Neue systemische Risiken: Herausforderungen und Chancen für die transatlantische Kooperation (abgeschl.)

Einführung

Wirtschafts- und Finanzmarktrisiken, die Auswirkungen des Klimawandels, Terrorismus, organisierte Kriminalität, Energie- und Rohstoffversorgungssicherheit, die Zunahme von Cyberkriminalität oder auch die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen - die internationale Staatengemeinschaft steht vor zahlreichen systemischen Risiken. Um diese grenzüberschreitenden Herausforderungen in den Griff zu bekommen, sind rein nationale Ansätze zum Scheitern verurteilt. Vielmehr besteht ein hoher Bedarf an internationaler Kooperation. Die USA und die EU spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Kaum eines der genannten Risiken lässt sich ohne diese beiden politischen und wirtschaftlichen Schwergewichte adäquat handhaben. Trotz des hohen Integrationsgrads der zwei Wirtschafsräume, der über Jahrzehnte gefestigten politischen Beziehungen und der oftmals hohen Betroffenheit beider Partner von denselben Risiken gestaltet sich die Kooperation jedoch zumeist alles andere als einfach. Damit wird die Chance verpasst, in transatlantischer Zusammenarbeit die Grundlage für einen verbesserten Umgang mit systemischen Risiken zu legen. Worin sind diese Kooperationsprobleme begründet? Gibt es unterschiedliche Risikokulturen auf beiden Seiten des Atlantiks, die eine engere Zusammenarbeit verhindern?

Das Projekt »Neue systemische Risiken: Herausforderungen und Chancen für die transatlantische Kooperation« sucht Antworten auf diese Fragen, um transatlantische Kooperationsnotwendigkeiten, -spielräume und Konfliktpunkte zu identifizieren sowie konkrete politische Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Zielsetzung

Im Projekt wird der Umgang mit systemischen Risiken in den USA und der EU in drei betroffenen Politikfeldern untersucht. Dafür werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der transatlantischen Partner in vier Säulen der Risikohandhabung - Erkennung von Risiken, Bewertung von Risiken, Risikomanagement und Risikokommunikation - innerhalb der Politikfelder Wirtschafts- und Finanzpolitik, Rohstoffpolitik und Sicherheitspolitik anhand von Fallstudien (Einzelstudien und vergleichenden Analysen) identifiziert. Projektziel ist, bestehende Kooperationsdefizite aufzuzeigen, um daraus Potenziale und Strategien für einen besseren, gemeinsamen Umgang mit systemischen Risiken abzuleiten. Der zentrale Erkenntnisgewinn des Forschungsprojekts liegt damit bei Handlungsempfehlungen für den Kooperationsaufbau in einzelnen Politikfeldern.

Untersucht werden im Einzelnen jeweils drei Fälle aus den genannten Politikfeldern:

  • Wirtschafts- und Finanzrisiken:

    • Globale makroökonomische Ungleichgewichte
    • Öffentliche Verschuldung
    • Finanzmarktrisiken

     

  • Rohstoffrisiken:

    • Agrarrohstoffe
    • Metalle
    • Energie

     

  • Neue Sicherheitsrisiken:

    • Anfälligkeit von Infrastruktur und Transportwegen
    • Pandemien
    • Cyberspace

     

Projektpartner und Forschungsaktivitäten

Das Forschungsprojekt umfasst eine Laufzeit von 18 Monaten (März 2012 - August 2013) und wird von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP, Perspektivthema »Umgang mit globalen und vernetzten Risiken«) und dem American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) der Johns Hopkins Universität, USA, durchgeführt. Auf Seiten der SWP übernimmt die Projektleitung Dr. Stormy-Annika Mildner (SWP) in Kooperation mit Dr. Bettina Rudloff (SWP) und Dr. Daniela Schwarzer (SWP). Dr. Jack Janes (AICGS) und Kirsten Verclas (AICGS) betreuen das Projekt für das AICGS.

Das Projekt bringt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis in Europa und den USA zusammen. Es leistet einen wichtigen Beitrag zum Austausch zwischen Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen auf beiden Seiten des Atlantiks, mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse und Politikempfehlungen zu erarbeiten, die einer Verbesserung der transatlantischen Kooperation im Umgang mit Risiken dienen können.

Die laufenden Forschungsarbeiten werden durch drei Kolloquien mit internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis begleitet werden. Die Forschungsergebnisse werden in einer Reihe von Publikationen veröffentlicht sowie im Rahmen zweier Konferenzen in Berlin und Washington präsentiert und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis diskutiert.

Förderer

Das Projekt wird finanziert durch das Transatlantik-Programm der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des European Recovery Programs (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).