Roland Götz

Rußlands Erdöl und der Welterdölmarkt

Trends und Prognosen

SWP-Studie 2005/S 40, Dezember 2005, 31 Seiten

Regionen:

Russland

Rußland ist - neben Saudi-Arabien - der größte Produzent und Exporteur von Erdöl. Verglichen mit den Ölförderländern des Nahen Ostens und manchen afrikanischen Ölexporteuren gilt es zudem als politisch stabil. Könnte Rußland nicht noch stärker als bisher zur Welt-Erdölversorgung beitragen? Auf russischer Seite scheint man dazu bereit und sieht darin eine weitere Möglichkeit zur Positionierung Rußlands auf der weltpolitischen Bühne. Dieser Anspruch wirft folgende Fragen auf: Reichen die russischen Ölförder- und Transportkapazitäten für eine zunehmende Belieferung des Weltmarkts aus? Welche innen- und wirtschaftspolitischen Weichenstellungen sind für eine stärkere Belieferung des Weltmarkts durch Rußland erforderlich und welche sind zu erwarten?

 

Nachdem die russische Erdölförderung bereits seit 1999 stark anstieg, wird sie voraussichtlich weiter zunehmen, wobei die Zuwachsraten aber immer geringer werden und nach 2010 das Fördermaximum erreicht sein wird. Für den Ausbau der russischen Förderkapazitäten durch ausländisches Kapital wird das neu gefaßte Gesetz über Bodenschätze Bedeutung erlangen. Dadurch, dass es Auslandskapital im Bieterverfahren für neue Ölfelder diskriminiert, wird der Zustrom von Auslandskapital in den russischen Erdölsektor begrenzt und dessen Entwicklung gehemmt werden. Der Anfang der neunziger Jahre weitgehend privatisierte russische Erdölsektor wird auch weiterhin durch eine gemischte Eigentümerstruktur gekennzeichnet bleiben, wobei privates nationales und ausländisches Kapital gegenüber Staatsunternehmen überwiegen. Rußland spielt bei Erdöl vor allem eine das Importvolumen stabilisierende Rolle, während die zusätzliche Nachfrage aus anderen Regionen gedeckt werden muß, nicht zuletzt aus dem Kaspischen Raum.

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