Tobias Koepf

Kein Abschied vom »Gendarmen Afrikas«

Warum Frankreichs jüngstes militärisches Engagement in Subsahara-Afrika problematisch ist

SWP-Aktuell 2011/A 32, Juli 2011, 4 Seiten

Im Februar 2008 stellte der französische Präsident Nicolas Sarkozy den militärischen Rückzug Frankreichs vom afrikanischen Kontinent in Aussicht. Er versprach ein Ende der unilateralen Einmischung in die inneren Machtkonflikte der Staaten Subsahara-Afrikas, die Frankreich den Ruf des »Gendarmen Afrikas« eingebracht hatte. Das jüngste Eingreifen in der Elfenbeinküste Anfang April 2011 bestätigt jedoch den Trend, dass Frankreich sein militärisches Engagement auf dem Kontinent fortzuführen gedenkt. Doch auf diese Weise werden Regierungen hervorgebracht oder an der Macht gehalten, die von den Bevölkerungen als Agenten Frankreichs und deshalb als nicht legitim wahrgenommen werden. Damit wächst die Gefahr, dass die Machtposition der amtierenden Regierungen gewaltsam in Frage gestellt wird und sich die jeweiligen Machtkonflikte verstetigen.