Peter Rudolf

Kriegsmüdigkeit und Strategiewandel in der amerikanischen Afghanistanpolitik

SWP-Aktuell 2011/A 43, September 2011, 8 Seiten

Die wachsende Kriegsmüdigkeit in der amerikanischen Öffentlichkeit und im Kongress hat es Präsident Obama politisch ermöglicht, die Abkehr von der kostspieligen zivil-militärischen »Counterinsurgency«-Strategie einzuleiten, ohne Kritik der Republikaner fürchten zu müssen. Der schleichende Übergang zu einer sogenannten »Counterterrorism«-Strategie erhöht den Spielraum für die Truppenreduzierung. Militärisch geht es in der amerikanischen Afghanistan-Strategie gegenwärtig um kaum mehr als die Ausschaltung möglichst vieler Aufständischer durch Tötung und Gefangennahme – sei es in der Hoffnung, die Führung des Gegners verhandlungsbereit zu stimmen, sei es in der Erwartung, dass gestärkte afghanische Sicherheitskräfte so eher in die Lage versetzt werden, mit der letztlich nicht ganz zu beseitigenden Bedrohung fertig zu werden. Im Rahmen einer solchen Antiterrorismusstrategie wollen die USA auch nach 2014 auf längere Sicht in Afghanistan militärisch präsent bleiben.

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