Herausforderung Klimawandel

Heizkraftwerk in Moskau; Quelle: dpa-picturealliance

Zur Gliederung

Der Klimawandel wird inzwischen von vielen Staaten als eine der wichtigsten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts betrachtet. Dabei gilt es zum einen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, um das Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen (mitigation); zum anderen geht es darum, Anpassungsmaßnahmen zu treffen, um die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels zu bewältigen (adaptation).

2015 soll im Dezember in Paris auf der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention ein neues, umfassendes Klimaabkommen für die Zeit nach 2020 auf den Weg gebracht werden. Seit März haben die Vertragsstaaten damit begonnen ihre „intended nationally determined contributions“ (INDCs) – freiwillige, nationale Klimaziele -  an das Sekretariat der UNFCCC zu melden.

Das Kyoto-Protokoll ist der derzeit einzige völkerrechtliche Vertrag, in dem sich Staaten verpflichtet haben, den Ausstoß von Treibhausgasen um vorgegebene Zielwerte zu reduzieren. Der Klimaschutz wurde aber nur bis 2020 in Form einer zweiten Verpflichtungsperiode festgelegt und auch nur durch sehr wenige Parteien. Das neue Abkommen ab 2020 soll eine breitere Beteiligung – auch der Schwellenländer – erreichen und dem Anspruch gerecht werden, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert zu begrenzen. Auch ist die Anpassung an den Klimawandel und die Finanzierung der notwendigen Maßnahmen zu regeln. Der Umgang mit möglichen Schäden und Verlusten aus dem Klimawandel wird ebenfalls verhandelt. Die INDCs (freiwilligen, national bestimmten Klimaziele) sollen von allen Vertragsstaaten gemeldet und in einer noch festzulegenden, verbindlichen Form Teil des Abkommens sein. Neben den INDCs wird ein Erfolg in Paris auch von der Verlässlichkeit der finanziellen Unterstützung abhängen, welche zum einen an den Geldern für den Grünen Klimafonds (GCF) und zum anderen von einer globalen Verschiebung der Investitionsströme in klimarelevante Projekte festgemacht wird. Viele Länder sind zögerlich, vor allem große Schwellenländer, die stärker in die Verantwortung genommen werden sollen. Die EU und seit 2013 auch die USA streben einen Erfolg in Paris an.

Im SWP-Themendossier werden globale Verhandlungsprozesse und Governance-Strukturen sowie weltweite Schlüsselakteure und deren Interessen analysiert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der europäischen Klimastrategie liegt. Schließlich ist auch den sicherheitspolitischen Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel ein Kapitel gewidmet. In jedem Kapitel wird die SWP-Literatur zum Thema gebündelt. Unter Weiterführendes Material finden Sie unter anderem Links zu wichtigen Organisationen und Berichten sowie zu Glossaren und Analyseinstrumenten zur Klimapolitik; zudem wird auf weiterführende Literatur verwiesen.

 

 

Neuigkeiten

Mit fünf anderen europäischen Instituten bildet die SWP ein klimapolitisches Think Tank-Netzwerk: EU Think Tank Platform for Paris 2015 – What’s in for Europe? mehr

SWP-Aktuell

Christian Opitz
Potentiale der nordisch-baltischen Sicherheitskooperation

Eine gemeinsame Bedrohungswahrnehmung verstärkt die regionale Zusammenarbeit


Wolfram Lacher
Libyens Stabilisierung unterstützen

Wie weiter nach dem Skhirat-Abkommen?