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Home / Produkte / SWP-Studien / Barack Obamas Afghanistan/Pakistan-Strategie Seite drucken
SWP-Studie
Barack Obamas Afghanistan/Pakistan-Strategie
SWP-Studie 2010/S 11, Mai 2010, 39 Seiten
von Peter Rudolf
Afghanistan und Pakistan gelten aus Sicht der Regierung Obama als „Epizentrum“ des gewalttätigen islamistischen Extremismus und als eine verbundene Konfliktregion. Washington befürchtet Dominoeffekte, sollten die Taleban in Afghanistan die Macht übernehmen: zum einen die Destabilisierung des Atomwaf-fenstaates Pakistan und in deren Folge den Zugang extremistischer Gruppen zu Nuklearwaffen, zum anderen die ideologische und personelle Stärkung al-Qaidas im Falle einer Niederlage der USA und des Westens in Afghanistan. Die amerikanische AfPak-Politik speist sich daher einerseits aus worst-case-Annahmen, beruht aber andererseits auf best-case-Erwartungen: der Hoffnung nämlich, dass Fortschritte in einzelnen Bereichen der „ganzheitlichen“ counterinsurgency-Strategie – militärische Schwächung der Aufstandsbewegung, bessere Regierungsleistungen und größere politische Legitimität, wirtschaftlicher Aufbau, pakistanische Kooperation – sich gegenseitig verstärkende Wirkungen entfalten. Diese counterinsurgency-Strategie ist von ihrer Logik her ein langfristiges, kostspieliges Unterfangen, das mit einer schnellen „Afghanisierung“ nicht in Einklang zu bringen ist. Die mehrdimensionale AfPak-Strategie benötigt Zeit für einen Erfolg, der jedoch alles andere als gewiss ist. Aus innenpolitischen Gründen muss Obama ein Interesse daran haben, bis zum Wahljahr 2012 Risiken und Kosten des Afghanistanengagements zu reduzieren. Die militärische Eskalation, insbesondere die Offensive im Kerngebiet der Taleban, scheint daher kurzfristig dazu gedacht, aus einer gestärkten Position heraus die Konfliktkonstellation „reif“ für eine Verhandlungslösung zu machen, die einen Truppenabbau ermöglicht.
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© 2003 Stiftung Wissenschaft und Politik , Letzte Änderung Di 25 Mai 2010 10:53:11 CEST
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