Abstand

 

Außenpolitische Strategie

Die Außenpolitik der USA hat unter Präsident Obama in vielen Bereichen einen strategischen Wandel erfahren. Die Vereinigten Staaten haben ihr militärisches Engagement deutlich reduziert, wie der bereits vollzogene Abzug aus Irak und der laufende Abzug aus Afghanistan zeigen. Parallel hat der Einsatz unbemannter Drohnen zur gezielten Tötung mutmaßlicher Terroristen stark zugenommen. Zwar unterstützt eine Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung diesen Einsatz, international wird er jedoch kontrovers diskutiert. In der zweiten Amtszeit bleibt das angespannte Verhältnis zum Iran die größte außenpolitische Herausforderung. Präsident Obama hat wiederholt deutlich gemacht, dass er den Iran mit allen verfügbaren Mitteln – notfalls auch militärisch – daran hindern wolle, in den Besitz einer Atombombe zu gelangen. Schließlich nimmt der Bürgerkrieg in Syrien mit seiner rasch steigenden Opferzahl immer mehr Raum auf Präsident Obamas außenpolitischer Agenda ein. Er sieht Baschar al-Assads Einsatz von Chemiewaffen gegen syrische Rebellen als erwiesen an und hat daher im Juni 2013 entschieden, die syrische Opposition durch Waffenlieferungen zu unterstützen.

Die strategische Hinwendung nach Asien und zur Pazifikregion prägt seit 2009 die Außenpolitik Obamas. Dieser „pivot to Asia“ löst in Europa die Sorge aus, er ginge auf Kosten der transatlantischen Beziehungen. Mit seinem Bemühen um ein transatlantisches Handels- und Investitionsabkommen zeigt Präsident Obama jedoch, dass er dem Verhältnis mit Europa große Bedeutung beimisst. Der außenpolitische Wandel unter Präsident Obama zeigt sich nicht nur in einer Prioritätenverschiebung, sondern auch in einer Änderung des Politikstils. Die Obama-Administration steht multilateralem Handeln insgesamt offener gegenüber als ihre Vorgängerinnen, bevorzugt dabei aber meist informelle Kooperationsformen.

Literaturliste

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Annegret Bendiek

A Liberal Coalition for Internet Governance

The revelations by Edward Snowden proved to be an important turning point for the future of Internet governance. To protect the openness of the Internet while assuaging tensions, three major reforms should be undertaken, writes expert Annegret Bendiek.

Point of View, April 2014
Thomas A. Walsh, Brian Hensarling, Adam Jarosz, Matthew Kroenig, Marco Overhaus, Zornitsa Stoyanova

The Future of Transatlantic Security Cooperation after 2014

Perspectives for the North Atlantic Alliance beyond Afghanistan

Working Paper FG 04, 2013/Nr. 1, Oktober 2013, 8 Seiten
Sascha Lohmann

Unilaterale US-Sanktionen gegen Iran

Hohe Hürden für Erleichterungen

SWP-Aktuell 2013/A 63, Oktober 2013, 8 Seiten
Michael Paul

Die Nato im Fernen Osten

Die atlantisch-pazifische Kooperation zwischen der Allianz und Japan im Kontext des amerikanischen »Pivot to Asia«

SWP-Aktuell 2013/A 59, Oktober 2013, 4 Seiten
Henriette Rytz

Mehrdimensionale »Modellpartnerschaft«

Die strategische Kooperation der USA mit der Türkei unter der Obama-Administration

SWP-Studie 2013/S 19, September 2013, 30 Seiten
Max Mutschler

Die zögerliche Ordnungsmacht USA

Der Fall Syrien zeigt, dass die Außenpolitik der USA unberechenbarer wird. Das Land sieht sich nach wie vor als globale Ordnungsmacht, kann dieser Rolle aber nicht mehr alleine gerecht werden. Max Mutschler meint, dass dies sowohl Chancen als auch Risiken birgt.

Kurz gesagt, September 2013
Daniela Kietz, Johannes Thimm

Zwischen Überwachung und Aufklärung

Die amerikanische Debatte und die europäische Reaktion auf die Praxis der NSA

SWP-Aktuell 2013/A 51, August 2013, 8 Seiten
Sabine Fischer

Kein Kalter Krieg zwischen Russland und den Vereinigten Staaten

Die Spannungen zwischen Russland und den USA sind kein Kalter Krieg, sondern Folge innenpolitischen Kalküls auf beiden Seiten - mit negativen Konsequenzen für die europäische Sicherheit. Eine Analyse von Sabine Fischer.

Kurz gesagt, August 2013
Peter Rudolf

Präsident Obamas Drohnenkrieg

SWP-Aktuell 2013/A 37, Juni 2013, 8 Seiten
Oliver Meier

Europäischer Rückenwind für Obamas Abrüstungspläne

Barack Obamas Anliegen, die nukleare Abrüstung in seiner zweiten Amtszeit weiter voranzutreiben, ist zutiefst im deutschen und europäischen Interesse, meint Oliver Meier.

Kurz gesagt, Juni 2013
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SWP-Aktuell

Sascha Lohmann, Kirsten Westphal
US-Russland-Politik trifft europäische Energieversorgung

Die Folgen unilateraler Sanktionen und wachsender Marktkonkurrenz


Guido Steinberg
Muhammad Bin Salman Al Saud an der Macht

Der Kronprinz und die saudi-arabische Außenpolitik seit 2015


SWP-Studien

Paweł Tokarski
Deutschland, Frankreich und Italien im Euroraum

Ursprünge, Merkmale und Folgen der begrenzten Konvergenz


Lars Brozus
Fahren auf Sicht

Effektive Früherkennung in der politischen Praxis