Globale Rohstoffmärke - Nationale Rohstoffpolitiken. Konkurrenz, Konflikt und Kooperation bei metallischen und mineralischen Rohstoffen

In der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts sind Mineralien und Metalle zu einem politisch brisanten Thema geworden. Grund dafür sind volatile, in der Tendenz stark steigende Preise in Verbindung mit temporären Versorgungsengpässen. Dabei steht das Interesse der Verbraucherländer an einer sicheren Versorgung mit Mineralien und Metallen zu erschwinglichen Preisen im Kontrast zu den Anstrengungen der Produzentenländer, möglichst hohe Renditen mit der Gewinnung und Weiterverarbeitung ihrer heimischen Rohstoffe zu erwirtschaften. Es überrascht daher kaum, dass Rohstoffe inzwischen in der Wirtschafts-, Außen- und Entwicklungspolitik einen prominenten Rang einnehmen. Zahlreiche Regierungspapiere weltweit dokumentieren die Dringlichkeit des Themas - die Rohstoffstrategie der deutschen Bundesregierung ist eines davon.

Während in der Wirtschafts- und Außenpolitik die Themen Rohstoffhandel und Versorgungssicherheit im Vordergrund stehen, ist die Entwicklungspolitik einiger westlicher Länder bestrebt, die Transparenz im Rohstoffsektor zu erhöhen. Transparenzinitiativen sollen verhindern, dass Einnahmen aus Rohstoffen der Finanzierung von gewalttätigen Konflikten oder der Korruption dienen, wie es in vielen rohstoffreichen Entwicklungsländern der Fall ist.

Die Studie „Nationale Alleingänge oder internationale Kooperation?“, ein Kooperationsprojekt der SWP und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), untersucht die Rohstoffstrategien aller G20-Staaten, zu deren Kreis die wichtigsten Produzenten- und Verbraucherländer im Bereich von Mineralen und Metallen gehören. Die Studie wägt ab, welche Möglichkeiten auf der multi-, pluri- und bilateralen Ebene bestehen, um eine internationale Kooperation im Rohstoffbereich voranzutreiben. Neben der Versorgung der Industrieländer mit Rohstoffen ist auch die Verbesserung der Transparenz im Rohstoffsektor ein wichtiges Thema der Studie.

Interview zur Studie

Manfred Dalheimer, Henri Pierre Gebauer, Hanns Günther Hilpert, Stormy-Annika Mildner

Interview: "Nationale Alleingänge oder internationale Kooperation?"

Neue Studie untersucht Möglichkeiten der internationalen Kooperation bei mineralischen und metallischen Rohstoffen. Im Interview erläutern die Herausgeber die Problemstellungen, die der Studie zugrunde liegen.

Kurz gesagt, Februar 2013

SWP-Aktuell

Frédéric Krumbein
Menschenrechte in Bedrängnis

Die universellen Rechte werden weltweit immer öfter ignoriert und verletzt


Claudia Simons
Dialog als Verzögerungstaktik

In der Demokratischen Republik Kongo werden die Wahlen wohl verschoben


SWP-Studien

Sabine Fischer, Margarete Klein (Hg.)
Denkbare Überraschungen

Elf Entwicklungen, die Russlands Außenpolitik nehmen könnte


Paweł Tokarski
Die Europäische Zentralbank als politischer Akteur in der Eurokrise

Mandat, Stellung und Handeln der EZB in einer unvollständigen Währungsunion