Research Centre NORDEN (RENOR) (abgeschl.)

Projektleiter: Dr. Tobias Etzold

Mitarbeiter/Fachassistenz: Christian Opitz, MSSc

Zeitraum der zweiten Projektphase: 1. November 2016 - 31. Oktober 2018

Förderer: Nordischer Ministerrat

Ziel

Aufbauend auf der vorherigen Arbeit zwischen 2013 und 2016 verfolgt RENOR in seiner zweiten Phase das Ziel, die policy-orientierte Forschung und politische Debatte über die nordischen Länder (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden), die Stellung der nordischen Region (»Norden«) in Europa, nordische Kooperation und nordisch-deutsche Beziehungen weiter voranzubringen. Hierbei sollen insbesondere die gemeinsamen Interessen und Herausforderungen im Fokus stehen, die zu einem noch engeren Dialog zwischen den nordischen Ländern und Deutschland führen können. Diese Arbeit wird regelmäßig in forschungsbasierte und politikrelevante Publikationen sowie bi- und multilaterale (Kooperations-)Veranstaltungen münden.

Hintergrund

In Zeiten großer Herausforderungen in und für Europa (die Themenkomplexe Migration, Terrorismus, instabile Sicherheit und Spannungen in den EU-Russlandbeziehungen, ungelöste Wirtschafts- und Finanzprobleme als Stichwörter) bedarf es mehr denn je einer politikrelevanten Nordeuropaforschung. Aus einer europäischen und speziell deutschen Sicht wird Nordeuropa zunehmend relevant. Wenn mit Großbritannien ein großer und wichtiger Mitgliedstaat die EU verlassen wird, könnten die Bedeutung und das Gewicht des Nordens in europäischen Fragen sogar noch zunehmen. Die nordischen Länder – obgleich sie zuweilen zögernde Partner darstellen – waren und sind in der Lage, wichtige Beiträge auf europäischer Ebene zu leisten, nicht zuletzt dank ihrer eigenen Kooperation. Dies betrifft vor allem Politikbereiche wie Umwelt, Anpassung an den Klimawandel, Energie und Handel.

Thematische Schwerpunkte

I) Norden und die EU

Zwar ist die EU nicht der einzige relevante Organisationskontext, aber sie ist ohne Zweifel der wichtigste Handlungsrahmen für die nordischen Länder. Dies trifft sowohl auf die Mitgliedstaaten Dänemark, Finnland und Schweden als auch auf die Nicht-EU-Staaten Island und Norwegen zu. Viele Entwicklungen auf europäischer Ebene haben einen direkten Einfluss nicht nur auf die Länder im Einzelnen, sondern ebenfalls auf deren regionale Kooperation als Ganzes. RENOR beschäftigt sich hierbei besonders mit den folgenden Themen:

  • Anpassung der Beziehung mit Brüssel nach dem Brexit-Votum Großbritanniens (Nordische Zukunftsvisionen für die EU und das zukünftige Verhältnis der nordischen Länder in und zur EU); Nordische Haltungen in den EU-UK-Brexit-Verhandlungen; Nordische Sichtweisen in wichtigen EU-Dossiers wie der gemeinsamen EU Flüchtlings-/Migrationspolitik)
  • Zukunft des grenzfreien Nordens und Schengen
  • Umgang mit populistischen und EU-skeptischen Akteuren
  • EU-Makroregionen (EU-Strategie für den Ostseeraum)

II) Die Zukunft des Nordens

Im Laufe der Jahre ging die Nordische Zusammenarbeit durch Höhen und Tiefen. Aktuelle Herausforderungen unterstreichen die Notwendigkeit, die politische Zusammenarbeit zu reformieren um effektiver und sichtbarer zu werden. Für RENOR sind hierbei drei Dimensionen von besonderem Interesse:

  • Der Grad an Formalität, z.B.: In welchen Bereichen muss die nordische Kooperation institutionalisiert werden, wo kann sie flexibler sein?
  • Der Grad an Politisierung, z.B.: Sollte die traditionell eher auf technischen und pragmatischen Schritten beruhende Kooperation politischer werden und sensible Politikfelder mit einschließen?
  • Der Grad an EU Koordination, z.B.: Wie kann die nordische Kooperation innerhalb der EU gestärkt werden, dabei aber sowohl die Mitgliedstaaten als auch die Nichtmitglieder umfassen?

III) Nordisch-baltische Zusammenarbeit und Sicherheit

Der Kontext für die regionale Zusammenarbeit zwischen den nordischen und baltischen Staaten hat sich in den letzten Jahren signifikant verändert, nicht zuletzt im Bereich der Sicherheitspolitik. Der drohende Austritt Großbritanniens als einer der wichtigsten Partner könnte die Gruppe innerhalb der EU politisch enger zusammenführen. Außerdem haben die latenten Spannungen in der Ostseeregion bereits die nordisch-baltische Sicherheitskooperation intensiviert, unter anderem in Form gemeinsamer NATO Manöver. Gleichwohl liegt es in ihrem gemeinsamen Interesse, eine konstruktive Beziehung mit Russland anzustreben. Vor diesem Hintergrund analysiert RENOR den fortlaufenden Wandel der Beziehungen zwischen den nordischen und baltischen Staaten. Berücksichtigung finden dabei nicht nur die internen Kooperationsstrukturen, sondern auch die gemeinsamen Antworten auf externe Entwicklungen und Sicherheitsherausforderungen.

Publikationen

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Raphael Bossong, Tobias Etzold

Die Zukunft von Schengen

Binnengrenzkontrollen als Herausforderung für die EU und die nordischen Staaten

SWP-Aktuell 2018/A 53, Oktober 2018, 8 Seiten
Tobias Etzold

Schweden braucht die EU – und kann seine Beziehungen mit der Union doch nur bedingt vertiefen

Nach den Parlamentswahlen in Schweden wird eine neue Regierung eine aktive EU-Politik betreiben müssen – ohne Rückhalt für eine vertiefte Integration. Tobias Etzold zeigt auf, wie das Land mit dieser zwiespältigen Situation umgehen könnte.

Kurz gesagt, September 2018
Tobias Etzold, Christian Opitz

Grönland: Unabhängigkeitsstreben ohne wirtschaftliche Grundlage

Die Unabhängigkeit Grönlands ist eines der Themen des dortigen Parlamentswahlkampfs. Doch angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Situation halten viele Grönländer eine baldige Loslösung vom Dänischen Königreich für weltfremd, analysieren Tobias Etzold und Christian Opitz.

Kurz gesagt, April 2018
Christian Opitz, Tobias Etzold

Auf der Suche nach neuer Relevanz

Die Institutionen der nordischen Zusammenarbeit im Reformprozess

SWP-Aktuell 2018/A 02, Januar 2018, 8 Seiten
Tobias Etzold

Partizipation als Mehrwert der Makroregionen

Das Entwicklungspotential makroregionaler Zusammenarbeit in Europa

SWP-Aktuell 2017/A 79, Dezember 2017, 4 Seiten
Tobias Etzold

Wieder Neuwahlen in Island: Das Pendel schwingt weiter

Nachdem in Island erneut eine konservativ geführte Regierung vorzeitig gescheitert ist, ergibt sich die Chance für einen politischen Neuanfang, den der Inselstaat dringend benötigt, wie Tobias Etzold erläutert.

Kurz gesagt, Oktober 2017
Tobias Etzold

Flüchtlingspolitik in Nordeuropa

Die nordischen Länder gleichen ihren Kurs immer stärker an, doch Unterschiede bleiben

SWP-Aktuell 2016/A 78, Dezember 2016, 4 Seiten
Tobias Etzold, Christian Opitz

Parlamentswahlen in Island: Zaghafte Wikinger

Die Partei der Piraten ist auf dem Weg, die bevorstehende Abstimmung zu kapern. Dies könnte der Beginn nachhaltiger Veränderungen im politischen System des Inselstaates sein, meinen Tobias Etzold und Christian Opitz.

Kurz gesagt, Oktober 2016
Tobias Etzold, Christian Opitz

Nordeuropa nach dem Brexit-Votum

Die fünf nordischen Länder stellen ihre Beziehungen zur EU auf den Prüfstand

SWP-Aktuell 2016/A 57, August 2016, 4 Seiten
Tobias Etzold, Stefan Steinicke

Regionale Sicherheit und Zusammenarbeit in der Arktis- und Ostseeregion

Destabilisierung als Folge der Krise um die Ukraine

SWP-Aktuell 2015/A 74, August 2015, 4 Seiten
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