Forschungsprojekt »Local Arenas of Power Sharing: Patterns of Adaptation or Continued Disorder« (abgeschl.)

Das vorliegende Projekt untersucht die Dynamik von Machtteilung und Friedenskonsolidierung in Postkonfliktländern. Die Ergebnisse der ersten Phase zeigen, dass die Unterzeichnung von Machtteilungsabkommen kurzfristig Gewalt beenden kann, aber nicht automatisch nachhaltigen Frieden schafft. Institutionelle Reformen werden gemeinhin als wirksame Strategie zum Erreichen eines solchen langfristigen Friedens angesehen. Unsere Interviewpartner betonten allerdings wiederholt die Fragilität des Frieden in ihren jeweiligen Ländern (Burundi, DR Kongo, Liberia, Kenia).

Institutionelle Reformen haben überdies keinen einheitlichen Einfluss auf Frieden.

Aufbauend auf Forschung der ersten Förderungsphase interessieren wir uns in diesem Projekt für die Implementierung institutioneller Reformen und ihren Einfluss auf lokalen Frieden (unsere abhängige Variable). Wir untersuchen die Bedingungen, unter denen Frieden durch institutionelle Reformen bzw. durch ihren Transfer von der nationalen auf die lokale Ebene gefördert wird. Wir gehen dabei davon aus, dass erfolgreiche institutionelle Reform eine effektive Übersetzung und Anpassung an lokale Bedingungen erfordert. Mithilfe einer vergleichenden Analyse der lokalen Auswirkungen ausgewählter Reformen (Dezentralisierung und Polizeireform) möchten wir die theoretischen Konzepte von Anpassung und politischer Hybridität in ihrem Bezug zu Ordnung (Frieden) empirisch unterfüttern. Generell möchten wir eine Lücke in der Literatur schließen, die unbefriedigende Ergebnisse von Friedenskonsolidierung oft einem Mangel an Kapazitäten oder „local ownership“ zuschreibt, also ein eher technokratisches Verständnis pflegt und damit Postkonfliktgesellschaften zu Unrecht entpolitisiert.

Die Projektlaufzeit erstreckte sich von 2011 bis 2015. Das Forschungsteam wurde geleitet durch Dr. Andreas Mehler (Direktor, Institut für Afrikastudien, GIGA) und Dr. Denis M. Tull (SWP). Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind Franzisca Zanker (GIGA), zuständig für Kenia und Liberia sowie Claudia Simons (SWP), zuständig für Burundi und DR Kongo.

Das Projekt wurde finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und ist Teil des Schwerpunktprogramms 1448.

Ergebnisse und Veröffentlichungen

Publikationen

Andreas Mehler, Claudia Simons, Denis M. Tull, Franziska Zanker

Power-sharing in Africa's war zones: how important is the local level?

in: Journal of Modern African Studies, vol. 51, no. 4 (December 2013), pp. 681-704
Andreas Mehler, Claudia Simons, Denis M. Tull, Franzisca Zanker

The Local Arena of Power-Sharing: Patterns of Adaptation or Continued Disorder

Preliminary Findings

Project paper, March 2012, 24 pages
Claudia Simons, Franzisca Zanker

Finding the Cases that Fit: Methodological Challenges in Peace Research

GIGA Working paper, No 189, March 2012, 29 pages
 

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