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SWP-Studie
Die Verbreitung von Raketen und Marschflugkörpern
Stand - Tendenzen - Gegenmaßnahmen
SWP-Studie 2005/S 15, Juli 2005, 32 Seiten
von Oliver Thränert

Die Studie beabsichtigt zunächst eine möglichst realistische Einschätzung der gegenwärtigen Verbreitung von Raketen. Daran anschließend wird gefragt, welche Tendenzen bei der Raketenverbreitung vor diesem Hintergrund in den kommenden Jahren zu erwarten sind. In einem dritten Schritt wird die Wirksamkeit politischer Maßnahmen gegen die Raketenproliferation untersucht, insbesondere die der Exportkontrollregime. Auch der gegenwärtige Stand der Raketenabwehr wird beleuchtet. Die Studie kommt zu folgenden Schlußfolgerungen:

  1. Einige wenige Länder vergrößern die Reichweiten ihrer Raketen und haben die grundsätzliche Beherrschung der Mehrstufentechnologie bereits nachgewiesen. Vor allem Pakistan, aber auch Iran nähern sich zudem der nächsten technologischen Ebene an, nämlich Feststoffraketen mit größeren Reichweiten.
  2. Die Zukunft von Raketen- und Marschflugkörperprojekten hängt von einer Vielzahl politischer, ökonomischer und technischer Faktoren ab. Sie dürfte sich aber in jedem Fall nicht linear vollziehen, sondern vielfältigen Brüchen und Friktionen unterliegen.
  3. Durch das Exportkontrollregime MTCR konnte die Verbreitung von Raketen- und Marschflugkörpertechnologie verlangsamt werden. Ein wesentlicher Forschritt ist die Proliferation Security Initiative (PSI), aber auch sie wird das Problem der Verbreitung von Raketen und Marschflugkörpern nicht umfassend lösen.
  4. Bezüglich der Raketenabwehr sind viele Fragen der technischen und finanziellen Machbarkeit derzeit nicht zu beantworten. Es erscheint aber gerechtfertigt, die Verbesserung des Schutzes der Truppen im Einsatz voranzutreiben. Ob eine Verteidigung des europäischen Territoriums selbst möglich sein wird, kann derzeit noch nicht beantwortet werden.
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© 2003 Stiftung Wissenschaft und Politik , Letzte Änderung Mi 26 Okt 2005 08:09:00 CEST
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