Programm

Formale Grundlage der Seminare ist eine bilaterale Willenserklärung (Letter of Intent) der Generalstabschefs und des Generalinspekteurs der Bundeswehr, in der u.a. das Klausurformat mit Exkursionen, die Zusammensetzung der Teilnehmer, die Finanzierung durch das BMVg und die Seminarleitung (im Falle der Generalsseminare ein deutscher Vier-Sterne-General a.D., bei den Stabsoffizieren ein Brigadegeneral a.D.) festgelegt sind. Seitens der Bundeswehr nehmen jeweils fünf Offiziere aus den Teilstreitkräften, der Streitkräftebasis und dem Sanitätsdienst als Dialogpartner teil.

Den Seminaren gemeinsam ist ein außen- und sicherheitspolitischer Gedankenaustausch am ersten Seminartag. Im Falle der Generalsseminare folgen weitere Themen, die vorab bilateral festgelegt werden (z.B. Auslandseinsätze, Haushalt, Kooperation und Konflikte in der Nachbarschaft, Logistik, Munitionsbeseitigung, Raketenabwehr, Terrorismus). Dazu trägt abwechselnd ein/e externe/r oder ein/e SWP-Experte/in bzw. ein russischer/ukrainischer Offizier vor. Der praxisbezogene Schwerpunkt der siebentägigen Seminare für Stabsoffiziere liegt im Besuch von Bundeswehrstandorten aller Teilstreitkräfte, in der Regel kombiniert mit laufenden Übungen und nachfolgenden Gesprächen mit Soldat/innen und Unteroffizier/innen. Im Falle der Generalsseminare wird der sieben- bis zehntägige Dialog ergänzt durch Besuche im Bundeskanzleramt und beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr, einen Seminartag im Bundesverteidigungsministerium, Gespräche mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages und einem Empfang in der Botschaft der Russischen Föderation bzw. der Botschaft der Ukraine sowie Besuchen bei Banken, Kirchen, Wirtschaftsunternehmen oder z.B. Initiativen bürgerschaftlichen Engagements. Dies wird ergänzt durch Diskussionen mit leitenden Redakteurinnen und Redakteuren von Presse/Rundfunk und einen Besuch der Bundespressekonferenz. Dem kulturellen Ausflug nach Potsdam folgt im Falle des Ukraine-Seminars der Flug nach Brüssel mit weiteren Briefings und Gesprächen bei den Hauptquartieren von EU und NATO. In der Abschlussbesprechung werden nach einer kritischen Evaluierung des Programms in der Regel bereits Themen für das nächste Seminar festgelegt. Das Seminar für russische Stabsoffiziere wurde 2009 letztmals durchgeführt, die Dauer des Dialogs mit russischen Generälen/Admiralen wurde 2011 von zehn auf sieben Tage reduziert.

Das Seminar für russische Stabsoffiziere wurde 2009 letztmals durchgeführt und seit 2014 wurde der Deutsch-Russische Streitkräftedialog aufgrund der Krim-Annexion seit 2014 nicht fortgeführt.

Programm, Planung und Organisation der Seminare liegen in Händen der SWP in Zusammenarbeit mit dem BMVg und dem deutschen Militärattachéstab.