Regionale Akteure

Für die weitere Entwicklung Afghanistans wird neben Staaten wie den USA, Russland, China und Indien vor allem den beiden Nachbarn Pakistan und Iran eine zentrale Bedeutung beigemessen. Es ist zu erwarten, dass mit dem partiellen Abzug der NATO und der USA die Einflussnahme Pakistans und Irans in Afghanistan zunimmt und sich die beiden Staaten während der Transformationsphase wieder zu den beiden bedeutendsten externen Akteuren im Land entwickeln.

Die Afghanistanpolitik Pakistans ist seit Jahren von der Unterstützung der Taliban und anderer nichtstaatlicher Gewaltakteure durch Teile der pakistanischen Administration geprägt, obwohl das Land seit Ende 2001 ein enger Verbündeter von USA und NATO ist. Irans Politik gegenüber Afghanistan wird spätestens seit der amerikanischen Invasion des Irak stark von der Feindschaft mit den USA beeinflusst und schließt ebenfalls die Unterstützung der militanten Opposition in Afghanistan mit ein.

Der Beginn eines afghanischen Friedensprozesses unter Einbeziehung der Nachbarstaaten gilt als Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der NATO-Strategie für Afghanistan. Entsprechend positiv wurde die Einleitung eines Prozesses zur regionalen Zusammenarbeit im November 2011 aufgenommen. Auf zwei Konferenzen in Istanbul im November 2011 und in Kabul im Juni 2012 bekräftigten die 15 sogenannten "Heart of Asia"-Staaten ihre Absicht, Afghanistan durch eine regionale Kooperation zu stabilisieren. Zunächst vereinbarte die Staatengruppe, darunter die sechs Nachbarländer Afghanistans sowie Russland, Indien, die Türkei und Saudi-Arabien, eine Reihe vertrauensbildender Maßnahmen in den Bereichen Drogenbekämpfung, Terrorismusbekämpfung, Handel, Bildung und Verkehr. Sowohl für Pakistan als auch für Iran würde die Umsetzung ihrer Absichtserklärungen bedeuten, dass sie ihre Afghanistanpolitik grundlegend neu ausrichten müssten.

 

Literaturliste

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Christian Wagner

Governance in Afghanistan in a Regional Perspective

Afghanistan Analyst Network (AAN) Discussion Paper 02/2010, January 2010, (online)
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