Guido Steinberg

Regionaler Jihad in Ostafrika

Die somalischen Shabab sind eine unabhängige Organisation und kein al-Qaida-Ableger

SWP-Aktuell 2013/A 67, November 2013, 8 Seiten

Nachdem die somalischen Shabab Ende September 2013 im kenianischen Nairobi ihren ersten großen Anschlag verübt hatten, schien das Bild klar zu sein. Nach dem Muster ihrer vermeintlichen Mutterorganisation al-Qaida erregten sie großes Aufsehen, indem sie medienwirksam westliche Ausländer und nichtmuslimische Kenianer töteten. Doch dieses Bild ist falsch, denn die Shabab vertreten zwar eine Ideologie des weltweiten bewaffneten Kampfes, ähnlich wie al-Qaida, agieren aber unabhängig von ihr und fast ausschließlich in Somalia. Ihr wichtigstes Ziel ist die Übernahme der Macht in Mogadischu. Nachbarstaaten wie Kenia und Uganda werden attackiert, weil sie militärisch in Somalia intervenieren. Ob die Internationalisierung des somalischen Jihadismus damit abgeschlossen ist, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Deshalb müssen sich westliche Regierungen vorsorglich darauf einrichten, dass die Organisation künftig auch Ziele in der westlichen Welt angreift. Allerdings gibt es bisher keine Hinweise auf eine solche Ausweitung des Zielspektrums. Die Shabab bleiben ein hauptsächlich somalisches Problem, das in Somalia gelöst werden muss.

SWP-Studie

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