Nils Wörmer

Afghanistan am Scheitelpunkt der Transitionsphase

Defizite im Übergabeprozess und verbleibende Optionen westlicher Politik

SWP-Aktuell 2013/A 14, Februar 2013, 8 Seiten

Regionen:

Afghanistan

Ohne Fortschritte in zentralen Handlungsfeldern droht die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die zuständigen Instanzen in Afghanistan zu scheitern: Dies betrifft den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte, Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung, den innerafghanischen Friedensprozess, die Kooperation vor allem mit den Nachbarstaaten Pakistan und Iran sowie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Nach Ablauf der ersten Hälfte der Transition zeigen sich in jedem dieser Felder erhebliche Defizite. Die Strategie der Nato-Staaten für Afghanistan scheint festgefahren. Für die zweite Hälfte der Transition bleiben nur noch wenige Handlungsoptionen. Eine Fokussierung auf die beiden Hauptakteure des Konflikts – die afghanische Regierung und die Führung der Taliban – verspricht am meisten Erfolg. Sollte es nicht gelingen, in den nächsten zwei Jahren die Regierung zu stärken und die Taliban weiter zu schwächen, wird eine langfristige Stabilisierung Afghanistans kaum zu erreichen sein.