Forschungsprojekt »Jihadismus im Internet: Die Internationalisierung von Gewaltdiskursen im World Wide Web« (abgeschl.)

Seit 2001 ist zu beobachten, dass jihadistische Netzwerke sich internationalisieren, das heißt, ihre ethnische und nationale Basis ausweiten. Die größten Fortschritte machten al-Qaida und gleich gesinnte Organisationen dabei in Europa, wo es ihnen zunehmend gelang, junge Muslima und Muslime arabischer, afghanischer, pakistanischer, indischer, kurdischer und türkischer Herkunft und vermehrt auch Konvertitinnen und Konvertiten zu rekrutieren. Mit diesen Entwicklungen einher ging ein Trend zur Internationalisierung jihadistischer Ideologie, die zum einen in immer mehr Sprachen verfügbar wurde, zum anderen den Kampf gegen die USA und ihre Verbündeten in den Mittelpunkt ihrer Argumentation stellte. Eine der dem Projekt zugrunde liegenden Hypothesen ist, dass der Ideologietransfer durch Übersetzung arabischen Materials und die anschließende eigenständige Weiterentwicklung durch Nichtaraberinnen und Nichtaraber die Internationalisierung des Jihadismus vorangetrieben hat.

An diese Beobachtung schließen sich die Leitfragen des Projektes an: Wie weit hat sich der Trend zur Internationalisierung in den Diskursen durchgesetzt, an welchen Indikatoren lässt er sich festmachen und gibt es Anhaltspunkte dafür, dass er sich fortsetzt? Welche Argumentationsmuster/-stränge und Stimmen stehen diesem Trend entgegen? Und: Welche Rolle spielt das Internet für die Ausbildung internationalistischer Diskurse?

Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Mitte 2009 bis September 2012. Das Projekt wird durch die Gerda Henkel-Stiftung gefördert und von Guido Steinberg (SWP) geleitet. Asiem El Difraoui ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt. Von 2009 - 2011 arbeitete Philipp Holtmann in diesem Projekt an einer Dissertation.