten der Partnerschaft „Water and Sanitation for the Urban Poor“ in Kibera, Kambi Muru, Kenia; © Johanna Sarre

Die Vereinten Nationen (UN) arbeiten seit fast 20 Jahren verstärkt in Partnerschaften mit Akteuren aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Mit der Agenda 2030 und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) haben die UN die Relevanz von Partnerschaften erneut bekräftigt. Unter SDG 17 „Partnerschaften für die Ziele“ werden sie als ein zentrales Umsetzungsinstrument aufgeführt. Bereits nach Verabschiedung der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) und im Anschluss an den UN-Weltgipfel zu nachhaltiger Entwicklung 2002 in Johannesburg erfasste eine UN-Datenbank über 345 Multi-Akteurs-Partnerschaften. Seitdem haben sich einige dieser Partnerschaften wieder aufgelöst, während andere hinzukamen, unter anderem anlässlich der Rio+20-Konferenz 2012 und der Verabschiedung der SDGs 2015. Heute sind Partnerschaften in vielen verschiedenen Politikfeldern aktiv. Trotz ihrer Fülle und Präsenz werden Partnerschaften jedoch weiterhin immer wieder kritisiert, u.a. dafür, dass ihr tatsächlicher Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung unklar sei. Die UN wollen daher Partnerschaften zukünftig besser begleiten und ihre Transparenz und Rechenschaftspflicht verbessern. Unter anderem hat die Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der UN (UNDESA) die Online-Plattform ‚Partnerships for SDGs‘ eingerichtet und veranstaltet jährlich das ECOSOC Partnership Forum sowie die HLPF Partnership Exchange Auch andere Akteure, wie z.B. Geberinstitutionen, nationale Regierungen oder private Initiativen, bemühen sich Partnerschaften für die Implementierung der Agenda 2030 zu mobilisieren. So wollen etwa Geber durch die von ihnen gesetzten Finanzierungsbedingungen Partnerschaften leiten oder durch Trainings und Beratung unterstützen. Einige nationale Regierungen engagieren sich in Form von Koordinationsplattformen, Dialogprozessen oder Richtlinien. Darüber hinaus existieren auch private Initiativen, die bestehende Erfahrungen und ‚best-practices‘ in Beratung, Richtlinien oder Standards für eine verbesserte Partnerschaftspraxis übersetzen.

Von 2006 bis 2017 haben wir uns im Rahmen eines DFG-geförderten Drittmittelprojekts mit den Erfolgsbedingungen von Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung beschäftigt, vor allem in Räumen begrenzter Staatlichkeit. Der Schwerpunkt unserer Forschung lag in den ersten beiden Förderperioden zunächst auf der Effektivität und den Erfolgsfaktoren von Partnerschaften. Daraufhin haben wir 2006-2009 21 transnationale Partnerschaften in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Soziales untersucht. 2010-2013 folgte Feldforschung zu lokalen Partnerschaftsprojekten in Südasien und Ostafrika. In der dritten Projektphase 2014-2017 untersuchten wir die Frage, inwiefern relevante Akteure aus (1) dem Umfeld der Vereinten Nationen, von (2) Geberinstitutionen, (3) Regierungen und (4) privaten Initiativen Erkenntnisse zu Partnerschaften aufgreifen, vor allem über relevante Erfolgsbedingungen, wenn nun neue Partnerschaften für die SDGs gefordert und gefördert werden sollen. Insbesondere interessierte uns die „Meta-Governance“ dieser Akteure, also etwa Richtlinien oder Vorgaben, um Partnerschaften gezielter zu unterstützen, zu steuern und zu überprüfen. Unsere Publikationen stellen die Ergebnisse unserer Forschung vor. Weitere Aktivitäten umfassten Workshops, Side Events und Konferenzen.

Literatur

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Marianne Beisheim, Sander Chan, Brendan Guy, Thomas Hale, Matthew Hoffmann, Niklas Höhne, Angel Hsu, Philipp Pattberg, Pieter Pauw, Céline Ramstein, Harro van Asselt, Kenneth W. Abbott, Oscar Widerberg

Reinvigorating International Climate Policy

A Comprehensive Framework for Effective Nonstate Action

in: Global Policy, online veröffentlicht, doi: 10.1111/1758-5899.12294
Marianne Beisheim, Nils Simon

Meta-Governance of Partnerships for Sustainable Development

Actors’ Perspectives on How the UN Could Improve Partnerships’ Governance Services in Areas of Limited Statehood

SFB-Governance Working Paper Series, No. 68, August 2015
Marianne Beisheim

Training and Learning

Preparing for the Post-2015 Partnerships for Sustainable Development

Präsentation beim Hochrangigen Politischen Forum der Vereinten Nationen zu nachhaltiger Entwicklung (HLPF), 01.07.2015
Marianne Beisheim

Reviewing the Post-2015 Sustainable Development Goals and Partnerships

A Proposal for a Multi-level Review at the High level Political Forum

SWP Research Paper 2015/RP 01, Januar 2015, 37 Seiten
Marianne Beisheim, Andrea Liese (Hg.)

Transnational Partnerships: Effectively Providing for Sustainable Development?

Houndmills: Palgrave Macmillan, 2014, 272 Seiten
Marianne Beisheim

Partnerships for Sustainable Development

Why and How Rio+20 Must Improve the Framework for Multi-stakeholder Partnerships

SWP Research Paper 2012/RP 03, Februar 2012, 30 Seiten
Marianne Beisheim

Innovative Governance durch Entwicklungspartnerschaften?

Chancen und Grenzen am Beispiel transnationaler Wasserpartnerschaften

SWP-Studie 2011/S 20, August 2011, 30 Seiten
Marianne Beisheim, Hannah Janetschek, Johanna Sarre

Partnerships for Development and the Provision of Water and Sanitation

Conditions and Limits

SWP Comment 2011/C 17, Juli 2011, 4 Seiten
Anne Ellersiek

Noble Networks? Insights on the Network-Effect in the United Kingdom

In: "Understanding When Change Happens" by M. Pianta, P. Utting & A. Ellersiek (Eds.). London: Routledge, 66-93.

Understanding When Change Happens

In: "Understanding When Change Happens" by M. Pianta, P. Utting & A. Ellersiek (Eds.). London: Routledge, 1-17
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